Zuckerbergs neuer Millionen-Deal: Bei Facebook spielt die Musik

Zuckerbergs neuer Millionen-Deal: Bei Facebook spielt die Musik

, aktualisiert 06. September 2017, 13:26 Uhr
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Clips im neuen Video-Dienst von Facebook soll nun auch mit Musik hinterlegt werden können, ohne dass Nutzer eine Abmahnung der Plattenlabels fürchten müssen.

von Johannes StegerQuelle:Handelsblatt Online

Lange gab es Gerüchte – nun macht der Facebook-Gründer ernst: Nutzer des sozialen Netzwerks sollen Videos mit Musik hinterlegen dürfen. Dafür strebt Mark Zuckerberg einen Millionen-Deal mit der Musikindustrie an.

Tel AvivAlles im Leben ist schöner mit ein bisschen Musik. Das weiß auch Facebook-Chef Mark Zuckerberg. Der soll laut Informationen der Agentur Bloomberg der Musikindustrie hunderte Millionen an Dollar zahlen wollen, um Lizenzen für Songs zu erwerben. Dadurch sollen Nutzer Musik in ihre Videos einbinden können – ganz legal und ohne mit Abmahnungen der Labels rechnen zu müssen.

Der millionenschwere Deal ist vor allem eines: Eine konsequente Weiterentwicklung des Geschäftsmodells von Facebook. Firmengründer Zuckerberg macht es der Konkurrenz damit noch schwerer, gegen sein Netzwerk zu bestehen.

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Dass Facebooks Ambitionen auch in Richtung Musik gehen, wurde in der Branche schon lange gemunkelt. Spätestens seit im Januar eine Personalie durch US-amerikanische Tech-Blogs ging: Mit Tamara Hrivnak warb Facebook die Leiterin für Musikpartnerschaften bei Google Play und Youtube ab. Ihre neue Position: Globale Chefin für Strategie und Geschäftsentwicklung im Bereich Musik. In der Branche gilt Hrivnak als geachtete Expertin für das Aushandeln von Lizenz-Deals.

Es wäre ein wahrer Paukenschlag, sollten Nutzer in die Lage versetzt werden, legal Musik in ihre Videos auf der Plattform einbinden zu können. Der Anreiz den Urlaub, eine Party oder Hochzeit in Bewegtbild festzuhalten und auf der Plattform hochzuladen, steigt dadurch erheblich. Eitelkeit und Selbstdarstellung ist mit Musik einfach noch schöner.

Mit der Einführung von „Watch“ hat Facebook bereits einen eigenen Bereich nur für Videos geschaffen, den es zu füllen gilt. Eine Goldgrube voller bewegter Bilder: Schon länger plant Facebook die Einführung von Werbeunterbrechungen, die auch Youtube zur Monetarisierung nutzt.

Apropos Youtube: Die Videoplattform aus dem Hause Alphabet dürfte Facebooks Vorhaben so gar nicht gefallen. Schließlich dürften mit Musik unterlegte Videos die Attraktivität Facebooks als Videoplattform deutlich steigern, zum Nachteil von Youtube.

Zudem dürfte Facebooks Vorhaben auch der Musikindustrie gefallen, die mitunter bemängelt, dass Youtube zu wenig für die Durchsetzung ihrer Rechte tut. Facebook soll zudem versprochen haben, an einem System zu arbeiten, das Urheberrechte auf der Plattform sichern soll. Eine Win-Win-Situation – vor allem für Mark Zuckerberg.

Quelle:  Handelsblatt Online
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