Jahresbilanz: Lufthansa zwischen Können und Glück

KommentarJahresbilanz: Lufthansa zwischen Können und Glück

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Wolfgang Mayrhuber, Vorstandsvorsitzender der Lufthansa AG auf der Bilanzpressekonferenz

Das vergangene Geschäftsjahr hat die Lufthansa unterm Strich mehr als achtbar beendet. Dank eines recht guten vierten Quartals schafft Lufthansa-Chef Wolfgang Mayrhuber mitten in der Krise am Ende doch den zweithöchsten Gewinn der Firmengeschichte und darf sein Unternehmen als profitabelste Netzwerklinie der Welt loben. Doch er sollte besser nicht zu stolz sein.

Denn auch wenn Mayrhuber seine Bilanz „Unsere Stärken im Detail“ nennt, ist doch keineswegs makellos.Dass die Lufthansa in 2008 am Ende ein operativen Ergebnis von gut 1,3 Milliarden Euro geschafft hat, ist nicht nur der harten Arbeit Mayrhubers und seiner 108 000 Untergebenen geschuldet. Darin steckt auch eine gute Portion Glück.

Zum einen stammt der größte Teil des Gewinns aus Zukäufen wie der Swiss und den Geschäften abseits der Kengeschäfts Passagierverkehr. Ohne die Schweizer Tochter und die Überschüsse aus der Frachtfliegerei, Wartungsbetreiben oder den Flugküchen bleiben unterm Strich gerade mal gut 400 Millionen Euro– oder 2,6 Prozent Rendite. Das ist wahrlich kein Grund zum Jubeln.

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Weniger in der Kasse als im Vorjahr

Zumal die Linie im gleichen Zeitraum noch an ihre Reserven gegangen ist. Das zeigt die sinkende Nettoliquidität. Zwar ist es erstaunlich, dass Lufthansa überhaupt nach Abzug aller Schulden noch Geld übrig hat. Doch der Betrag ist im vergangenen Quartal um 232 auf 125 Millionen Euro gesunken. Und Ende vorigen Jahres hatte die Lufthansa sogar noch 768 Millionen in der Kasse.

Darüber hinaus profitiert Mayrhubers Jahresabschluss davon, dass sein Geschäftsjahr dem Kalenderjahr entspricht und er nicht wie die meisten Konkurrenten von April bis März bilanzieren muss. Damit kann er die Ergebnisse aus dem sehr starken ersten Quartal 2008 verbuchen, wo die Lufthansa mehr verdiente als im gleichen Zeitraum im Rekordjahr 2007. Seinen Konkurrenten wie Air France, British Airways oder dem Billigflieger Ryanair hingegen wird das sehr schwache aktuelle Vierteljahr die Bilanz verhageln.

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