Windows 10: Microsoft überrascht mit holografischer Brille

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Windows 10: Microsoft überrascht mit holografischer Brille

Windows 10 soll Smartphone, Tablet und PC zu einer Arbeits- und Unterhaltungsplattform verschmelzen. So weit, so gut. Doch Microsoft sorgte bei der Vorstellung der kommenden Windows-Generation auch für Überraschungen.

Wie ein Mantra wiederholen Microsoft-Manager, dass weltweit 1,5 Milliarden Menschen mit Windows arbeiten. Doch das beruht auf Erfolgen aus der Vergangenheit.

Längst ist der größte Softwarekonzern der Welt unter Druck geraten. Rivalen wie Apple, Google und Amazon führen dem PC-Platzhirschen vor, wie sich Arbeit und Unterhaltung in der Zeit von Mobilfunk und Internet verändern. Sie haben ihm teilweise nicht nur die Marktführerschaft, sondern längst auch die Technologieführerschaft abgenommen.

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Mit Windows 10 will Microsoft-CEO Satya Nadella das wieder rückgängig machen – und die Präsentation von neuen Funktionen der kommenden Windows-Generation und von neuen Produkte lässt deutlich erkennen, wie ernst es ihm damit ist.

Neues Betriebssystem Windows 10 bestimmt das Schicksal von Microsoft

Die Zukunft von Microsoft ist eng mit seinem Betriebssystem verknüpft. Floppt das neue Windows 10, wird es eng für den IT-Riesen aus Redmond.

Die Benutzeroberfläche von Windows 10. Quelle: AP

Da ist zum einen das starke Signal an alle Nutzer der zurzeit aktuellen Windows-Plattformen, dass sie innerhalb des ersten Jahres kostenlos auf Windows 10 upgraden können. Bislang kosteten neue Windows-Versionen im günstigsten Fall 30 Euro, meist aber auch mehr als 100 Euro.

Mit der neuen Preispolitik schwenkt Microsoft auf die Strategie von Apple und Google ein, neue Versionen ihrer Betriebssysteme preiswert oder gar kostenlos abzugeben. Nadella schafft damit die Chance, dass innerhalb von kürzester Zeit Windows 10 auf einen bedeutenden Marktanteil wächst, ja sogar schnell die Marktführerschaft als Desktop-Betriebssystem übernimmt – auch vor den älteren Windows-Versionen. Dieser Prozess dauert sonst Jahre.

Wie Windows wurde, was es ist

  • Windows 1.0

    Der Urahn des inzwischen meistgenutzten PC-Betriebssystems kam im November 1985 auf den Markt. Damals war Microsoft noch ein Außenseiter, während der Platzhirsch IBM und der Aufsteiger Apple den Kampf um den PC-Markt auszufechten schienen. Anfangs arbeitete sich Windows nur mühsam ins Geschäft – denn Microsoft verzichtete zunächst angesichts eines jahrelangen Patentstreits mit Apple auf grafische Bedienungselemente.

  • Windows 3.1

    Mit dieser Version lernte Windows 1992, Videos abzuspielen, bekam die ersten integrierten Spiele und neue Schriften. Die Grundansicht mit den überlappenden Fenstern und einem Desktop für Programm-Symbole blieb – mit einigen Design-Änderungen – lange erhalten.

  • Windows NT

    Parallel zu den Consumer-Versionen von Windows entwickelte Microsoft nach dem Scheitern des OS/2-Projektes mit IBM eine Windows-Version mit einem neuen Programm-Kern („Windows New Technology“). NT wurde mit Windows 2000 fortgeführt und ging später in Windows XP auf.

  • Windows 95

    Die radikale Erneuerung von 1995 brachte in Grundzügen das Windows, das heute praktisch jeder kennt. Unter anderem wurde der „Start“-Knopf mit dem Balken am unteren Bildschirmrand eingeführt. Nachdem nachträglich der Web-Browser Internet Explorer zum Windows-Grundpaket hinzugefügt wurde, setzte sich Microsoft zum Ärger der Wettbewerbshüter in diesem Bereich gegen den Pionier Netscape durch. Auf die Version folgten die kleineren Aktualisierungen Windows 98 und ME.

