"Wirtschaft Digital": Deutsche Wirtschaft holt bei Digitalisierung auf

"Wirtschaft Digital": Deutsche Wirtschaft holt bei Digitalisierung auf

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Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) spricht am Mittwoch in Berlin während des Kongresses der CDU/CSU-Bundestagsfraktion zur Digitalisierung in der Wirtschaft.

Die deutsche Wirtschaft hat bei digitalen Anwendungen Luft nach oben. Das zeigt eine Studie des Wirtschaftsministeriums. Keine Überraschung: Die IT-Branche weist den höchsten Digitalisierungsgrad auf.

Die Unternehmen in Deutschland haben einer Studie zufolge bei der Digitalisierung deutlichen Nachholbedarf. Die Zahlen zeigten, dass noch Luft nach oben sei, sagte Wirtschaftsstaatssekretär Matthias Machnig bei der Präsentation des Monitoring-Reports "Wirtschaft Digital" am Freitag in Berlin. Zwar zeige der Trend nach oben, doch der Rest der Welt schlafe nicht. Die deutsche Wirtschaft müsse daher zulegen. Dem Bericht zufolge erreicht der Digitalisierungsgrad der gewerblichen Wirtschaft 49 von 100 möglichen Punkten. Das Tempo sei verhalten und führe bis 2020 zu einem Ausbau auf 56 Indexpunkte, heißt es in der von TNS Infratest und dem ZEW Mannheim erstellten Studie.

Wegbereiter seien die Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) sowie die Internetwirtschaft. Dennoch landen sie im internationalen Vergleich der zehn führenden digitalen Volkswirtschaften mit 53 von 100 möglichen Punkten gerade im Mittelfeld (Platz 6).

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Auf welche Bereiche wirkt sich die Digitalisierung im Arbeitsalltag aus?

  • Eigenständigkeit in der Arbeit

    47 Prozent der Umfrageteilnehmer gaben an, dass sich die Digitalisierung positiv auf das eigenständige Arbeiten auswirkt. 37 Prozent spüren keine Auswirkung, zehn Prozent beklagen negative Einflüsse.

     

    Quelle: Edenred-Ipsos-Barometer 2015, "Wohlbefinden & Motivation der Arbeitnehmer"

  • Zusammenarbeit unter den Teams

    45 Prozent sagen, dass die Digitalisierung die Zusammenarbeit verbessert, 13 Prozent sehen eine Verschlechterung.

  • Lebensqualität bei der Arbeit

    43 Prozent spüren einen positiven Einfluss der Digitalisierung auf ihre Lebensqualität im Job, 36 Prozent merken gar keine Veränderung und 15 Prozent spüren negative Einflüsse auf die Teamarbeit.

  • Qualität der Kundenbeziehungen

    Die Zusammenarbeit mit Kunden verbessert sich laut 42 Prozent der Befragten. Neun Prozent sehen hier eine Verschlechterung.

  • Gestaltungsfreiheit und Innovationsmöglichkeiten

    Eine Verbesserung durch die Digitalisierung erleben 41 Prozent, elf Prozent beklagen negative Einflüsse.

  • Kompetenzen

    43 Prozent sagen, dass die Digitalisierung an den Kompetenzen nichts verändert hat. 40 Prozent sehen einen positiven Einfluss und acht Prozent einen negativen.

  • Arbeitsmotivation

    40 Prozent fühlen sich durch die Digitalisierung bei der Arbeit motivierter, bei elf Prozent sehe es durch die Digitalisierung schlechter aus mit ihrer Motivation. Für 43 Prozent hat sich durch die Digitalisierung nichts an ihrer Motivation verändert.

  • Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben

    Dank der Digitalisierung können 34 Prozent der Befragten berufliches und privates leichter vereinen. Bei 16 Prozent ist es dagegen schwieriger geworden, beides unter einen Hut zu bekommen. 42 Prozent spüren keine Veränderung.

  • Führungskräfteverhalten

    Bessere Chefs dank Digitalisierung? Keine Veränderung bemerkten 42 Prozent. Einen positiven Einfluss glauben 28 Prozent bei ihren Vorgesetzten bemerkt zu haben, eine Verschlechterung beklagten 28 Prozent.

An der Spitze stehen die USA, gefolgt von Südkorea. In Deutschland gelten die Finanz- und Versicherungsdienstleister als überdurchschnittlich digitalisiert. Der Handel sowie die Energie- und Wasserversorgung bewegen sich im Mittelfeld.

Maschinenbau holt auf

Unterdurchschnittlich digitalisiert sind der Erhebung zufolge die Bereiche Verkehr und Logistik sowie die Pharma- und Chemiebranche. Auch der Maschinenbau fällt darunter, er zeigt aber ein hohes Aufholtempo. Stark unter dem Durchschnitt liegen die Einrichtungen im Gesundheitswesen sowie der Fahrzeugbau.

So haben sich Unternehmen auf die Digitalisierung vorbereitet

  • 34 Prozent

    Mehr als in Drittel aller Unternehmen bereitete sich durch digitales Management der Personalverwaltung vor. In der Studie waren Mehrfachnennungen möglich

     

    Quelle: Edenred-Ipsos-Barometer 2015, "Wohlbefinden & Motivation der Arbeitnehmer"

  • 28 Prozent

    An zweiter Stelle steht die Virtualisierung der Arbeitsplätze (28 Prozent), etwa durch virtuelle Desktops oder eine Ausstattung für Telefonkonferenzen.

  • Je 25 Prozent

    Den dritten Platz teilen sich zwei Maßnahmen: die Einrichtung eines sozialen Firmennetzwerks sowie das Angebot von E-Learning (jeweils 25 Prozent).

  • 18 Prozent

    18 Prozent der Unternehmen trafen Vereinbarungen zur Telearbeit

  • 16 Prozent

    16 Prozent der befragten Unternehmen haben an ihrer Webseite gearbeitet.

  • 13 Prozent

    13 Prozent der Unternehmen haben sonstige Maßnahmen ergriffen

  • Fünf Prozent

    Fünf Prozent der Unternehmen haben eine "BYOD" (bring your own device) Politik eigeführt.

  • 33 Prozent

    Ein Drittel der befragten unternehmen gab an, keine der aufgeführten Maßnahmen zur Vorbereitung auf die Digitalisierung umgesetzt zu haben

Mit mehr als 92.000 Unternehmen und mehr als einer Million Erwerbstätigen sei die IKT-Branche ein bedeutender Zweig der deutschen Wirtschaft, erklärte das Wirtschaftsministerium, in dessen Auftrag die jährliche Studie erstellt wird. Investitionen in Höhe von 15,8 Milliarden Euro 2014 trügen maßgeblich zum Wachstum der Gesamtwirtschaft bei. Mit einem Anteil von 4,6 Prozent an der gewerblichen Wertschöpfung liegt sie vor der Traditionsbranche Maschinenbau (4,4 Prozent) und knapp hinter dem Fahrzeugbau (5,3 Prozent).

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