Wie Instagram Snapchat Konkurrenz macht

Zuckerbergs Geheimwaffe: Wie Instagram Snapchat Konkurrenz macht

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Ein Smartphone mit Icons der Apps Instagram und Snapchat

von Oliver Voß

Um den Aufstieg von Snapchat zu stoppen, kopiert Facebook die beliebten Funktionen. Mit Erfolg, wie das Beispiel Instagram zeigt. Die Facebook-Tochter veröffentlicht neue Nutzerzahlen für ihre Stories-Funktion.

James Quarles ist einer der wichtigsten Manager bei Instagram. Als Global Head of Business & Brand Development ist er für die Monetarisierung verantwortlich. Doch sein Produkt nutzt er erstaunlich selten. Gerade einmal zwanzig Bilder und Videos hat Quarles im Vorjahr veröffentlicht. Ist er öffentlichkeitsscheu oder ist das Leben eines Instagram-Managers so langweilig? Der Sonnyboy mit Dreitagebart im karierten Hemd lacht. „Mein Account ist meine Identität“, sagt Quarles, „ich nutze ihn, um die Momente zu dokumentieren, die mir besonders wichtig sind“.

Besonders schön müssen sie freilich auch sein. Und so finden sich im Profil von Quarles tolle Landschaftsaufnahmen wie das Foto eines Heißluftballons, der sich in einem See spiegelt und zwischendurch natürlich auch schick angerichtete Speisen. Es ist der Prototyp eines Instagramprofils und zeigt damit gleichermaßen das Erfolgsgeheimnis und Dilemma der Facebook-Tochter.

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600 Millionen Menschen nutzen Instagram inzwischen, doch der Bilderdienst ist zur Plattform für Hochglanzselfies und #Foodporn geworden. Auf der Jagd nach möglichst vielen Likes posten die meisten Nutzer eben nur möglichst perfekte Bilder. Das ist auch einer der Gründe für den Aufstieg von Snapchat. Dort sind die Aufnahmen nur für eine begrenzte Zeit sichtbar. Die Folge: Während viele Instagram-Nutzer sehr wählerisch und zurückhaltend sind, können Snapchatter gar nicht genug veröffentlichen.
Das Problem hat auch Instagram erkannt und im vergangenen Sommer reagiert. Mit Instagram Stories wurde eine Funktion eingeführt, die das Snapchat-Prinzip schlicht kopierte: Nutzer können Bilder und Videos zu Geschichten zusammenfügen und einfach mit Texten, Emojis und anderen Stickern verzieren. Die Bildergeschichten sind dann nur für 24 Stunden sichtbar.

„Die Funktion gibt den Menschen die Möglichkeit, mehr Momente zu teilen – ohne dass diese dauerhaft in ihrem Profil angezeigt werden“, sagt Instagram-Manager Quarles. Reaktionen und Kommentare bleiben dabei privat und auch der unterschwellige Druck, möglichst viele Likes zu bekommen, fällt so weg.

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