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Verblasster Trendsetter: Bei Apple ist der Wurm drin

von Matthias Hohensee

Der Erfinder von iPod, iPhone und iPad spielte einst in einer Liga für sich. Doch die phänomenalen Umsätze und Profite geraten unter Druck, die Rolle des Trendsetters schwindet. Hat Apple die besten Tage hinter sich?

Über Jahre war der Erfolg von Apple nicht zu bremsen, aber Anleger werden zunehmend nervös Quelle: dapd
Über Jahre war der Erfolg von Apple nicht zu bremsen, aber Anleger werden zunehmend nervös Quelle: dapd

Das Apple-Fieber grassiert wieder. Doch diesmal erhitzt der kalifornische Unterhaltungselektronikhersteller nicht seine Jünger. Elektrisiert sind andere – Aktionäre, die Verwalter von Pensionskassen und die Chefs von Hedgefonds, die Anteile am wertvollsten Unternehmen der Welt halten.

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Denn in gut einer Woche, am 23. Januar eine Stunde vor Mitternacht deutscher Zeit, ein Monat nach Weihnachten, ist schon wieder Verkündigung im kalifornischen Cupertino. Dann werden Apple-Chef Tim Cook und sein Finanzvorstand Peter Oppenheimer am Firmensitz die Geschäftszahlen von Oktober bis Dezember 2012 präsentieren.

Anleger werden nervös

Erwartet wird ein neuer Stern am Umsatz- und Gewinnhimmel: ein Quartalsumsatz erstmals jenseits der 50 Milliarden Dollar, wahrscheinlich 55 Milliarden Dollar, fast so viel, wofür Siemens sechs Monate braucht. Getragen wird der prognostizierte Rekord vom Absatz der iPhones und iPads in Nordamerika und Europa sowie der Sucht der wachsenden Mittelklasse in China nach Geräten mit dem angebissenen Apfel.

Rückschläge für Apple

  • Rivale Android

    75 Prozent aller Smartphones laufen inzwischen auf dem Betriebssystem Android des Apple-Rivalen Google

  • Weihnachtsgeschäft

    18 Prozent mehr Umsatz machte Apple im Weihnachtsgeschäft 2012 - gegenüber einem Plus von 73 Prozent im Vorjahr

  • Konkurrent Samsung

    350 Millionen Smartphones plant Samsung in diesem Jahr zu verkaufen - 60 Millionen mehr als Apple an iPhones seit Juni 2007 insgesamt verkauft hat

  • Teure Tablets

    150 Dollar soll das neue Tablet von Acer kosten, weniger als die Hälfte des iPad mini

  • Probleme in China

    Im vierten Quartal 2012 rutschte Apple in China bei Smartphones auf Rang sechs

Doch so paradox es klingt: Je besser die Zahlen sein werden, desto nervöser werden die Anleger. Denn die Erfolge sind die Erfolge der Vergangenheit. Der erwartete Rekord provoziert die Miteigentümer von Apple zu der Frage, ob Cook das Wachstum halten, ja, mit einem neuen Knüller die Fantasie der Anleger beflügeln kann.

Denn so sehr der Konzern mit geschätzten sagenhaften Barreserven von 150 Milliarden Dollar glänzt und in einer Liga für sich spielt, der Biss, den er unter dem 2011 verstorbenen Gründer Steve Jobs hatte, scheint dahin. Unter der Oberfläche des Apfels haben sich Schwachstellen gebildet. Sie drohen nicht nur langfristig das Erfolgsmodell zu beschädigen, sondern auch die Verführungskraft zu schwächen und damit die weitere Expansion der Silicon-Valley-Ikone zu behindern.

Zweifel am Dauerboom

"Wettbewerber wie Google und Microsoft schließen langsam auf", warnt Apple-Mitgründer Steve Wozniak. Bei den Tablets, für die Apple mit seinem iPad vor drei Jahren überhaupt den Markt schuf, sah sich der Konzern erstmals hinter seinem Konkurrenten Samsung, als der handlichere Geräte mit kleinem Bildschirm brachte.

Schon spiegeln sich die Zweifel an einem Apple-Dauerboom im Verlauf des Aktienkurses wider. Seit dem Höchststand im September 2012 hat das Papier fast 25 Prozent verloren. Der Börsenwert von einer Billion Dollar, der von prominenten Analysten wie Gene Munster von Piper Jaffray eigentlich fürs Frühjahr 2014 prognostiziert worden war, ist in weite Ferne gerückt. Momentan wird der Apple-Konzern bei einem Kurs von 527 Dollar pro Aktie mit 495 Milliarden Dollar bewertet. Im September waren es noch rund 660 Milliarden Dollar. Die Analysten sind sich unschlüssig und prognostizieren Kurse von 300 bis 1000 Dollar.

