Windows 10, Intel, Lenovo: PC-Markt erneut um rund ein Zehntel geschrumpft

Windows 10, Intel, Lenovo: PC-Markt erneut um rund ein Zehntel geschrumpft

Windows 10 und neue leistungsstarke Intel-Chips sollten eigentlich den jahrelangen Rückgang der PC-Verkäufe stoppen - doch im vergangenen Vierteljahr ging es weiter nach unten. Nur zwei Firmen konnten sich von dem Negativtrend absetzen.

Die Talfahrt des PC-Marktes geht ungebremst weiter. Die Marktforschungsfirma IDC errechnete für das erste Quartal einen Absatzrückgang von 11,5 Prozent auf 60,6 Millionen Notebooks und Desktop-Rechner. Der zweite große IT-Marktforscher Gartner kam auf ein Minus von 9,6 Prozent im Jahresvergleich. Mit 64,8 Millionen verkauften PCs sei der Absatz erstmals seit 2007 unter die Marke von 65 Millionen Geräte gefallen, betonte Gartner.

Alle Regionen seien von dem Abschwung betroffen gewesen, aber am härtesten habe es Lateinamerika getroffen, wo die Verkäufe um fast ein Drittel eingebrochen seien. Auslöser seien die wirtschaftlichen und politischen Turbulenzen in Brasilien gewesen, erklärte Gartner-Analystin Mikako Kitagawa. Insgesamt bremse der starke Dollar, der die Preise für Computer in vielen Ländern hochtreibe, weiterhin das Geschäft.

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Die Industrie hoffte zuletzt, mit dem Microsoft-System Windows 10 und im Herbst eingeführten neuen leistungsstarken Chips von Intel den Trend umzukehren. Die PC-Verkäufe sind seit Jahren unter Druck, weil Verbraucher und Unternehmen lieber zu Smartphones und auch Tablets greifen. Zugleich gibt es Wachstum bei extrem dünnen Notebooks und Kombi-Geräten, die als Tablet und Laptop benutzt werden können.

Das schwierige Smartphone-Geschäft von Microsoft und Nokia

  • Nokia verlor den Anschluss

    Nokia prägte einst den Handymarkt mit, doch dann verloren die Finnen den Anschluss. Beim Vormarsch der Smartphones taten sie sich schwer. Das Google-Betriebssystem Android und das iPhone von Apple setzen dem einstigen Marktführer zu.

  • September 2010

    Stephen Elop wechselt von Microsoft an die Nokia-Spitze.

  • Februar 2011

    Nokia gibt die eigene Smartphone-Software Symbian auf. Fortan setzten die Finnen für ihre Computerhandys auf das Microsoft-System Windows Phone. Zuvor hatte Google versucht, Nokia mit ins Boot der Android-Handybauer zu holen.

  • Juni 2012

    Elop kündigt an, 10.000 Arbeitsplätze bei Nokia zu streichen.

  • Mai 2013

    Das Geschäft mit den Windows-Smartphones kommt nicht in Gang. Deren Marktanteil liegt den Marktforschern von IDC zufolge bei 3,2 Prozent. Android-Handys kommen auf 75 Prozent.

  • September 2013

    Microsoft kündigt an, das Handy-Geschäft von Nokia für 3,79 Milliarden Euro kaufen zu wollen.

  • April 2014

    Kurz vor Abschluss des Verkaufs an Microsoft steckt Nokias Handygeschäft tief in den roten Zahlen. Im ersten Quartal verlor die Sparte 347 Millionen Euro.

  • Mai 2014

    Der Verkauf der Handy-Sparte an Microsoft bringt Elop Berichten zufolge als Ex-Nokia-Chef gut 24 Millionen Euro ein.

  • Juli 2014

    Microsoft kündigt den Abbau von 18.000 Stellen an. Mit 12.500 Jobs sind vor allem die Ex-Nokianer betroffen.

  • Juni 2015

    Das Geräte-Geschäft wird mit dem Windows-Bereich zusammengelegt. Stephen Elop verlässt Microsoft bereits wieder.

  • Juli 2015

    Microsoft kündigt den Abbau von weiteren 7800 Mitarbeitern an – vor allem im Handy-Geschäft. Der Konzern schreibt bis zu 7,6 Milliarden Dollar ab.

Die fünf großen Anbieter konnten auch bei Absatzrückgängen ihre Marktanteile allesamt steigern - dafür waren die Einbrüche bei kleineren Herstellern umso stärker. Branchenexperten warnen schon lange, dass der teure Dollar sie viel stärker unter Druck setze, weil sie schwerer gegensteuern könnten.

