Wincor Nixdorf: Übernahme durch Diebold könnte größeren Stellenabbau nach sich ziehen

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Wincor Nixdorf: Übernahme durch Diebold könnte größeren Stellenabbau nach sich ziehen

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Ende einer Ära: Im Jahr 2004 ging Wincor Nixdorf an die Börse. Endet die Eigenständigkeit des Paderborner Unternehmens mit der Übernahme durch den US-Rivalen Diebold?

von Michael Kroker

Marktbeobachter sehen in der Übernahme des Paderborner Bankautomatenherstellers Wincor Nixdorf durch den US-Rivalen Diebold eine schlechte Nachricht für die deutsche IT-Branche - und vielleicht auch für die Belegschaft.

Das ging schnell: Wie am Wochenende bekannt wurde, steht der deutsche Hersteller von Bankautomaten und Registrierkassen Wincor Nixdorf nun doch vor der Übernahme durch den US-Rivalen Diebold: Dem Vernehmen nach wollen die Amerikaner 52,50 Euro pro Wincor-Aktie auf den Tisch blättern – ein Plus von fast 40 Prozent gegenüber dem Schlusskurs vom vergangenen Freitag. Damit ist das Angebot rund 1,7 Milliarden Euro schwer.

Noch Ende August hatte Wincor-Nixdorf-Chef Eckard Heidloff gegenüber der „WirtschaftsWoche“ beteuert, er wolle das Unternehmen mit Hauptsitz in Paderborn eigenständig halten. Mit einem bis 2018 laufenden Umbauprogramm wollte Heidloff die Abhängigkeit von der Gerätefertigung senken und das margenstärkere Software- und Dienstleistungsgeschäft ausbauen.

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Dabei helfen sollten Wettbewerber in den verschiedenen Märkten. „Es gibt Gespräche mit nahezu allen Anbietern über bestimmte Formen von Partnerschaften, das ist unser erklärtes Interesse“, sagte Heidloff seinerzeit gegenüber der „WirtschaftsWoche“. Die Pläne dürften nun passé sein.

Der Markt für Bankautomaten stagniert seit Langem

Wirklich überraschend kommt der neuerliche Vorstoß der Amerikaner nicht: Schließlich stagniert der Markt für Bankautomaten und elektronische Registrierkassen seit geraumer Zeit. Alle drei großen Anbieter, zu denen neben Wincor Nixdorf und Diebold der ebenfalls aus den USA stammende Marktführer NCR gehört, kämpfen gegen die andauernd schwache Nachfrage insbesondere bei den Banken. Das drückt auf die Preise und die Profitabilität.

Diebold verspricht sich von der Übernahme des ungefähr gleich großen Rivalen aus Deutschland offenbar größere Synergien, wie der satte Preisaufschlag zeigt. Branchenbeobachter sehen das ganz ähnlich: „Vor allem im Software- und Service-Geschäft hinken bisher beide Unternehmen dem Branchenprimus NCR hinterher“, sagt Werner Sülzer, unabhängiger IT-Berater aus Lindlar, der den Markt als ehemaliger Europachef von NCR wie seine Westentasche kennt. „Der Zusammenschluss könnte helfen, den Rückstand aufzuholen – allerdings nicht kurzfristig.“

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Dies bedeutet freilich auch: Wenn die Amerikaner mit der Übernahme von Wincor Nixdorf Synergien heben wollen, dürften diese vor allem im Abbau von redundanten Aktivitäten und Produkten liegen. Anders ausgedrückt: Der von Wincor-Nixdorf-Chef Heidloff angestoßene Abbau von 1100 der insgesamt 9000 Stellen bis zum Jahr 2018 dürfte nicht das Ende der Fahnenstange sein.

„Wenn Diebold der Käufer ist, ahnt man, wo der Abbau erfolgen wird – und es dürften mehr als die bereits angekündigten 1100 Stellen sein“, sagt ein Branchenkenner, der ungenannt bleiben will. „Dies ist keine gute Nachricht für die deutsche IT-Branche.“

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