Werbung: Samsung wird zum Opfer im Schattenkrieg

Werbung: Samsung wird zum Opfer im Schattenkrieg

von Miguel Zamorano

Der koreanische Konsumelektronikhersteller Samsung gerät im iranisch-israelischen Schattenkrieg zwischen die Fronten: Eine App auf einem Galaxy Tab aktiviert in einem TV-Clip die Bombe in einer Nuklearanlage.

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Apps zum arbeiten, zum Zeit vertreiben und zum zerstören - über die unbezahlte Werbung kann sich Samsung derzeit nicht wirklich freuen.

Das Markenimage ist ein kostbares Gut. Es gibt Unternehmen, die stets darauf Wert legen, in bestimmen Werbeumfelder überhaupt erst nicht stattzufinden. Doch viele Firmen können oft nicht darüber verfügen, wie Film und Fernsehen mit ihren Markenprodukte umgehen.

Diese Erfahrung macht derzeit Samsung. Denn Samsung hat Ärger mit dem Iran. Der Grund: Der israelische Kabel-Sender Hot TV lässt in einem Werbeclip für die eigene TV-App ein ganzes Atomkraftwerk auf iranischem Boden in die Luft fliegen - mit dem Galaxy Tab von Samsung.

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Vier junge Israelis, als Frauen verkleidet, wollen in dem Clip eine Freundin im Iran besuchen. Auf dem Weg zu ihr kreuzen sich die Wege mit einem Agenten des israelischen Geheimdienstes, der gelangweilt mit seinen Fingern über ein Galaxy Tab wischt. "Was machst Du?", fragen die vier den Mossad-Agenten. "Ich schaue Hot TV", sagt dieser, "schaut her, mit der neuen Hot TV App". Einer der vier Israelis fragt: "Und was macht diese App?", und drückt dann auf den Bildschirm. Im gleichen Moment geht das Kraftwerk am Horizont in die Luft. Der Junge, der den Knopf gedrückt hat, sagt dann: "Was? Ist halt eine weitere mysteriöse Explosion im Iran…". Der Clip sorgte im Social Web für Furore.

Iranische Politikern fordern den Rauswurf von Samsung
Doch im Iran fanden das die Politiker alles andere als komisch. Die Politiker empfanden den Clip als beleidigend; es sei eine Frechheit, zu unterstellen, dass Israel in der Lage sei, solche Aktionen unbemerkt durchzuführen. Diese Befürchtung ist nicht unbegründet. Weil in letzter Zeit öfters iranische Atomforschungsanlagen auf mysteriöse Weise explodiert sind und Atomwissenschaftler auf offener Straße getötet wurden, verdächtigt der Iran den israelischen Geheimdienst Mossad hinter diesen Aktionen. Auch hinter dem Computervirus Stuxnet verdächtigt der Iran Hacker aus Israel und den USA. Stuxnet hatte in der Atomanlage von Natanz Ende 2009 knapp tausend Uranzentrifugen zerstört.

Nun gibt es erste Forderungen nach einem Produktboykott gegen Samsung. Ein Vorsitzender des Energieausschusses im iranischen Parlament brachte sogar den kompletten Bruch der wirtschaftlichen Beziehungen zu Südkorea ins Gespräch.

Auch eine Facebook-Gruppe wurde zwecks des Samsung-Boykotts eingerichtet. Allerdings hat die Seite nur knapp 80 Fans.

Die Samsung-Geschäftsstelle in Teheran sah sich darauf gezwungen, eine Stellungnahme zu veröffentlichen. Darin stellt das Unternehmen klar, dass der TV-Spot nicht von ihnen produziert wurde - sondern von Hot TV.

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