Yahoo-Zahlen enttäuschen: Für Yahoo wird Alibaba zum Rettungsring

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Yahoo-Zahlen enttäuschen: Für Yahoo wird Alibaba zum Rettungsring

von Matthias Hohensee

Stagnierender Umsatz, steigende Kosten und all das auch noch in einem Wachstumsmarkt – Yahoo enttäuscht weiterhin. Dass die Aktie nicht abrutscht, hängt allein mit der Beteiligung am chinesischen Internet-Hoffnungsträger Alibaba zusammen.

Yahoo-Chefin Marissa Mayer hatte schon im Sommer wohlweislich vorgewarnt, in diesem Jahr keine Wachstumssprünge bei dem von ihr seit Mitte Juli 2012 geführten Unternehmen zu erwarten. Insofern waren die Quartalszahlen, die Mayer und ihr Finanzchef Ken Goldman am Dienstagnachmittag vom Fernsehstudio im kalifornischen  Hauptsitz Sunnyvale präsentierten, keine Überraschung. Der Yahoo-Umsatz ist im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent auf 1,08 Milliarden Dollar gefallen. Der operative Gewinn ging um 39 Prozent auf 93 Millionen Dollar zurück. Klammert man die außerordentlichen Gewinne aus Anteilsveräußerungen aus, ist der Profit gegenüber dem Vorjahresquartal um 13 Prozent gefallen.

Mit anderen Worten: Yahoo ist immer noch eine Turnaround-Story. Seine Umsätze stagnieren weiterhin oder gehen leicht zurück, während die Ausgaben steigen. Wie gut die Strategie der langjährigen Google-Managerin ist, muss sich erst noch zeigen. Auch, wann sich der umstrittene 1,1 Milliarden Kauf des Blog-Netzwerks Tumblr im Mai in den Umsätzen niederschlägt.

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Mayer investiert derzeit viel Geld, um Produkte wie die Homepage, Yahoo Mail, Flickr und Yahoos Wetterdienste aufzuhübschen. Ihre Strategie ist, in die Kernprodukte zu investieren und damit die bestehende Klientel zu halten und neue Nutzer anzuziehen. Während die Wetter-Apps von Yahoo weithin gelobt werden, sind viele Nutzer über das neue Erscheinungsbild von Yahoo Mail verärgert. Allerdings wird Yahoo stärker als früher wahrgenommen. Die Besucherzahl ist seit Mayers Antritt vor 15 Monaten um etwa fünfzehn Prozent auf jetzt etwas über 800 Millionen weltweite Besucher monatlich gestiegen. Was sich in den Werbeumsätzen allerdings nicht widerspiegelt.

„Es braucht etwas Zeit, bis sich unsere Bemühungen in Umsätzen niederschlagen“, bat Mayer am Dienstag um Geduld. Viel Zeit ist allerdings nicht. Denn der Kampf um Werbegelder ist noch härter geworden. Zwar ist Online-Werbung weiterhin ein Wachstumsgeschäft, aber die Preise für Anzeigen sind wegen des Überangebots an Werbeflächen im Sinkflug.

Vor allem Google und Facebook machen Mayer im Geschäft mit Banneranzeigen zu schaffen, was sich in Marktanteilsverlusten für Yahoo bemerkbar macht. Mit dem anstehenden Börsengang von Twitter reift ein neuer Konkurrent heran, der sein Geschäft erheblich ausbauen muss. Der Yahoo-Umsatz ging bei Banneranzeigen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um sieben Prozent auf 421 Millionen Dollar zurück. Beim Geschäft mit suchbasierten Anzeigen konnte Yahoo leicht um drei Prozent auf 426 Millionen Dollar zulegen.

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Auch für den Rest des Jahres sieht Mayer keine Besserung beim Umsatz und schraubte vorsorglich die Erwartungen für das vierte Quartal – traditionell das stärkste bei Internet-Werbung – nochmal runter. Jedes normale Unternehmen wäre nach Vorlagen solcher Zahlen – vor allem in einem Wachstumsmarkt – böse abgestraft worden. Doch Yahoo hat mit seiner Beteiligung an dem chinesischen Internet-Star Alibaba einen besonderen Sesam. Das Yahoos Aktie trotzdem seit Mayers Amtsantritt von 15 Dollar auf  34 Dollar gestiegen ist und am Dienstag nach Börsenschluss sogar leicht um ein Prozent zulegte, hängt mit den Spekulationen über den Verkauf der 24 Prozent zusammen, die Yahoo immer noch an Alibaba hält. Deren Wert wird auf bis zu 24 Milliarden Dollar geschätzt. Yahoos Börsenwert beträgt wiederum 34 Milliarden Dollar. Der „Sesam öffne dich“ wird für Mayer deshalb zum „Sesam, rette mich“.

Yahoo-Finanzchef Goldmann gab außerdem bekannt, dass Yahoo wohl in einem möglichen Börsengang von Alibaba weniger Aktien verkaufen muss, als ursprünglich geplant. Für Yahoo sind das gute Nachrichten, wenn die Alibaba-Aktie nach dem Börsengang tatsächlich zulegt und weiterhin profitabel arbeitet.

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