Zu viele Web-Muffel: Die gravierenden Probleme von Google

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Zu viele Web-Muffel: Die gravierenden Probleme von Google

von Michael Kroker und Matthias Hohensee

Nicht nur die US-Kartellbehörden machen Druck. Der Gigant muss auch um Geschäft im mobilen Internet fürchten. Und das, obwohl sein Smartphone-Betriebssystem Android boomt.

Google-Chairman Eric Schmidt ließ die Sensation eher am Rande fallen. „Aktuell schalten wir 1,3 Millionen Android-Handys für die Nutzung frei – und zwar jeden Tag“, jubelte der Oberaufseher des US-Internet-Riesen kürzlich auf einer Veranstaltung in New York. Damit schafft das Betriebssystem Android, das Google für Smartphones kreierte, laut den jüngsten Zahlen des US-Marktforschungshauses Gartner einen Marktanteil von über 60 Prozent. Das ist dreimal so viel, wie Apple mit dem Kultgerät iPhone schafft.

Wiederholt Google damit nun auch im mobilen Internet den Siegeszug, der dem Giganten mit seiner Suchmaschine im bisherigen Web gelang? So sehr die Zahlen auf den ersten Blick dafür sprechen, so auffallend mehren sich allmählich die Zweifel.

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Zum einen kommt Google in seinem Heimatland zunehmend unter Druck. Experten der US-Kartellbehörde Federal Trade Commission (FTC) sind mittlerweile ziemlich überzeugt davon, dass der Internet-Konzern Suchergebnisse zu seinen Gunsten manipulieren könnte. Deshalb wollen sie dem US-Justizministerium empfehlen, Klage gegen Google zu erheben. Google würde dann ein ähnlicher Spießrutenlauf bevorstehen wie Microsoft ab Ende der Neunzigerjahre mit milliardenschweren Strafzahlungen etwa in der EU.

Zum andern täuschen die Superzahlen beim mobilen Google-Betriebssystem Android über ein gravierendes Problem des Internet-Giganten im wachsenden Geschäft mit Smartphones hinweg. Zwar nutzen inzwischen fast zwei von drei Handybesitzern ein Smartphone, das mit Android arbeitet, etwa von Samsung. Aber sie surfen damit insgesamt nur gut ein Drittel so viel im mobilen Internet wie die Apple-Gemeinde (siehe Grafik).

Das bedroht die hochtrabenden Pläne, die Schmidt und Google-Vorstandschef Larry Page für den Web-Riesen haben. Denn Android ist für Google ein zentraler Bestandteil für das Geschäft im mobilen Internet. Das kostenlos verbreitete Betriebssystem soll die verschiedenen Dienste, die Google im Festnetz groß gemacht haben, in einfacher und gebündelter Form auch aufs Handy bringen.

Dadurch sollen die Nutzer auch auf dem Smartphone möglichst lange googeln – damit Google auch hier möglichst viel Geschäft mit Werbung machen kann. Erweist sich Android jedoch auch weiterhin als Tummelfeld für Internet-Muffel, geht die Rechnung für Google, aber auch für andere Web-Firmen mit ähnlichen Einnahmequellen nicht auf.

„Viele Android-Smartphones werden schlicht wie herkömmliche Handys gekauft und genutzt“, sagt Horace Dediu, Chef des Analysehauses Asymco mit Sitz in Helsinki. „Während das iPhone ein Premiumgerät ist, bedient die überwiegende Mehrheit der Androiden den Massenmarkt.“

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