13 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.08.2013, 16:41 UhrSokrates

    Wenn Sie mich fragen, liefern sowohl Apple als auch Samsung hochwertige Smartphones, so dass es eher ein Glaubenskrieg ist, welcher Hersteller gerade bevorzugt wird.

    Richtig ist, dass das Aluminiumgehäuse des iPhone deutlich hochwertiger ist. Dennoch hat Apple auf Grund des überflüssigen Lightening Connectors, wie hier: http://www.testsieger-info.de/samsung-galaxy-s4-knapp-vor-iphone-5.htm nachzulesen ist, Vorspung verspielt.

  • 21.01.2013, 14:08 UhrGatonegro

    Was fehlt für ein besseres Applepie?:
    Die Gängelei muß aufhören, Anwender möchten auch mit einem Ipad volle Telefoniefunktion, Pfeiltasten auf der Tastatur und volle Bluetoothfunktionalität und nicht nur, wenn überhaupt, für Apple Devices. Die eigentlich exzellente Rechtschreibkontrolle ist in der Adresszeile vollkommen unbrauchbar, das ständige Ändern der Tastaturbelegung sollte konfigurierbar, also auch abstellbar sein.
    Wie Apple diesbezüglich den Anwender teilweise gängelt, bevormundet und einschränkt ist eine Frechheit. Das nächste IPAD (4 oder 5) kaufe ich nur, wenn sich diesbezüglich wesentliches bessert.

    Apple muß auch im Billigsegment aktiv werden und einfachere Gehäuse und Hardware anbieten. Das verbesserte Ipad 2 kostet in Europa 399€/Wlan und das gleiche mit Plastikgehäuse und als MiniIpad2 könnte bei gleicher Technik für 245€ angeboten werden und wäre dennoch noch um Längen besser (Display, Prozessor, Grafikleistung, Akku) als vergleichbare Geräte für den entsprechenden Preis +- 50€. Warum kaufen die Burschen nicht gleich 40% von Amazon, lassen die Android Plattform und entwickeln sie auch weiter und Ergänzen das Ganze um eine bessere IOS Implementierung ins Amazon System.

    Der Autor erwähnte das Apple im Web angestaubt wäre. Das Web als soches funzt super, nicht umsonst generiert Apple hier etwa das Fünffache an Traffik wie Samsung&Co.
    Die Einbindung von Twitter und Facebook ist beispielhaft, doch es gibt etwa 10-20 andere interessante Anbieter und daher sehe ich hier auch eine Menge Arbeit für Apple.

    Also Apple do it!

  • 21.01.2013, 14:02 UhrRonny

    Also, dieser Artikel wirft einige Fragen auf und bedarf vielleicht einiger Korrekturen:
    Über welche Geräte hat Suppli berichtet, dass apple auf Platz 4 und Lenov auf Platz 2????
    Da vorher über Edelhandies referiert wurde und damit wohl Smartphones gemeint sind, nehmen wir also an, es wäre Suppli hätte darüber entsprechendes geschrieben. Doch in welcher Region, in den USA hat das Iphone 5 im 4Q/2012 wieder vor Samsung gelegen.
    Doch egal, der Autor hat in einigen Punkten recht, diese sehe ich wie folgt:
    1. Apple muß wieder schneller werden, anscheinend waren verschiedene Abteilungen in den letzten Monaten zu sehr mit Umzügen beschäftigt, z.B. die Anmietung des ehemaligen HP Campus.
    2. Interne Bereinigungen, z.B. der für seine fehlerhaften und unfertigen Apps bekannt Steve Forstall ist abgelöst und der geniale Yves hat im Bich Design/Produktentwicklung das Sagen.
    3. Die Gängelei muß aufhören, Anwender möchten auch mit einem Ipad volle Telefoniefunktion, Pfeiltasten auf der Tastatur und volle Bluetoothfunktionalität und nicht nur, wenn überhaupt, für Apple Devices. Die eigentlich exzellente Rechtschreibkontrolle ist in der Adresszeile vollkommen unbrauchbar, das ständige Ändern der Tastaturbelegung sollte konfigurierbar, also auch abstellbar sein.
    Wie Apple diesbezüglich den Anwender teilweise gängelt, bevormundet und einschränkt ist eine Frechheit. Das nächste IPAD (4 oder 5) kaufe ich nur, wenn sich diesbezüglich wesentliches bessert.

    Preise: Hier irrt der Autor!
    Bei vergleichbarer Hardware ist Apple nicht teurer als Samsung oder Andere.
    Ferner sollte man die Qualität des Gehäuses und die Verarbeitung insgesamt beachten (Ein verwindungssteifes, gefrästes Aluminium Unibody-Gehäuse ist besser als Plastik. Mein früheres IPAd2 ist mir zwei mal bös hingekracht und läuft immer noch. Samsungs Plastikgehäuse dagegen halten nicht viel aus und verwinden sich sehr leicht, z.B. wenn man sich setzt, s. auch diverse Tests von IFixit und anderen.

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