Der chinesische Konzern Lenovo blieb an der Spitze als größter Anbieter. Sein Marktanteil wuchs laut Gartner von 18,8 auf 19,3 Prozent - weil der Absatzrückgang mit 7,2 Prozent zwar hoch ausfiel, aber das gesamte Geschäft noch schneller schrumpfte. Hewlett-Packard folge mit dem kaum veränderten Marktanteil von 17,6 Prozent. IDC kam auf 20,1 Prozent für Lenovo und 19,2 Prozent für Hewlett-Packard.

Wie Windows wurde, was es ist

  • Windows 1.0

    Der Urahn des inzwischen meistgenutzten PC-Betriebssystems kam im November 1985 auf den Markt. Damals war Microsoft noch ein Außenseiter, während der Platzhirsch IBM und der Aufsteiger Apple den Kampf um den PC-Markt auszufechten schienen. Anfangs arbeitete sich Windows nur mühsam ins Geschäft – denn Microsoft verzichtete zunächst angesichts eines jahrelangen Patentstreits mit Apple auf grafische Bedienungselemente.

  • Windows 3.1

    Mit dieser Version lernte Windows 1992, Videos abzuspielen, bekam die ersten integrierten Spiele und neue Schriften. Die Grundansicht mit den überlappenden Fenstern und einem Desktop für Programm-Symbole blieb – mit einigen Design-Änderungen – lange erhalten.

  • Windows NT

    Parallel zu den Consumer-Versionen von Windows entwickelte Microsoft nach dem Scheitern des OS/2-Projektes mit IBM eine Windows-Version mit einem neuen Programm-Kern („Windows New Technology“). NT wurde mit Windows 2000 fortgeführt und ging später in Windows XP auf.

  • Windows 95

    Die radikale Erneuerung von 1995 brachte in Grundzügen das Windows, das heute praktisch jeder kennt. Unter anderem wurde der „Start“-Knopf mit dem Balken am unteren Bildschirmrand eingeführt. Nachdem nachträglich der Web-Browser Internet Explorer zum Windows-Grundpaket hinzugefügt wurde, setzte sich Microsoft zum Ärger der Wettbewerbshüter in diesem Bereich gegen den Pionier Netscape durch. Auf die Version folgten die kleineren Aktualisierungen Windows 98 und ME.

  • Windows XP

    2001 brachte Microsoft die bisher langlebigste Version seines Betriebssystems auf den Markt. Mit Windows XP wurden viele visuelle Effekte hinzugefügt, ebenso wie wichtige Funktionen wie etwa schneller Benutzerwechsel, eine integrierte Firewall für mehr Sicherheit und verbesserter Medienwiedergabe.

  • Windows 7

    Das Betriebssystem Windows Vista sollte XP verdrängen, wurde von den Nutzern aber weitgehend ignoriert. Die 2007 veröffentlichte Version bot zwar neue Bildschirmansichten, aber eine für viele Nutzer verwirrende Rechteverwaltung für Benutzerkonten. Erst mit der Vorstellung von Windows 7 im Oktober 2009 konnte Microsoft die Anwender wieder überzeugen.

  • Windows 8

    Mit Windows 8 rüstet sich Microsoft für den Wandel der Computer-Welt: Die neue Kacheloberfläche ist für Touchscreens ausgelegt und eignet sich damit auch für Tablet-Computer – äußerlich ähnelt das System damit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Microsoft stellte Windows 8 im Oktober 2012 vor. Gerade an der neuen Bedienung wurde jedoch schnell viel Kritik laut.

  • Windows 8.1

    Ein Update für Windows 8 kam im Oktober 2013 auf den Markt. Das kostenlose Windows 8.1 soll die größten Kritikpunkte an dem Vorgänger ausräumen. So können Nutzer direkt auf den Desktop starten und so die Kacheloberfläche umgehen. Zudem kehrt der Startknopf zurück, wenn auch nicht das klassische Startmenü.

  • Windows 10

    Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablets und Smartphones an. Das von Nutzern ersehnte Start-Menü kehrt auf den Desktop zurück. Am 29. Juli 2015 stellte der Softwaregigant das jüngste Betriebssystem vor. Ein Jahr lang war das Upgrade auf Windows 10 für Computer mit Windows 7 und 8.1 kostenlos. Was das neue System bringt und für welche Nutzer es sinnvoll ist, lesen Sie hier.

Dell liegt demnach bei über 14 Prozent. Laut IDC überholte Dell im US-Markt erstmals seit Mitte 2009 Hewlett-Packard, wenn auch nur knapp. Dell kam demnach auf 25,6 Prozent und Hewlett-Packard auf 25,3 Prozent.

Bei der Einschätzung zu Asus und Apple gehen die Marktforscher auseinander. Laut Gartner konnten als einzige in der Top 5 die Verkäufe steigern, Asus komme jetzt auf 8,3 Prozent des Marktes und Apple auf 7,1 Prozent. IDC hingegen errechnete für beide Rückgänge im Jahresvergleich und sieht Apple knapp vor Asus mit Marktanteilen von jeweils 7,4 und 7,2 Prozent.

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