Vodafone: Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum tritt zurück

exklusivVodafone: Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum tritt zurück

, aktualisiert 19. Mai 2015, 11:04 Uhr
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Völlig überraschend legt Jens Schulte-Bockum seinen Posten als Deutschland-Chef des Mobilfunkanbieters Vodafone nieder.

von Jürgen Berke und Stephan Happel

Der Chef von Vodafone Deutschland, Jens Schulte-Bockum, verlässt überraschend den Konzern. Als Grund nennt er "unüberbrückbare Differenzen" mit der Spitze des Londoner Mutterkonzerns.

Völlig überraschend legt Jens Schulte-Bockum seinen Posten als Deutschland-Chef des Mobilfunkanbieters Vodafone nieder. Dies erfuhr die WirtschaftsWoche aus Unternehmenskreisen.

Auch der Mobilfunkanbieter bestätigt mittlerweile, dass der Konzernchef den Aufsichtsrat über seine Absicht informiert habe, innerhalb des laufenden Geschäftsjahrs von seinem Amt zurückzutreten. Weitere Details zur Entscheidung werden auf der heutigen Bilanz-Pressekonferenz erwartet.

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Abschied im Streit Darum verlässt Schulte-Bockum Vodafone

Vodafone-Deutschland-Chef Jens Schulte-Bockum kehrt dem Mobilfunkriesen den Rücken. Er hinterlässt einen Konzern, der nach außen so gerne Harmonie betont, im Schockzustand.

Vodafone-Chef Jens Schulte-Bockum geht Quelle: Bloomberg

Der Rücktritt von Schulte-Bockum kommt überraschend, weil Vodafone nach einer schwierigen Phase zuletzt wieder etwas bessere Zahlen vorlegen konnte. Den starken Umsatzrückgang der Vergangenheit konnte der Konzern nach eigenen Angaben im abgelaufenen Geschäftsjahr zumindest eindämmen - wenn auch nicht aufhalten. Schuld an dem anhaltenden Rückgang sei vor allem das gesunkene Marktpreisniveau, so das Unternehmen.

Konzernchef Vittorio Colao und Europa-Chef Philipp Humm hatten offenbar ehrgeizigere Ziele. Dem Londoner Mutterkonzern kommt Vodafone Deutschland insgesamt zu langsam voran. Gegenüber der WirtschaftsWoche sprach Schulte-Bockum von „unüberbrückbaren Differenzen“ mit der Konzernspitze.

In einer offiziellen Abschiedsmail an Kollegen und Geschäftspartner begründet Schulte-Bockum seinen Rücktritt mit den folgenden Worten: "In den vergangenen Monaten wurde mir zunehmend klar, dass ich meinen Kurs der nachhaltigen Verbesserung des Unternehmens nicht umfassend umsetzen kann."

Der Rücktritt von Jens Schulte-Bockum

  • Die Abschieds-Mail im Wortlaut

    Liebe Freunde, Kollegen und Geschäftspartner,
    Dear friends, colleagues and partners,

    nach reiflicher Überlegung habe ich mich entschlossen, den Vorsitz der Geschäftsführung der Vodafone GmbH zum 30.6.2015 niederzulegen. Diese Entscheidung ist mir nach fast 12 Jahren erfolgreicher Tätigkeit an unterschiedlichen Stellen im Unternehmen nicht leichtgefallen. In den vergangenen Monaten wurde mir jedoch zunehmend klar, dass ich meinen Kurs der nachhaltigen Verbesserung des Unternehmens nicht umfassend umsetzen kann. Die Zeit ist nun reif, mich neuen Herausforderungen zu stellen.
    Mit der Akquisition und reibungslosen Integration von Kabel Deutschland und dem zügigen Ausbau des Festnetzgeschäfts ist Vodafone in Deutschland hervorragend für die konvergente Zukunft aufgestellt. Unsere angestammte Qualitätsposition und Wettbewerbsfähigkeit im deutschen Mobilfunkmarkt ist wiederhergestellt, und das Unternehmen weist eine deutlich verbesserte Effizienz auf.
    Ich bin stolz, diese Ziele seit meinem Antritt als CEO erreicht zu haben und danke meinem Team in der Geschäftsleitung und den so engagierten und leidenschaftlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sehr herzlich. Ich bin überzeugt, auf dieser Basis wird Vodafone zum führenden integrierten Premiumanbieter in Deutschland und schafft unseren Kunden das bestmögliche Kundenerlebnis. Allen Vodafonern wünsche ich Erfolg und Freude bei den vor ihnen liegenden Aufgaben.
    Selbstverständlich stehe ich für eine geordnete Übergabe der Unternehmensführung bereit.


