Yen-Höhenflug: Sony gibt Geschäftsjahr schon verloren

Yen-Höhenflug: Sony gibt Geschäftsjahr schon verloren

, aktualisiert 02. November 2011, 10:02 Uhr
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Fernseher der Marke Sony in einem Geschäft in Tokio.

von Jan KeuchelQuelle:Handelsblatt Online

Das Geschäft mit Fernsehern bereitet den Japanern große Probleme. Der starke Yen verschärft die Probleme. Jetzt tritt das Management auf die Bremse - und kürzt die Prognose für das laufende Geschäftsjahr drastisch.

TokioSony, Hersteller von so bekannten Produkten wie der Spielkonsole Playstation und Bravia-Fernsehern, stehen harte Zeiten bevor. Bei der Vorstellung der Zahlen für das zweite Quartal des laufenden Geschäftsjahres musste der japanische Elektronikgigant nicht nur ein ordentliches Minus bekannt geben, sondern gleich das gesamte Geschäftsjahr aufgeben.

Sony erwartet für das am 31. März 2012 endende Jahr Nettoverluste von 90 Milliarden Yen (836 Millionen Euro). Zuvor war das Unternehmen aus Tokio noch von einem Gewinn von 60 Milliarden Yen ausgegangen. Nun ruhen alle Augen auf Kazuo Hirai, Chef von Sonys Verbraucherelektronik-Geschäft, der als Nachfolger von Noch-Boss Howard Stringer gehandelt wird. Es wird erwartet, dass er Sony eine neue Strategie verordnet.

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Die hat das Unternehmen bitter nötig. Der Nettoverlust im zweiten Quartal betrug 27 Milliarden Yen im Vergleich zu einem Gewinn von 31,1 Milliarden Yen im Vorjahreszeitraum. Der Umsatz rutschte um 9,1 Prozent ab auf 1,57 Billionen Yen. Als Gründe für diesen Einbruch nannte Sony vor allem ein seit Jahren schwaches TV-Geschäft. Die TV-Division allein fuhr 41 Milliarden Yen ein, so Firmensprecher Shiro Kambe.

Hinzu kamen die Flut in Thailand mit ihrer Auswirkung auf das Kamera-Business sowie der Höhenflug des Yen, der derzeit allen japanischen, auf den Export fixierten Unternehmen schwer zu schaffen macht. Ein starker Yen verteuert die Produkte im Ausland und reduziert den dort erzielten Gewinn beim Rücktransport ins Inland. Die Kurs-Sprünge seien nicht mehr aufzufangen gewesen, sagte Finanzvorstand Masaru Kato. „Wenn der Wechselkurs sich so plötzlich bewegt, ist es schwierig, das auszugleichen“.

Kazuo Hirais Schicksal als künftiger Sony-Boss wird deshalb damit verknüpft sein, ob er in der Lage ist, den taumelnden einstigen Vorzeige-Konzern aus der Krise zu führen. Stringer will noch ein Jahr weiter machen, für die Zeit danach gibt es keine klare Aussage. Im TV-Geschäft steuert Sony auf das achte Jahr in Folge mit Verlusten zu. Sonys Aktienkurs ist in diesem Jahr um 46 Prozent abgerutscht. Das Unternehmen ist eingeklemmt von dem südkoreanischen Konkurrent Samsung und dem US-Wettbewerber Apple.

Hirai soll die Abkehr aus dem TV-Geschäft sowie die Fokussierung auf das boomende Business mit Mobiltelefonen, vor allem Smartphones, gelingen. Ein klares Zeichen für diesen Wandel ist das in der letzten Woche bekannt gegebene Herauskaufen der Schweden von Ericsson aus dem gemeinsamen Handy-Unternehmen, um die Geräte klarer auf Sonys Strategie, einer Verknüpfung von Spielesparte und Smartphones, zurechtzuschneidern.

Sony steigt zudem aus dem gemeinsamen Joint Venture mit Samsung aus zum Bau von LCD-Fernsehern. Zusammen mit Hitachi, Toshiba und einer staatlichen Agentur will Sony zugleich ein Joint Venture namens „Japan Display“ gründen, dass die Operationen der Unternehmen im Bereich kleiner Bildschirme kostengünstig bündelt.

Stringer und Hirai sind dabei unter erheblichem Druck, denn ihr Unternehmen ist nicht das einzige, das sich auf den Smartphone-Markt stürzt. Gestern gab einer der großen Rivalen auf dem Heimatmarkt, Panasonic, bekannt, die Präsenz im Geschäft mit TV-Geräten und Displays deutlich zu reduzieren. Auch Sharp und Hitachi haben ähnliche Umstrukturierungen verkündet. Sie alle leiden unter dem von Samsung entfachten Preiskampf in diesem Business, der die Südkoreaner selbst mittlerweile in die Verlustzone im TV-Geschäft getrieben hat.

Quelle:  Handelsblatt Online
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