ITB 2010: Vorsichtiger Optimismus bei Geschäftsreisen

ITB 2010: Vorsichtiger Optimismus bei Geschäftsreisen

Bild vergrößern

Messestand der Quartar Airlines auf der ITB 2010

von Hans-Jürgen Klesse

Was in Anbetracht der ganz auf Sommer, Sonne, Strand getrimmten Urlaubswelt in den ITB-Hallen in Berlin gern vergessen wird: Ein Großteil aller Reisen dienten nicht dem Vergnügen, sondern dem Geschäft.

Und auch für die meisten der in Berlin ausstellenden Fluggesellschaften, Hotelketten, Autovermieter und anderen Reisedienstleister sind die Unternehmen und ihre Geschäftsreisenden eine wichtige, für viele sogar die wichtigste Zielgruppe.

Ein Blick auf die Zahlen zeigt die Bedeutung des Marktsegments, macht aber auch die durch die Wirtschafts- und Finanzkrise verursachten Verwerfungen deutlich: Im vergangenen Jahr unternahmen die Deutschen rund 75,5 Millionen Ferienreisen - der Umsatz von knapp 130 Milliarden Euro verteilt sich je zur Hälfte auf Inlands- und Auslandsurlaub. Das war etwas weniger als 2008 aber schon für 2010 rechnen die Ferienmacher wieder mit einem Plus.

Anzeige

Die Geschäftsreisedienstleister sind zwar auch „vorsichtig optimistisch", wie Martina Eggler, Vertriebschefin der Business-Travel-Kette Carlson Wagonlit Travel (CWT), sagt, aber die aufzuholende Delle ist wesentlich tiefer. Noch 2008 unternahmen die Mitarbeiter deutscher Unternehmen mehr als 163 Millionen Dienstreisen, was Gesamtkosten von knapp 47 Milliarden Euro verursachte. „Aber schon in der Woche nach der Lehman-Pleite gingen die Umsätze steil nach unten, weil vor allem die Großunternehmen ihre Reisen drastisch einschränkten", erinnert sich Ralph Osken, Chef des CWT-Konkurrenten DER. Per Saldo büßten die rund ein Viertel ihres Umsatzvolumens ein. „Da bringt das erwartete Plus von drei bis fünf Prozent zwar eine kleine Verbesserung, aber bis das alte Niveau wieder erreicht ist, dauert es noch mindestens zwei bis drei Jahre", sagt CWT-Vertriebschefin Eggler.

Sparen an der Reisequalität

Am schlimmsten getroffen hat es Marktführer BCD Travel mit einem Minus von fast 30 Prozent, wie Geschäftsführer Stefan Vorndran einräumt, bei CWT waren es rund 28 Prozent, das DER kam mit einem Rückgang von 23 Prozent vergleichsweise glimpflich davon. Und noch etwas ist interessant, lässt es doch ahnen, welche Konsequenzen die Entwicklung der Umsatzkurve für die Dienstreisenden selbst hatte: Die Zahl der Geschäftsreisen ging nämlich nur um rund zehn Prozent zurück. „Die Unternehmen haben ihre Reisekosten zum Teil durch einen Reisestop, vor allem aber durch eine Verringerung der Reisequalität heruntergefahren", sagt Vorndran. Statt Business- wurde selbst auf Fernstrecken nach Asien Economy-Class geflogen, statt im Vier- nur noch im Zwei- oder Drei-Sterne-Hotel übernachtet.

Viel ändern wird sich daran wohl nicht, die Firmen werden weiter sparen, denn die Krise ist für die meisten noch längst nicht vorbei. Ein Großteil der Reisen zu internen Meetings wird inzwischen durch Videokonferenzen substituiert. Und auf kurzen Trips innerhalb Europas wird die Economy auch in Zukunft der Normalfall bleiben. Aber es gibt auch eine gute Nachricht für die Branche – aber vor allem für die Reisenden selbst: Ein wenig dürfte sich das strenge Dienstreiseregime lockern: „Es macht einfach keinen Sinn, die Leute in der Holzklasse nach Australien zu schicken und dann noch zu erwarten, dass der dort gute Geschäfte macht", sagt Vorndran.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%