Xiaomi: Smartphone-Überflieger stellt internationales Wachstum zurück

Xiaomi: Smartphone-Überflieger stellt internationales Wachstum zurück

Xiaomi war im vergangenen Quartal in die Top 3 der weltgrößten Smartphone-Anbieter gestürmt. Nun schaltet der chinesische Anbieter bei der Eroberung neuer Märkte einen Gang tiefer.

Der Smartphone-Aufsteiger Xiaomi bremst seine internationale Expansion. Die chinesische Firma wird in diesem Jahr in nur fünf statt der ursprünglich geplanten zehn Länder gehen. Zunächst wolle Xiaomi die Produktionskapazität ausbauen, sagte der zuständige Manager Hugo Barra der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. So sollen in einem bis zwei Jahren Smartphones auch in Indien und Brasilien gebaut werden. Xiaomi setzt dafür auf den Auftragsfertiger Foxconn, der vor allem als Hersteller von Apple-Geräten bekannt ist.

Xiaomi

  • Das Unternehmen

    Xiaomi wurde 2010 gegründet und ist heute der Marktführer im Smartphone-Markt in China – vor Samsung.

  • Der Name

    Xiaomi heißt übersetzt Hirse – wortwörtlich „Kleiner (Xiao) Reis (Mi).“ Im übertragenden Sinn soll das Reiskorn dafür stehen, dass sie klein anfangen haben.

  • Die Hardware

    Xiaomi setzt auf High-End-Bauteile verschiedener Hersteller. Die Prozessoren liefert Qualcomm, einer der ersten Investoren des Unternehmens.

  • Die Software

    Xiaomi-Geräte werden mit einer angepassten Version des Mobilbetriebssystems Android ausgeliefert. Neben einer alternativen Oberfläche enthält das Miui benannte System extra entwickelte Anwendungen.

  • Die Zahlen

    Seit der Gründung ist Xiaomi um 135 Prozent gewachsen. 2015 verkaufte der Gerätehersteller weltweit 71 Millionen Smartphones – das Unternehmen hatte allerdings einen Absatz von 100 Millionen Geräten erwartet.

  • Die Mitarbeiter

    Xiaomi beschäftigt 8.000 Mitarbeiter – davon sind 3.000 bis 4.000 Angestellte Entwickler.

Xiaomi, erst 2010 gegründet, wurde vor allem mit dem Erfolg im riesigen chinesischen Heimatmarkt groß. Die Firma verkauft technisch hochgerüstete Smartphones mit dem Google-System Android günstiger als viele etablierte Konkurrenten über das Internet. Inzwischen startete Xiaomi in weiteren Ländern wie Indien und Indonesien. Pro Woche bringe man aktuell 200 000 Geräte nach Indien, sagte Barra in dem Bloomberg-Interview. Damit wäre Xiaomi bereits einer der größten Anbieter in dem Land. Die Expansion nach Brasilien, Russland, Thailand, Mexiko und die Türkei wurde hingegen zunächst zurückgestellt.

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Weitere Artikel

Nach Berechnungen der Analysefirma IDC war Xiaomi im vergangenen Quartal die Nummer drei im weltweiten Smartphone-Geschäft mit 17,3 Millionen abgesetzten Geräten und einem Marktanteil von 5,3 Prozent. Im Oktober holte sich allerdings der weltgrößte PC-Hersteller Lenovo den dritten Rang mit dem Abschluss der Übernahme des US-Anbieters Motorola wieder zurück.

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