  • Windows XP

    2001 brachte Microsoft die bisher langlebigste Version seines Betriebssystems auf den Markt. Mit Windows XP wurden viele visuelle Effekte hinzugefügt, ebenso wie wichtige Funktionen wie etwa schneller Benutzerwechsel, eine integrierte Firewall für mehr Sicherheit und verbesserter Medienwiedergabe.

  • Windows 7

    Das Betriebssystem Windows Vista sollte XP verdrängen, wurde von den Nutzern aber weitgehend ignoriert. Die 2007 veröffentlichte Version bot zwar neue Bildschirmansichten, aber eine für viele Nutzer verwirrende Rechteverwaltung für Benutzerkonten. Erst mit der Vorstellung von Windows 7 im Oktober 2009 konnte Microsoft die Anwender wieder überzeugen.

  • Windows 8

    Mit Windows 8 rüstet sich Microsoft für den Wandel der Computer-Welt: Die neue Kacheloberfläche ist für Touchscreens ausgelegt und eignet sich damit auch für Tablet-Computer – äußerlich ähnelt das System damit dem Smartphone-Betriebssystem Windows Phone. Microsoft stellte Windows 8 im Oktober 2012 vor. Gerade an der neuen Bedienung wurde jedoch schnell viel Kritik laut.

  • Windows 8.1

    Ein Update für Windows 8 kam im Oktober 2013 auf den Markt. Das kostenlose Windows 8.1 soll die größten Kritikpunkte an dem Vorgänger ausräumen. So können Nutzer direkt auf den Desktop starten und so die Kacheloberfläche umgehen. Zudem kehrt der Startknopf zurück, wenn auch nicht das klassische Startmenü.

  • Windows 10

    Mit Windows 10 bietet Microsoft eine einheitliche technische Plattform für PCs, Tablets und Smartphones an. Das von Nutzern ersehnte Start-Menü kehrt auf den Desktop zurück. Am 29. Juli 2015 stellte der Softwaregigant das jüngste Betriebssystem vor. Ein Jahr lang war das Upgrade auf Windows 10 für Computer mit Windows 7 und 8.1 kostenlos. Was das neue System bringt und für welche Nutzer es sinnvoll ist, lesen Sie hier.

Dass die neue Version auch für Smartphones kostenlos kommt, wird den bislang mageren Marktanteil von meist unter zehn Prozent kaum verändern – doch in der Verbindung mit Windows 10 auf dem Desktop könnte Microsoft hier deutlich zugewinnen. Mit der schnellen Verbreitung von Windows 10 auf Notebooks und PCs einschließlich Xbox One könnte das Betriebssystem quasi im Schlepptau auch in den Tablet- und Smartphone-Bereich hineinwachsen.

Den Umsatz muss die „Kostenlos-Strategie“ nicht wesentlich drücken, weil viele Anwender ein neues Windows sonst meist nur mit einem neuen Computer kaufen, und für den wird Microsoft weiterhin seine Lizenzgebühr vom Hersteller verlangen.

Wer in Deutschland den Markt dominiert

  • Betriebssysteme Desktop

    Windows 7: 51,92 Prozent
    Windows XP: 6,12
    Windows 8.1: 14,15
    Windows 8: 3,08 Prozent
    Mac OS X: 8,44
    Windows Vista: 2,9 Prozent
    iOS: 5,08 Prozent
    Linux: 2,4 Prozent


    Stand: November 2014
    Quelle: Statista

  • Betriebssysteme Smartphone

    Android: 70,1
    iOS: 21,4
    Windows: 7,1 Prozent
    Blackberry: 0,6 Prozent

  • Browser

    Firefox: 41,7 Prozent
    Chrome: 26, 27 Prozent
    Internet Explorer: 15,94 Prozent
    Safari: 10, 1 Prozent
    Opera: 2,57 Prozent

Nadella setzt voll auf den Massenerfolg von Windows 10. Bei Windows 8 ist Microsoft der nicht gelungen. Zu viele Anwender kritisierten die neue Benutzeroberfläche, die für die Touch-Bedienung optimiert war. Erst mit der Einführung von Windows 8.1 konnte die zögerliche Verbreitung des neuen Betriebssystems teilweise überwunden werden.

Bei Windows 10 soll das nicht passieren, denn hier rückt Microsoft die gewohnte Bedienung mit Tastatur und Maus sowie die neuere Touch-Bedienung näher zusammen. Der Anwender soll selbst entscheiden, wie er arbeiten will. Windows 10 gibt ihm dabei nur Entscheidungshilfen.

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