exklusivWettbewerb: Bundesnetzagentur ermittelt gegen Telekom

28. April 2012
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Die Bundesnetzagentur ermittelt gegen die Deutsche Telekom wegen des Verdachts, gegen Wettbewerbsregeln zu verstoßen. Quelle: dpa
von Thomas Kuhn und Jürgen Berke

Der Deutschland-Chef der Telekom bekommt Ärger mit der Bundesnetzagentur. Sie prüft, ob der Konzern gegen Wettbewerbsregeln verstößt.

Ein so großes Sicherheitsproblem hatte die Deutsche Telekom selten zuvor. Bei Zehntausenden Kunden können Hacker offenbar trotz aktivierter Verschlüsselung auf Computer und Internet-Zugänge zugreifen. Wie das Fachmagazin „Heise.de“ enthüllt, ist es Hackern bei den Telekom-Routern Speedport W723V und W921V leicht möglich, sich mit den WLAN-Zugängen zu verbinden – selbst wenn der Nutzer die Möglichkeit in der Software abgeschaltet hat. Bis auf Weiteres empfiehlt die Telekom, bei den Geräten, die Brancheninformationen zufolge vom taiwanischen Hersteller Arcadyan stammen, den WLAN-Funk abzuschalten.

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Empfehlung oder Router-Zwang?

Noch brisanter ist, dass die Telekom offenbar versucht, ausgerechnet mit diesen zwei Routern den Wettbewerb bei Endgeräten zu umgehen. Das handelt Telekom-Deutschland-Chef Jan Niek van Damme nun Ärger mit der Bundesnetzagentur ein. Wie ein Behördensprecher bestätigt, prüft sie die Vorgaben des Konzerns an die Vertriebspartner. Sie vermutet Verstöße gegen das Gesetz über Funkanlagen und Telekommunikationseinrichtungen.

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Es gibt Kunden das Recht, zu entscheiden, welche Telefone oder Router sie mit ihren Telefonanschlüssen verbinden. Laut einem am 2. März vom Telekom-Vertrieb verschickten Schreiben, das der WirtschaftsWoche vorliegt, macht der Konzern Vertrieblern aber Vorgaben: Sie dürfen die zwei auf Internet-Technik basierenden Telekom-Anschlüsse „Call&Surf IP“ und „Entertain IP“ nur vermarkten, „wenn der Kunde den passenden Router bestellt oder bereits im Bestand hat“.

Passend seien die Speedport-Modelle W723V und W921V. Andernfalls „darf nur ein Standard- oder Universal-Anschluss angeboten werden“ – also ein Analog- oder ISDN-Anschluss. Die Telekom begründet dies mit ihrem „Qualitätsversprechen“: „Wir können den vollen Leistungsumfang eines IP-Anschlusses nur garantieren, wenn alle Komponenten optimal zusammenspielen.“ Bei Fremdgeräten könne sie das nicht.

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Nun drohen van Damme Schadensersatzklagen. Verursachen Hacker wegen der Sicherheitslücken Schäden, könnten Kunden dem Düsseldorfer Anwalt Tobias Strömer zufolge Ansprüche geltend machen, „wenn die Telekom schon zum Zeitpunkt des Verkaufs wusste oder hätte wissen können, dass die Geräte Mängel haben“.

Das dürfte laut einem Eintrag des Nutzers „Silencium“ im Online-Benutzerforum der Telekom der Fall gewesen sein: Er habe den Fehler im September 2011 bei einem Vorseriengerät entdeckt und die Telekom sofort informiert. Die Telekom behauptet, die Schwachstelle sei erst seit Kurzem bekannt, man habe umgehend gewarnt.

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Kommentare | 3Alle Kommentare
  • 29.04.2012, 09:03 UhrIch

    Zitat:
    Das dürfte laut einem Eintrag des Nutzers „Silencium“ im Online-Benutzerforum der Telekom der Fall gewesen sein: Er habe den Fehler im September 2011 bei einem Vorseriengerät entdeckt und die Telekom sofort informiert.
    Zitat Ende.

    Man beruft sich auf die Aussage EINES Forum-Users??? Das soll die ganze Recherche zu dem Thema sein?

    Der angesprochene Fehler war ein anderer und ist längst behoben.

  • 28.04.2012, 22:04 UhrMarcus

    Die Deutsche Telekom ist für mich der Größte Drecksladen den es gibt. Ich habe meinen Anschluss dort gekündigt, weil die TK es einfach nicht gebacken bekommen hat mir schnell und zuverlässig einen neuen Anschluss zu legen nach Umzug. Bin dann in einer Odysee des Wahnsinns gelandet, was die korrekte Abwickelung meiner Kündigung angeht.

    Aber es gibt auch positives zu vermelden, nämlich.

    An einem Mittwoch morgen habe ich dann die Schnauze voll gehat. Ich habe bei meinem Kabelanbieter angerufen (KabelBW, habe der Dame am Telefon meine Situation geschildert und dort dann gleich das Komplettpaket bestellt, 2 Telefonnummern 100Mbit Internet usw. gekündigt wurde der Anschluss auch gleich von KabelBW alles wahr gut. Noch an diesem Tag so kurz vor 16:30 bekam ich dann einen Anruf, das der Techniker EINEN TAG nach Anruf vorbeikommen würde um den Kabeelanschluss auf Internet umzurüsten. Der Techniker war Do. vor Ort, hat die Technik umgerüstet. Das Internet könne ich nun schon nutzen als Service von KabelBW bis zum Vetrgasanfang würden mir allerdings nur 2Mbit anstatt 100Mbit zur Verfügung stehen. Schliessen sie das Modem selbst an? Ich sagte ja und der nette Hr. liss mir SStecker und die benötigte Menge COAXKabel auch gleich vor Ort immerhin knapp 15m.

    So was nennt man Service und nicht dieser Bürokratiemist und dieses scheinheilige Rumgetue der Terrorkom.

  • 28.04.2012, 19:03 Uhrhubertd

    Das ist mal wieder typisch Telekom. Ich hatte ein ähnliches Problem mit meinem SDSL Anschluss. T-Com hat mir den Anschluss nicht verkauft, weil sie meinten die - eh schon niedrige - Bandbreite nicht gewährleisten zu können. Die Konkurrenz ging es lockerer an: wir probieren es, wenn es geht ist gut, wenn nicht machen wir den Vertrag rückgängig. Nun Fakt is es geht mehr als dreimal so schnell (und gut) als sich die T-Com selbst zutraute. Von daher frage ich mich schon schiesst man sich mit dem Qualitätsversprechen nicht selbst ins Knie?

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