Jaguar-Chef Smith : "Sprung nach vorn"

InterviewJaguar-Chef Smith : "Sprung nach vorn"

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David Smith steht seit Mai 2008 als CEO an der Spitze von Jaguar Land Rover

von Franz W. Rother

David Smith, Chef von Jaguar-Land Rover, spricht im Interview über den Neubeginn des britischen Unternehmens im Besitz des indischen Tata-Konzerns, die Folgen der Autokrise und die Hybridversion des Jaguar XJ.

WirtschaftsWoche: Mr. Smith, Sie sind seit 15 Monaten für Jaguar-Land Rover verantwortlich. Genießen Sie Ihre Arbeit?

David Smith: Es ist ein fantastischer Job, sicherlich der beste, den die britische Autoindustrie derzeit zu bieten hat.

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Beide Marken waren vor nicht allzu langer im Besitz der Ford Motor Company…

…und Land Rover vor nicht allzu langer Zeit im Besitz von BMW. Hinter uns liegen in der Tat turbulente Zeiten.

Eigner von Land Rover und Jaguar ist nun der indische Tata-Konzern. Was hat sich dadurch für das Unternehmen geändert?

Weniger als man meint. Doch die Weltwirtschaftskrise, die auch unser Unternehmen traf, führte dazu, dass wir unser Geschäftsmodell sehr sorgsam überprüft haben. Dabei hat man festgestellt, dass Jaguar und Land Rover ihr Potenzial bei weitem nicht ausgeschöpft haben. Insofern war die Aufgabenstellung für mich sehr klar: Die Emotionalität der Marken neu aufzuladen und mit neuen Modellen das Unternehmen profitabler zu machen.

Wie äußert sich die Wirtschaftkrise?

Wir können leider nicht sagen, dass sie uns nicht betrifft. Das Konsumklima hat sich natürlich im zurückliegenden Jahr dramatisch veränder. Wir mussten darauf natürlich reagieren, durch Produktionskürzungen und auch Personalabbau. Aber es geht nun wieder aufwärts: Wir bringen dieses Jahr sieben neue Produkte von Jaguar und Land Rover auf den Markt. Vor Ausbruch der Krise waren wir profitabel. Und da möchten wir so schnell wie möglich auch wieder hin, um geplante Projekte aus eigener Kraft finanzieren zu können.

Was heißt "so schnell wie möglich"?

Genauere Angaben kann ich nicht machen. Das wichtige ist: Jedes Quartal wird es besser, die Finanzierungspläne stabilisieren sich. Und obwohl die Zeiten schwierig sind, halten wir an den Investitionen in die Produkte fest – der neue XJ kommt pünktlich auf den Markt. Auch die Planungen für Land Rover wackeln nicht. Wir haben gerade einen Geschäftsplan aufgestellt, um unsere Wettbewerbsfähigkeit mittelfristig zu verbessern. Wir planen die Modellpaletten für Jaguar und Land Rover zu erweitern und wir investieren allein 800 Millionen Pfund in Zukunftstechnologien und Umweltprojekte.

Was rechnen Sie sich für 2009 aus?

Unsere Verkaufsziele nennen wir nicht, aber ich denke, der Absatz wird um etwa 30 Prozent unter dem Vorjahr liegen. Letztes Jahr haben wir rund 260.000 Autos abgesetzt, davon 65.000 Jaguars.

Inwieweit ist Jaguar Land Rover heute noch ein britisches Unternehmen?

In fast jeder Beziehung. Sämtliche Operationen sind in UK, die Produktion ebenso wie die Produktentwicklung. Auch das Management-Team besteht größtenteils aus Briten, von einigen Amerikanern und auch Deutschen abgesehen. Wir führen Jaguar-Land Rover heute als wäre es ein selbständiges Unternehmen. Und unsere neuen Eigner wollen daran auch nichts groß ändern – das ist Ihr Geschäftsmodell: Sie führen ihre Unternehmen mehr wie Großaktionäre denn als Manager. Herr Tata selbst liebt Autos und begeistert sich als gelernter Architekt für Designthemen.

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