Valley Talk: Warum es plötzlich so viele Hackerangriffe gibt

kolumneValley Talk: Warum es plötzlich so viele Hackerangriffe gibt

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Unternehmen wie Twitter oder Facebook machten in jüngster Vergangenheit Hacker-Angriffe freiwillig publik - Woher kommt die neue Offenheit?

Kolumne von Matthias Hohensee

Der Trend zu mobilen Geräten macht Technologiekonzerne anfällig für Hackerangriffe. Während die Politik über Gegenmaßnahmen streitet, boomt die Sicherheitsbranche.

Was haben Microsoft, Apple, Facebook und Twitter gemein? Sie sind nicht nur bekannte US-Technologieunternehmen – sondern jüngst auch Opfer erfolgreicher Hackerangriffe geworden. Überraschend ist das nicht. Bemerkenswert ist nur, dass die Konzerne die Vorfälle publik machen. Bislang hatte sich das unter den Schwergewichten der Branche nur Google getraut.

US-Medien mutmaßen, es sei das Interesse am Gemeinsinn, das die Unternehmen dazu treibe, imageschädigende Einbrüche in ihre Systeme zuzugeben. Doch diese Vorstellung ist naiv. Schließlich lassen US-Unternehmen jedes öffentliche Eingeständnis einer Schwäche von Anwälten und PR-Experten auf seine Folgen prüfen.

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Die neue Offenheit ist vielmehr eine Absicherung gegen mögliche rechtliche Folgen, die drohen, wenn Unternehmen Cyber-Attacken zunächst verschweigen. Und sie ist das Resultat eines politischen Tauziehens um neue Standards für Cyber-Sicherheit.

Frühwarnsysteme für Cyber-Attacken

Seit mindestens zwei Jahren nämlich will Präsident Obama ein Gesetz durchdrücken, das Unternehmen verpflichtet, schon den Verdacht auf einen Angriff staatlichen Stellen zu melden. Bisher gelang es der Opposition, ein solches Gesetz zu verhindern. Mitte Februar machte Obama eine Drohung wahr und legte per Erlass fest, dass innerhalb der nächsten vier Monate verbindliche Standards für Frühwarnsysteme geschaffen werden müssen. Doch da Präsidentenerlasse rechtlich angreifbar sind, wird weiter um ein offizielles Gesetz verhandelt.

Die US-Handelskammer fürchtet die Kosten, die durch neue Regeln auf Unternehmen zukommen. Die Unternehmen selber geben zu bedenken, eine zentrale Meldestelle für Cyber-Angriffe könne kontraproduktiv sein, besonders wenn Cyber-Spione diese selbst ausspionierten. Staatliche Stellen sind zudem nicht für ihre Effektivität bei der Abwehr ausgefeilter Cyber-Attacken bekannt. Die Industrie fürchtet auch, dass Auflagen den Boom des Cloud Computing behindern. Viele Unternehmen wollen darum statt einer staatlichen Meldepflicht lieber eine Selbstkontrolle.

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