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Jahresziele bekräftigt: Metro stoppt Kaufhof-Verkauf

Quelle: Handelsblatt Online

Der Düsseldorfer Handelskonzern Metro hat nach einem Umsatz- und Gewinnanstieg im dritten Quartal die Prognosen für 2008 bekräftigt. Metro wolle seinen profitablen Wachstumskurs fortsetzen, obwohl die Auswirkungen der Finanzkrise auf die Absatz-, Beschaffungs- und Refinanzierungsmärkte derzeit schwer abzuschätzen seien. Den Kaufhof-Verkauf legt das Unternehmen auf Eis.

Metro-Chef Eckhard Cordes steht vor schwierigen Aufgaben. Quelle: ap
Metro-Chef Eckhard Cordes steht vor schwierigen Aufgaben. Quelle: ap

HB DÜSSELDORF/STUTTGART. Metro rechne im Gesamtjahr weiterhin mit einem Umsatzplus von mehr als sechs Prozent. Das angepeilte Wachstumsziel für das Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) sowie Sonderfaktoren von sechs bis acht Prozent "ist weiterhin erreichbar", teilte der Konzern mit.

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Die Aktie legte zu Handelsbeginn um mehr als zehn Prozent auf 24,27 Euro zu. Hintergrund: Einige Analysten hatten bezweifelt, dass Metro die Prognose würde halten können, weil sie eine Abschwächung des boomenden Osteuropa-Geschäfts befürchteten sowie Belastungen durch die gedämpfte Konsumstimmung.

Branchenexperten hatten vor Präsentation der Quartalszahlen geäußert, sollte es dann keine Gewinnwarnung geben, so käme sie aber doch im Verlauf des vierten Quartals. Dieses spielt eine Schlüsselrolle: Metro erwirtschaftet den Großteil seines Umsatzes und Ergebnisses in den letzten drei Monaten des Jahres. Vorstandschef Eckhard Cordes hatte zuletzt in einem Interview noch Zuversicht für diese für den Handel wichtige Periode verbreitet: Trotz der zunehmenden Verunsicherung der Verbraucher rechne er mit einem "ordentlichen Weihnachtsgeschäft".

Der Handelsriese steigerte den Umsatz im dritten Quartal - wesentlich getrieben vom Auslandsgeschäft - um 6,7 Prozent auf 16,3 Mrd. Euro und übertraf damit die Analystenerwartungen von 16,1 Mrd. Euro. Auch in Deutschland stiegen die Erlöse um 2,4 Prozent auf 6,2 Mrd. Euro. Das Ebit verbesserte sich um 6,3 Prozent auf 361 Mio. Euro, Analysten hatten lediglich mit 348 Mio. Euro gerechnet. Unter dem Strich stand ein ebenfalls überraschend hoher Gewinn von 126 Mio. Euro, nachdem im Vorjahr wegen Abschreibungen aufgrund der Steuerreform noch ein Verlust von 48 Mio. Euro zu Buche gestanden hatte. Damit traf Metro die Analystenprognose. "Die Metro Group zeigt Stärke in einem schwierigen Umfeld", resümierte Vorstandschef Eckhard Cordes.

Doch offenbart die Quartalsbilanz Schwächen. Sowohl der Umsatz insgesamt als auch im Auslandsgeschäft legten nicht mehr so stark zu wie in der ersten Jahreshälfte. Vor allem in Spanien und Italien habe sich die Nachfrage im dritten Quartal weiter abgeschwächt, erläuterte die Metro. In Osteuropa - der für Metro wichtigsten Wachstumsregion - verlangsamte sich das Wachstum im dritten Quartal auf 18 Prozent.

Deutschlands größter Handelskonzern bereitet sich auf härter werdende Zeiten vor. Die Investitionen werden im kommenden Jahr entgegen der ursprünglichen Planung nicht gesteigert. "Wir steigern nicht", sagte Konzernchef Eckhard Cordes am Donnerstag bei der Vorlagen der Zahlen für das dritte Quartal 2008.

