Italien: Der TV-Krieg zwischen Berlusconi und Murdoch eskaliert

Italien: Der TV-Krieg zwischen Berlusconi und Murdoch eskaliert

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Silvio Berlusconi

Medienmogul Rupert Murdoch zieht in Mailand vor Gericht. Grund: Silvio Berlusconi lässt angeblich keine Werbespots für den Sender Sky ausstrahlen. Im Kampf um den italienischen TV-Markt liefern sich beide seit Monaten einen Medienkrieg.

Lange galten Silvio Berlusconi und Rupert Murdoch als gute Freunde. Beim Essen sprachen die beiden Medienmogule regelmäßig ihre geschäftlichen Angelegenheiten und vor allem auf dem italienischen Markt herrschte eine Art Waffenstillstand, bei dem beide ihre Geschäftsfelder abgesteckt hatten und sich gegenseitig mit Filmrechten versorgten.

Doch diese Zeiten sind vorbei. Schon seit Ende vorigen Jahres liefern sich Berlusconi und Murdoch einen Machtkampf, der nun vor einem Mailänder Gericht weitergeführt wird. Den Schritt kündigte Murdochs Bezahlsender Sky an, die Verantwortlichen des Senders werfen Berlusconi vor, dieser würde Werbespots des Senders nicht mehr auf seinen Mediaset-Kanälen ausstrahlen. Dies widerspreche italienischem und europäischem Wettbewerbsrecht.

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In diesem Jahr habe man bereits 3.107 Sky-Spots ausgestrahlt, entgegnete Mediaset. Sky wiederum hätte noch nie Werbung der Berlusconi-Sender ausgestrahlt.

Sky hat in Italien fast fünf Millionen Kunden

Der Streit um die Werbung ist jedoch nur die letzte Episode eines Machtkampfes, der in diesem Jahr eskaliert. 2003 ist Murdoch durch die Übernahme des Pay-TV-Senders Sky ins italienische Satellitenfernsehen eingestiegen und macht inzwischen Berlusconis Monopol im frei empfangbaren Privatfernsehen mächtig Konkurrenz.

Fast fünf Millionen Italiener haben Sky abonniert, mehr als doppelt so viele als die Kunden von Sky Deutschland, dem früheren Premiere. Dabei liegt die Einwohnerzahl Deutschlands um 20 Millionen über der Italiens. Doch Sky kann in Italien aus seinen Fußball-Lizenzen mehr Kapital schlagen, da die Berichterstattung im frei empfangbaren Fernsehen stärker eingeschränkt ist und selbst Eckbälle oder Freistöße für kurze Werbepausen genutzt werden.

Medienkrieg zwischen Berlusconi und Murdoch

So hat es Sky im vorigen Jahr auch erstmals geschafft, Berlusconi bei den Einnahmen zu überholen: 2,6 Milliarden Euro nahm der Sender des Australiers ein, Berlusconis Mediaset Rti kam auf 2,5 Milliarden.

Doch der italienische Ministerpräsident schlägt zurück. So versteckte er ausgerechnet im Konjunkturpaket eine Spitze gegen Murdoch. Denn zur Finanzierung der im Dezember verabschiedeten Antikrisenmaßnahmen wurden auch zwei Steuern erhöht: eine auf pornographische Produkte und die Umsatzsteuer für das Bezahlfernsehen wurde von zehn auf zwanzig Prozent erhöht.

Seitdem herrscht ein regelrechter Medienkrieg. Auf Sky machten beliebte Moderatoren Stimmung gegen Berlusconi und die zu Murdochs Newscorp. gehörende britische Times berichtete ausführlich über die Skandalgeschichten des italienischen Ministerpräsidenten mit diversen Liebesmädchen.

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