Verlage: Kirche will Weltbild-Verlag verkaufen

Verlage: Kirche will Weltbild-Verlag verkaufen

, aktualisiert 22. November 2011, 11:23 Uhr
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Zu weltlich für die katholische Kirche? Weltbild muss sich neue Eigner suchen.

Quelle:Handelsblatt Online

Die katholischen Gesellschafter wollen sich möglichst schnell von ihrem Verlag trennen. Hintergrund sind Erotik-Angebote des Buchhändlers, die ihn zuletzt in Misskredit bei hohen Kirchenfunktionären gebracht hatten.

Köln/Augsburg/MünchenDie katholische Kirche will sich vom Weltbild-Verlag trennen. Die Gesellschafter hätten die Geschäftsführer beauftragt, „ohne jeden Verzug entschlossen“ einen Käufer für das Unternehmen zu finden, teilte Weltbild am Dienstag mit. Hintergrund ist kirchliche Kritik an erotischer Literatur des Verlag. Weltbild zählt zu den größten Buchhändlern in Deutschland und ist zur Hälfte auch an der Hugendubel-Kette beteiligt. Auch die Filialen des Antiquariats Joker's gehört zu der Gruppe.

Der Verlag mit 6400 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 1,6 Milliarden Euro gehört zwölf Diözesen, dem Verband Deutscher Diözesen und der Soldatenseelsorge. „Kirchliche und soziale Implikationen einer Veräußerung verdienen eine besondere Beachtung“, hieß es. Der Aufsichtsrat ist mehrheitlich mit kirchlichen Funktionsträgern besetzt, lediglich ein Vertreter des Medienkonzerns Burda und einer von der Commerzbank stammen von außen.

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Vor der Entscheidung der Gesellschafter hatte der Kölner Kardinal Joachim Meisner eine völlige Trennung der Kirche von dem ins Gerede gekommenen Weltbild-Verlag verlangt. Er bezog sich auf die erotische Literatur, die auch über diesen Verlag zu beziehen ist. „Es geht nicht, dass wir in der Woche damit Geld verdienen, wogegen wir sonntags predigen“, sagte Meisner der „Welt am Sonntag“. Wegen der Debatte um das erotische Angebot war Aufsichtsratschef Klaus Donaubauer am vergangenen Mittwoch zurückgetreten. Er ist auch der Finanzchef der Diözese Augsburg.

Der Verlag betonte, im eigenen Sortiment machten die mit dem Stichwort „Erotik“ zu findenden Bücher nur einen Umsatzanteil von weniger als zwei Promille aus.

Quelle:  Handelsblatt Online
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