Von Soft zu Service: Der Microsoft-Umbau ist ein Balanceakt

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KommentarVon Soft zu Service: Der Microsoft-Umbau ist ein Balanceakt

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Aus Microsoft soll ein "Microservice" werden.

von Matthias Hohensee

Microsoft-CEO Steve Ballmer baut den größten Softwarekonzern der Welt zu einem "Service und Geräte"-Unternehmen um und will mehr Einfluss auf die Hardware seiner Partner nehmen. Das birgt Konfliktpotential.

Die Energie von Microsoft-Chef Steve Ballmer ist legendär. Doch nun steckt der 57jährige in einer Mammutaufgabe, die selbst seine Kräfte überschreiten könnte. Ballmer baut den größten Softwarekonzern der Welt, den der Multimilliardär seit Januar 2000 führt, zu einem "Service und Geräte" Unternehmen um. Aus Microsoft soll ein "Microservice" werden. Deshalb die jüngste Management-Rochade. Da mit Windows 8 nun ein einheitliches Betriebssystem bereitsteht, das von Smartphones über Tablets, Notebook und Desktop-Computern alle möglichen Geräte antreiben kann, möchte Ballmer im nächsten Schritt stärker Einfluss auf die Hardware nehmen. Im Gegensatz zu Apple, das Hard-und Software aus einer Hand anbietet, lizensiert Microsoft seine Software an Hardware-Partner. Doch das frühere Erfolgsmodel ist durch steigende Komplexität angegriffen.

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Hinter vorgehaltener Hand beschweren sich Microsoft-Manager schon lange darüber, dass die Hersteller ihre Geräte besser auf Windows abstimmen könnten. Die Gescholtenen kritisieren  wiederum Microsofts Schwerfälligkeit.

Dass Microsoft selber leistungsfähige Hardware entwickeln kann, haben dessen Ingenieure mit der Spielkonsole Xbox und dem Tablet Surface bewiesen. Doch das Verhältnis zu langjährigen Partnern wie Acer, Lenovo und Hewlett Packard gilt seit dem Microsoft Tablet als gestört. Statt noch stärker in die Hardwareproduktion einzusteigen, propagiert Ballmer deshalb den engeren Schulterschluss. Vorbild ist die Allianz, die Microsoft mit Nokia geschlossen hat. Dabei nutzt der Handy-Hersteller nicht nur Microsoft Software, sondern auch dessen Internet-Dienste. Beide arbeiten eng mit der Entwicklung zusammen.

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Doch Ballmers Strategie löst nicht das Problem, dass Software- und Hardwarehersteller sich weiterhin bei Problemen gegenseitig den schwarzen Peter zuschieben können. Zum anderen lässt sich mit Hardware allein kaum noch Geld verdienen. Microsofts Partner müssen deshalb zwangsläufig selber stärker in Internet-Dienste einsteigen. Das birgt Konfliktpotential mit Microsoft.

Mit Googles Android steht eine Alternative bereit. Ballmer kann aus Microsoft nicht einfach ein Apple machen, ohne Marktanteile zu verlieren. Doch ob der von ihm praktizierte Balanceakt gelingt, ist fraglich. Seine Strategie ist weder Fisch noch Fleisch.

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