    Ich hoffe, Sie können meine Entscheidung verstehen und respektieren und bin
    mit freundlichen Grüßen und besten Wünschen


    Ihr
    Jens Schulte-Bockum

Schulte-Bockum, seit 2012 Vorsitzender der Geschäftsführung, war schon in der Vergangenheit unter Druck geraten - vor allem im Krisenjahr 2013/2014, dem schlimmsten in der Vodafone-Geschichte. Bereits damals erklärte ein langjähriger Vodafonemanager gegenüber der WirtschaftsWoche: „Sein Stuhl wackelt.“

Die zehn umsatzstärksten Telekomkonzerne der Welt

  • AT&T (USA)

    AT&T (USA)
    Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T Inc. war aufgrund seiner Monopolstellung in den USA und Kanada lange Zeit die größte Telefongesellschaft und Kabelfernsehbetreiber der Welt.
    Umsatz: 100 Mrd. Dollar

    Umsatz 2014, Werte gerundet; Quelle: Bloomberg

  • Verizon (USA)

    Verizon (USA)
    Das US-amerikanisches Telekommunikationsunternehmen Verizon Communications mit Hauptsitz in New York landet mit 96 Milliarden Dollar Umsatz im Geschäftsjahr 2014 auf Platz 2.
    Umsatz: 96 Mrd. Dollar

  • NTT (Japan)

    NTT (Japan)
    Die Nippon Telegraph and Telefone Corporation (NTT) ist in Japan der Marktführer unter den Telekommunikationsunternehmen. Mit 81 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014 ist das Unternehmen der drittumsatzstärkste Telekommunikationskonzern der Welt.
    Umsatz: 81 Mrd. Dollar

  • China Mobile (China)

    China Mobile (China)
    Nach Kundenzahl ist China Mobile Ltd. ist mit mehr als 815 Millionen Kunden (Stand: erstes Quartal 2015, eigene Angaben) der weltweit größte Mobilfunkanbieter der Welt. Im Geschäftsjahr 2014 erwirtschaftete das chinesische Unternehmen rund 79 Milliarden Dollar und landet damit auf Platz 4.
    Umsatz: 79 Mrd. Dollar

  • Deutsche Telekom (Deutschland)

    Deutsche Telekom (Deutschland)
    Die Deutsche Telekom AG ist eines der größten europäischen Telekommunikationsunternehmen. Mit über 150,5 Millionen Kunden (Stand: 2014, eigene Angaben) ist der Mobilfunk der größte Unternehmensbereich. Außerhalb Deutschlands bietet der Konzern Mobilfunkdienste in den USA, Großbritannien, den Niederlanden, Österreich, Tschechien, Ungarn, der Slowakei, Kroatien, Mazedonien, Montenegro, Griechenland, Rumänien und Polen an.
    Umsatz: 63 Mrd. Dollar

  • Telefónica (Spanien)

    Telefónica (Spanien)
    Das global agierende Telekommunikationsunternehmen Telefónica S.A. ist vorwiegend in Europa und Lateinamerika tätig, wo der Konzern vorwiegend unter der Marke Movistar auftritt. In Europa (außerhalb Spaniens) agiert Telefónica vor allem als O2. Auf dem spanischen Heimatmarkt und in Lateinamerika ist der Konzern Marktführer.
    Umsatz: 50 Mrd. Dollar

  • Softbank

    Softbank
    Die Softbank K.K. ist ein führender japanischer Telekommunikations- und Medienkonzern. Das Unternehmen ist vor allem im Bereich Telekommunikation tätig und verkauft damit einhergehend auch Mobilfunkgeräte und –Zubehör. Zum breiten Portfolio zählen aber auch die Entwicklung und Vermarktung von Online-Spielen, verschiedenen Internetdienstleistungen sowie Breitband-Technologien oder E-Commerce.
    Umsatz: 50 Mrd. Euro

  • Vodafone (Großbritannien)

    Vodafone (Großbritannien)
    Die Vodafone Group (ein Akronym aus voice, data und fone) ist ein international agierendes, britisches Mobilfunkunternehmen mit Hauptsitz in Newbury (Berkshire). Der Konzern ist auf fast allen europäischen Märkten präsent und erzielte einen Umsatz von 45 Milliarden Dollar im Geschäftsjahr 2014.
    Umsatz: 45 Mrd. Dollar

  • América Móvil (Mexiko)

    América Móvil (Mexiko)
    Das mexikanische Unternehmen mit Firmensitz in Mexiko-City ist mit 289 Millionen Kunden (Stand: viertes Quartal 2014, eigene Angaben) der größte Mobilfunkanbieter in Lateinamerika. Mit insgesamt 48 Milliarden Dollar Umsatz landet es weltweit auf Platz 8.
    Umsatz: 48 Mrd. Dollar

  • China Telecom

    China Telecom
    China Telecom Corp. Ltd. war einst ein staatseigener Monopolbetrieb und ist heute der größte Telekommunikationsanbieter in China. Mit 40 Milliarden Euro Umsatz im Geschäftsjahr 2014 landet die China Telecom auf Platz 10.
    Umsatz: 40 Mrd. Euro

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