Werner knallhart: Apple Watch: Die Uhrenhersteller können einpacken

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kolumneWerner knallhart: Apple Watch: Die Uhrenhersteller können einpacken

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Kunden stehen im Apple-Store in München neben dem Logo des Unternehmens. Das Unternehmen hat den Spezialisten für Twitter-Analyse Topsy gekauft.

Kolumne von Marcus Werner

Ist die Apple Watch erstmal da, sind Armbanduhren mit Uhrwerk nur noch was für Sparfüchse, Nostalgiker und Zukunftsverweigerer. Noch so eine Branche, die den Fortschritt verschlafen hat.

Wo bleibt denn nun die Apple Watch? Bis vor kurzem hieß es bei Apple "Anfang 2015", nun nur noch "2015".

Ich kann es nicht abwarten, denn ich glaube: Das wird der neue große Wurf. Und das liegt an ein drei ganz simplen Kleinigkeiten. Dazu gleich.

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Erinnern wir uns an damals: Als das iPhone kam, gab es schon einige Smartphones. Ein Freund von mir hatte so eins. Eine Seele von Mensch. Um den aus der Ruhe zu bringen, brauchte es schon ein Samsung Omnia.

Dieses Telefon konnte man damals noch nicht mit dem Finger navigieren, sondern nur mit so einem popeligen Plastikstängel. Aber auch das war keine Freude. So sah ich meinen Freund einst auf seinem Sofa sitzen, roter Kopf, Ader am Hals, und kreischend mit dem Stängel auf das Display eindreschen: "Jetzt! Funktionier! End! Lich!"

Danach nutzte er das Omnia nur noch als Wecker.

Dann kam das iPhone. Und setzte Maßstäbe. Erster großer Vorteil: Es funktionierte. Und die Welt lernte etwas Neues kennen: Apps. Und Firmen wie Siemens und Nokia guckten blöd.

So ähnlich wird es jetzt wieder kommen. Wearables werden unser Leben wieder neu justieren. Allen voran die Smartwatch. Wenn erst einmal Apple vorlegt. Ich habe Apple oft für das Upper-Class-Brimborium kritisiert, jetzt schwärme ich mal von deren Gespür für die Menschen.

Wenn es so kommt, wie die Prototypen und das Marketing es versprechen, wird Apple wieder Maßstäbe setzen. Obwohl sie wieder mal nicht die Ersten sind. Samsung hat längst vorgelegt. Und auch Motorola, LG, HP und Neulinge wie Pebble.

Die meisten der bisherigen Modelle haben aber ein Problem: Entweder können sie fast nichts oder sie sehen nach nichts aus. Mitunter wirken sie von weitem, als hätte sich jemand eine Ritter Sport mit einem Fahrradschlauch ums Handgelenk geknotet.

Tester verzweifeln an der Konfiguration

Selbst bei genauerem Hinsehen wirken viele wie eine billige Digitaluhr aus den Achtzigern - mit ihren Ecken, Knöpfen und dem Plastikarmband. Ich habe mir als Kind mal so eine vom Grabbeltisch gekauft. Mit eingebautem Taschenrechner. 9 Mark oder so.

Und jetzt die neue Samsung Gear S. Samsung haut ja eine Smartwatch nach der anderen raus. Nun also die S. Mit Betriebssystem Tizen und: Sim-Karten-Steckplatz. Damit hat sie der Apple Watch schon jetzt etwas voraus. Die Uhr funktioniert im Alltag ohne Anbindung an ein Smartphone.

Doch bevor Sie applaudieren: Wollen Sie die Gear S konfigurieren, brauchen Sie eben doch ein kompatibles Samsung-Smartphone. Nicht jedes Samsung-Smartphone passt dazu. Und die Konfiguration hat es in sich. Tester berichten mitunter von langen, frustrierenden Erlebnissen. Ich sehe da schon meinen Freund Stefan kurz vorm Hirnschlag. Nein, nein. Für den ist sowas nichts.

Warum ich niemals eine Gear S tragen würde? Die Antwort steckt schon in der Frage. Weil man eine Smartwatch "trägt". Man hat sie nicht dabei wie ein Handy, den Geldbeutel und den Hausschlüssel, sondern sie ist ein Accessoire. Eine Armbanduhr ist ein Statement direkt am Körper. Und die Gear S ist knapp sechs Zentimeter lang. Seitenlänge, nicht Durchmesser! Eine Streichholzschachtel ist kleiner. Das Gear-S-Statement: Ich liebe Computer. Irgendwie zu nerdig, finden Sie nicht?

Die Apple Watch kommt in zwei Größen. 42 Millimeter oder gar nur 38. Das passt und das allein schon zeigt: Apple hat verstanden, was einem Uhrenträger die meiste Zeit nun wirklich herzlich egal ist: die Uhrzeit. Eine Armbanduhr wird als Zeitmesser pro Tag vielleicht 15 Sekunden genutzt. Die restlichen 23 Stunden, 59 Minuten und 45 Sekunden soll sie allen anderen zeigen, wie man selber tickt. Und dafür gibt es etliche Designs zur Auswahl.

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