Widerstand gegen Fusion: Zeitung: Telekom sucht nach einem „Plan B“

Widerstand gegen Fusion: Zeitung: Telekom sucht nach einem „Plan B“

, aktualisiert 01. Dezember 2011, 04:28 Uhr
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Das Telekom-Logo auf der Unternehmenszentrale in Bonn.

Quelle:Handelsblatt Online

Die Zeichen stehen schlecht für die geplante Fusion der US-Mobilfunktochter der Deutschen Telekom mit dem Branchenriesen AT&T. Nun erwägen die Partner offenbar eine kleine Lösung.

New YorkDie Deutsche Telekom baut vor. Weil die US-Regierung die Fusion ihrer Mobilfunktochter T-Mobile USA mit AT&T blockieren will, strickt der Bonner Konzern nun offenbar an einem „Plan B“. So sollen die beiden Firmen eigenständig bleiben, aber Teile ihrer Netze in ein Gemeinschaftsunternehmen einbringen, berichtet das „Wall-Street Journal" am Mittwochabend in seiner Onlineausgabe unter Berufung auf mit der Sache vertraute Personen.

Die Gespräche seien jedoch noch nicht weit fortgeschritten, heißt es in dem Bericht. Wegen des Widerstandes gegen die Fusion – unter anderem klagt das US-Justizministerium dagegen, würden die Firmen diese Pläne nun wohl doch einer genaueren Prüfung unterwerfen. Beide Unternehmen würden aber weiterhin für eine Genehmigung der Fusion kämpfen. Bei AT&T und T-Mobile war zunächst niemand für eine Stellungnahme zu erreichen.

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Die Deutsche Telekom und AT&T hatten die 39 Milliarden Dollar (aktuell 29 Mrd Euro) schwere Übernahme im März eingefädelt. Für beide geht es um viel: Die Telekom würde ein Sorgenkind loswerden und AT&T würde dringend benötigte neue Frequenzen bekommen. Das derzeitige Netz ächzt unter dem stetig steigenden Datenstrom der Smartphones.

Der Deal stieß jedoch von Beginn an auf Bedenken der Kartellwächter: Das US-Justizministerium klagte vor Gericht gegen die Übernahme; die Telekommunikationsbehörde FCC äußerte ebenfalls massive Kritik. T-Mobile ist der viertgrößte Mobilfunk-Anbieter in den USA. AT&T würde mit der Übernahme zur klaren Nummer eins vor Verizon Wireless. AT&T wirbt für das Geschäft mit dem Versprechen, neue Arbeitsplätze zu schaffen und den Kunden ein besseres Netz zu bieten.

Die Aufsichtsbehörde FCC stellte diese Versprechungen in einem jüngst veröffentlichten Bericht jedoch infrage. Wenn der Verkauf platzen würden und stattdessen tatsächlich ein Gemeinschaftsunternehmen geformt werden sollte, müsste T-Mobile wohl als eigenständiger Spieler auf dem Markt bleiben, um die Bedenken der Wettbewerbshüter zu zerstreuen. T-Mobile USA gilt als günstig im Vergleich zu den größeren Konkurrenten, was die Kartellwächter immer wieder betont hatten. Sie fürchten bei einer Übernahme höhere Preise für die Handynutzer. Denkbar wäre indes, dass T-Mobile und AT&T sich ihre teuren Netze teilen.

AT&T versucht derzeit aber vor allem, die Übernahmegenehmigung vor Gericht doch noch zu bekommen. Dabei müsste der US-Konzern eventuell Zugeständnisse machen. Nach Informationen von US-Medien steht AT&T in Kontakt mit kleineren Mobilfunkanbietern wie Leap Wireless, um Frequenzen oder Kunden an sie abzutreten.

Ein Scheitern der Übernahme könnte für AT&T teuer werden: Der US-Konzern müsste der Deutschen Telekom einen Ausgleich zahlen und Mobilfunk-Frequenzen abtreten. AT&T stellte bereits 4 Milliarden Dollar dafür zurück. Für die Telekom wäre dies allerdings nur ein schwacher Trost, denn es stünden über kurz oder lang milliardenschwere Investitionen in den Netzausbau an. T-Mobile USA kämpfte zuletzt mit einem Kundenschwund. Angesichts des massiven Widerstands der FCC zogen die Unternehmen den Genehmigungsantrag bei der Behörde vergangene Woche vorerst zurück. Das Justizministerium und die Konzerne treffen sich im Februar vor Gericht.

Quelle:  Handelsblatt Online
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