Die Aussichten auf 2009 seien unklar wie bei einer "Nebelwand". Die Investitionsplanung des Konzerns werde nicht gleichmäßig für alle Posten wie mit einem Rasenmäher gekürzt. Für 2009 geht die Metro nun von Investitionen in Höhe von ungefähr 2 Milliarden Euro aus. Für das laufenden Jahr waren 2,2 Milliarden Euro an Investitionen geplant.

Den Abschwung in Westeuropa bekamen die Elektronikhändler Media Markt und Saturn besonders zu spüren. Ihr Umsatz sank auf gleicher Fläche um 3,4 Prozent, in Deutschland um 1,3 Prozent. Dies Ebit ging um 6,2 Prozent auf 117 Mio. Euro zurück. Die Großverbrauchermärkte steigerten den Umsatz flächenbereinigt um 2,8 Prozent auf 8,2 Mrd. Euro, im Heimatmarkt stagnierte der Umsatz.

Die Supermarktkette Real profitierte von einer groß angelegten Werbekampagne. Die Metro-Tochter brachte mehr Kunden in die Läden, die dort auch mehr Geld ließen. Der Umsatz stieg flächenbereinigt um 7,2 Prozent, der Verlust vor Steuern und Zinsen ging auf 32 von 60 Mio. Euro zurück. Galeria Kaufhof verbesserte das Ebit bei leicht rückläufigem Umsatz auf sieben von vier Mio. Euro.

Die Finanzkrise dürfte den Druck genau dort verschärfen, wo es ohnehin weh tut. Die geplanten Verkäufe der Kaufhof-Warenhäuser und der Adler-Modemärkte rücken mit den sich ausbreitenden Tumulten an den Finanzmärkten in immer weitere Ferne, ebenso ein Börsengang der Elektronikkette Media Markt/Saturn, den Unternehmenschef Cordes im Frühjahr dieses Jahres noch als Möglichkeit bezeichnet hatte. Eine Veräußerung von Kaufhof ergebe derzeit keinen Sinn, teilte das Unternehmen jetzt mit. "Wir stehen nicht unter Druck."

An einer anderen Trennung dagegen hält der Handelsriese fest. "Wir bereiten den Adler-Verkauf vor", sagte Metro-Chef Eckhard Cordes am Donnerstag in Düsseldorf. Der Verkaufspreis von Adler liege anders als bei der Warenhaustochter Kaufhof nicht im Milliardenbereich und werde auch in diesen Zeiten für einen Käufer finanzierbar sein, sagte Cordes. Die Metro führt Adler bereits jetzt als nicht fortgeführtes Geschäft in der Bilanz.

Adler hat rund 4000 Mitarbeiter und betreibt 125 Märkte in Deutschland, Österreich und Luxemburg. Bis Ende 2009 sollen bis zu 20 Läden geschlossen werden.

Metro konnte die Konsumschwäche in Deutschland bislang immer mit der Expansion ins Ausland kontern. Dank der stetig wachsenden Zahl von Cash & Carry-Großmärkten, bei denen es aber derzeit nicht rund läuft und bei der Hunderte Stellen wegfallen sollen, und dem Ausbau der Elektronikkette Media Markt/Saturn stammt inzwischen mehr als die Hälfte des Umsatzes aus dem Ausland.

Der Haniel-Konzern, der die Mehrheit an Metor hält, hat mit der Tochter Takkt weniger Freude. Beim Büromöbel-Versandhändler sind im dritten Quartal Umsatz und Gewinn geschrumpft. Das Unternehmen teilte am Donnerstag in Stuttgart mit, das Ergebnis vor Steuern sei in den Monaten Juli bis September um 6,8 Prozent auf 26,1 Mio. Euro gefallen. Der Umsatz habe im selben Tempo auf 230 Mio. Euro nachgegeben. "Sollte sich der gesamtwirtschaftliche Abschwung weiter fortsetzen, ist es möglich, dass wir für das Gesamtjahr nur ein organisches Umsatzwachstum von rund zwei Prozent erreichen", sagte Vorstandschef Georg Gayer. Bislang wurde ein Zuwachs um vier Prozent angestrebt.

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