Vodafone: Ende einer Schlingerfahrt

KommentarVodafone: Ende einer Schlingerfahrt

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Hannes Ametsreiter, Vorstandsvorsitzender von Vodafone Deutschland, präsentiert die Geschäftszahlen für das erste Halbjahr.

von Jürgen Berke

Zwölf Monate hat der neue Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter gebraucht, um das angeschlagene Deutschland-Geschäft wieder auf Kurs zu bringen.

Wie lange braucht ein Kapitän, um ein schlingerndes Schiff wieder auf Kurs zu bringen? Wenn das Schiff ein Telekom-Konzern ist, dann ist die Antwort jetzt eindeutig: Genau zwölf Monate. So lange hat jedenfalls Vodafones neuer Deutschland-Chef Hannes Ametsreiter gebraucht, um mit der Deutschen Telekom wieder auf Augenhöhe zu konkurrieren.  Am 1. Oktober 2015 trat der Österreicher seinen Posten im Düsseldorfer Vodafone-Campus an. Heute hat er seine persönliche Bilanz für das erste Geschäftsjahr vorgelegt, dass am 30. September 2016 endete. Und die zeigt eine von vielen Experten kaum für möglich gehaltene Trendwende. Nach überaus düsteren Jahren mit starken Kunden- und Umsatzverlusten geht es bei diesen wichtigen Kennziffern langsam wieder aufwärts.

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Quelle: Pressebild, Montage

Offenbar kehren die ersten Kunden, die nach massiven Netz- und Serviceproblemen in den vergangenen Jahren zur Konkurrenz geflüchtet sind, wieder zu Vodafone zurück. Doch nicht nur die Kundenzahlen steigen im Mobilfunk und Festnetz, auch der Umsatz weist in beiden Geschäftsbereichen ein so starkes Plus aus, das Vodafone Marktanteile zurückgewinnt. Das geschieht zwar bisher in einer eher homöopathischen Dosis. Aber immerhin. Sogar Sorgenkinder wie der sehr volatile Verkauf  von vorausbezahlen Prepaid-Karten nehmen wieder Fahrt auf.

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Vodafones Konzernchef Vittorio Colao sollte daraus eine wichtige Lehre ziehen. Auch Kunden verzeihen Managementfehler und ziehen sich nicht für immer frustriert in den Schmollwinkel zurück. Man sollte sie aber nicht ein zweites Mal enttäuschen. Sollte die Konzernzentrale noch einmal auf die Idee kommen, die Mittel für die Netzmodernisierung und den Kundenservice zusammenzustreichen, dann könnten sich die Kunden ganz schnell wieder abwenden – und zwar für immer. Der jetzt verkündete Aufschwung ist nur ein zartes Pflänzchen. Der neue Kapitän muss noch viel gießen, bis daraus ein stabiler Baum wird.

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