Japans Industrie: Sony und Canon trifft Erdbeben hart

Japans Industrie: Sony und Canon trifft Erdbeben hart

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Schwierige Mission: Rettungshelfer bereiten sich auf die Suche nach Überlebenden vor einem Sony-Lager in Sendai vor.

von Rüdiger Kiani-Kreß

Japans High-Tech-Branche leidet stärker unter dem Erdbeben und dem Tsunami als zunächst erwartet. Sony und Canon müssen sogar Werke für hochwertige Produkte schließen. Doch es gibt auch internationale Konzerne, die ungestört weiterarbeiten können.

Neben den Autoherstellern leidet auch Japans Elektronik-Industrie unter den Folgen der aktuellen Naturkatastrophen. Zwar produzieren die Elektronikriesen wie Sony oder der Kamerahersteller Canon Massenware wie LCD-Fernseher oder Speicher wegen der deutlich niedrigeren Lohnkosten größtenteils im Ausland, vor allem in China. Doch viele, besonders hochwertige Dinge wie OLED-Bildschirme mit organischen Leuchtdioden oder aber die besonders anspruchsvollen Bauteile für Drucker stammen nach wie vor aus den Fabriken in Japan.

So melden einige wie der Druckerhersteller Brother zwar keine Beeinträchtigungen. Aber andere mussten wie Sony einige Werke für Speichermedien wie Blu-Ray Video-Scheiben, Halbleiter-Laser oder Lithium-Akkus im Norden der Hauptinsel Honshu schließen. Auch Canon hat einige Werke in der besonders von den Erdbeben und der Tsunami-Flut betroffenen Provinzen stillgelegt. „Das kann einen Monat und mehr dauern“, heißt es im Unternehmen. Außerdem prüft das Unternehmen, ob es angesichts der drohenden Reaktor-Katastrophe auch Werke im Westen der Hauptinsel, die bislang noch ohne Einschränkung weiter arbeiten, bald ihre Fertigung einstellen.

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Dabei versucht das Unternehmen, Teile der Produktion möglichst in andere Teile im Süden des Landes zu verlagern. Schließlich trifft ein Produktionsstop die hochwertigsten Produkte überproportional, weil die teuer entwickelte Ware nur verhältnismäßig kurze Zeit zum Höchstpreis verkauft werden kann, bevor sie dann noch besserer Ware der nächsten Produktgeneration verdrängt wird.

Noch keine Auswirkungen meldet der Flugzeughersteller Boeing. Der weltgrößte Luftfahrtkonzern bezieht etwa ein Drittel seines neuen Leichtbauflugzeugs 787 von japanischen Zulieferern, darunter zentrale Teile wie die Center Wings Box genannte Flügelaufhängung von Fuji oder Teile des Fahrwerks von Kawasaki. Sie alle haben ihre Fabriken in der Nähe von Nagoya im Südwesten der Hauptinsel.

Auch wenn nach der mehrtägigen Schließung wichtiger Flughäfen die Maschinen wieder in Richtung Japan unterwegs sind, läuft der Verkehr noch keineswegs rund. So melden die Flüge aus Japan mehrstündige Verspätungen. Weil viele Kunden wegen der teilweise katastrophalen Verkehrsverhältnisse oft deutlich verspätet zum Flughafen kommen, warten die Maschinen teilweise. Zudem fliegen einige Airlines bewusst einen Umweg. Um ihren Piloten und Flugbegleitern eine Übernachtung in Tokio zu ersparen, legt etwa die Lufthansa-Tochter Austrian Airlines auf dem Rückweg einen kurzen Stop mit Crew-Wechsel in der südkoreanischen Stadt Seoul ein.

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