Yahoo: Rückschlag bei Sanierung – Werbedeal mit Google

Yahoo: Rückschlag bei Sanierung – Werbedeal mit Google

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Yahoo-Chefin Marissa Mayer.

Yahoo hat weiter zu kämpfen: Umsatz und Gewinn verfehlten im dritten Quartal die Experten-Erwartungen. Ein neuer Deal mit Google und neue Geschäftsfelder sollen helfen.

Yahoo -Chefin Marissa Mayer muss bei ihren Sanierungsplänen erneut einen Rückschlag hinnehmen. Im Kerngeschäft mit Online-Anzeigen habe der US-Konzern "weiter mit Gegenwind zu kämpfen", erklärte Mayer am Dienstag nach der Vorstellung der Unternehmenszahlen. Umsatz und Gewinn des Internet-Pioniers blieben dabei hinter den Erwartungen der Analysten zurück. Zwei Lichtblicke gab es: In den Geschäftsfeldern, die für Yahoo die Wende bringen sollen, stieg der Umsatz um mehr als 40 Prozent. Zudem gab der Konzern einen neuen Anzeigen-Deal mit Mayers ehemaligem Arbeitgeber Google bekannt. Trotzdem lag die Aktie im nachbörslichen Handeln 1,6 Prozent im Minus.

Im dritten Quartal stieg der Umsatz zwar um 6,8 Prozent auf 1,23 Milliarden Dollar. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt allerdings mit 1,26 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn schrumpfte auf 76,3 Millionen Dollar, während vor einem Jahr noch 6,77 Milliarden Dollar in den Büchern standen. Allerdings stammten allein 6,3 Milliarden Dollar des damaligen Geldregens im Zusammenhang mit dem Börsengang des chinesischen Onlinehändlers Alibaba. Ohne Sonderposten lag der Gewinn jetzt bei 15 Cent je Aktie, während die Experten 17 Cent angepeilt hatten.

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Hier dominiert Google nicht den Suchmaschinenmarkt

  • China

    Auf dem chinesischen Markt hat Google nicht fußgefasst. Mit einem Anteil von 0,37 Prozent steht es sogar hinter Bing zurück. Marktführer in China ist Baidu mit 56 Prozent des Markts, gefolgt von Qihoo 360, die 29 Prozent halten.

  • Südkorea

    Auch in Südkorea hat Google einen schlechten Stand. Nicht einmal zwei Prozent der Marktanteile kann Google auf sich vereinigen. Naver dominiert mit 77 Prozent der Anteile den Markt. Navers stärkster Konkurrent ist die lokale Suchmaschine Daum, die 18,8 Prozent inne hat.

  • Russland

    In Russland muss Google sich aktuell mit rund 30 Prozent des Markts zufrieden geben. Marktführer ist die russische Suchmaschine Yandex, die 60 Prozent der Marktanteile auf sich vereinnahmt. Dritt stärkste Macht in Russland ist Mail.ru, die sieben Prozent der Marktanteile haben.

  • Tschechien

    Da Google für den tschechischen Markt keine Zahlen veröffentlicht, ist nicht klar, wer Marktführer ist. Fest steht, dass die tschechische Suchmaschine Seznam bis 2010 den tschechischen Markt dominierte. Google hatte damals nur 20 Prozent der Marktanteile inne. Seznam beansprucht die Marktführerschaft bis heute. Branchenkenner schätzen Seznams Anteile zwischen 40 und 60 Prozent – Googles ebenfalls.

Für das vierte Quartal geht Yahoo von einem Umsatz in der Spanne von 1,16 Milliarden bis 1,20 Milliarden Dollar aus. Hier erwarten die Analysten mit 1,33 Milliarden Dollar eigentlich mehr. Diese Prognose "steht nicht für die Leistung, die wir erreichen wollen", erklärte auch Mayer. Nach teuren Zukäufen hat sie eine Rückkehr des Unternehmens zu seinem Kerngeschäft Online-Werbung eingeleitet.

Yahoo setzt dabei unter anderem auf Anzeigen in Sozialen Netzwerken und dem mobilen Sektor. Die von Mayer unter dem Schlagwort "Mavens" (eng. "Experten") zusammengefassten Sparten trugen im abgelaufenen Quartal 422 Millionen Dollar zum Umsatz bei, ein Anstieg von 43 Prozent.

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Marissa Mayer, Vorstandschef beim Internetpionier Yahoo Quelle: AP

Allerdings kämpft Yahoo auf dem Werbemarkt gegen mächtige Rivalen wie Google und Facebook. Die Yahoo-Aktie hat in diesem Jahr mehr als ein Drittel ihres Wertes verloren. Unter dem Druck der Aktionäre plant Yahoo den Verkauf seiner 15 Prozent an Alibaba. Mayer erklärte, trotz der möglichen Steuerbelastung könne das Geschäft im Januar abgeschlossen werden. Das Paket dürfte etwa 27 Milliarden Dollar Wert sein.

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