Jean-Paul Belmondo wird 75: Vom Actionheld zum einsamen Mann am Stock

Jean-Paul Belmondo wird 75: Vom Actionheld zum einsamen Mann am Stock

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Der französische Filmstar Jean-Paul Belmondo feiert heute seinen 75. Geburtstag

Der französische Filmstar kam in über 70 Filmen ohne Double aus - Jean-Paul Belmondo hing am Hubschrauber, sprang über fahrende Züge oder erklomm den Eiffelturm. Heute feiert er seinen 75. Geburtstag.

Einst verkörperte der Charmeur, Draufgänger und Frauenheld den Geist des Anarchismus. Heute will Jean-Paul Belmondo ein Vorbild für Jugendliche sein, die Opfer schwerer Unfälle sind. „Man darf nie aufgeben, sich nie gehen lassen. Man muss immer in die Zukunft blicken“, sagt der französische Filmstar.

Belmondo weiß wovon er spricht. Nach seinem schweren Schlaganfall im Jahr 2001 war er halbseitig gelähmt und konnte kaum sprechen. Nach sieben Jahren Rekonvaleszenz hat der grauhaarige Star, der mit seinem Kultfilm „Außer Atem“ über Nacht zum Weltstar wurde, wieder seinen ersten Film gedreht. In der Neufassung von „Ein Mann und sein Hund“ von Vittorio de Sica spielt er einen alten vereinsamten Mann. Dabei wollte Belmondo, der heute 75 Jahre alt wird, so gefilmt werden wie er ist: am Stock gehend, doch voller Würde und Lebenskraft. „Ich habe Jahre gebraucht, um wieder Sprechen zu können. Wer hätte damals gedacht oder gehofft, dass ich eines Tages wieder das Wort „action“ hören sollte“, erzählt „Bébel“, wie ihn die Franzosen gerne nennen.

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Diese „Wiedergeburt“ hat der Schauspieler seinem starken Willen und seinem unbändigen Kampfgeist zu verdanken, ohne die er nie zu dem geworden wäre, was er heute ist: einer der beliebtesten Schauspieler Frankreichs, der auf eine atemlose Karriere zurückblicken kann. In rund 95 Kinofilmen und mehr als 40 Theaterrollen hat er in knapp 50 Jahren mitgewirkt. Bis in die 80er Jahre hinein drehte Belmondo viel und schnell - durchschnittlich drei Filme pro Jahr.

Belmondo hat sich kaum verändert. Seine Haare sind grauer geworden und sein Gesicht faltiger. Doch sein breites Grinsen, seine Boxernase und sein Mut, die zu einem Markenzeichen geworden sind, sind geblieben. Als Bösewicht vom Dienst oder französischer Widerstandskämpfer, der in „Das As der Asse“ Juden aus Hitlers Villa rettete, imponierte er durch seine Lust auf Risiko und spektakuläre Szenen. Als Actionheld kam er in über 70 Filmen ohne Double aus - unerschrocken hing er am Hubschrauber, sprang über fahrende Züge oder erklomm den 320 Meter hohen Eiffeltum. Frankreichs große Regisseure wie François Truffaut, Louis Malle und Claude Sautet rissen sich um den jugendlichen, unerschrockenen Typ in engen Jeans und knapper Jacke. Mit Abenteuerfilmen wie „Cartouche“ (1962) oder „Abenteuer in Rio“ (1964) wechselte er zur kommerziell erfolgreicheren Actionkomödie.

Wegen seiner Rollenvielfalt, persönlichen Anziehungskraft, seiner Ungezwungenheit und Selbstironie bezeichnete ihn der Regisseur Jean-Pierre Melville als einen der außergewöhnlichsten Schauspieler seiner Generation. Erst Mitte der 80er Jahre durchbrach Belmondo sein altersloses Draufgängerimage und suchte wieder mehr nach Charakterrollen. So spielte er in Claude Lelouchs Aussteigermärchen „Der Löwe“ einen millionenschweren Konzernchef, der seinen Tod auf hoher See inszeniert und eine neue Identität annimmt. Belmondo lehnte kaum Rollen ab, bis auf eine Ausnahme: Angebote aus Hollywood. „In Frankreich ist der Film noch Handwerk, in den USA hat er eine Industrie.“

Eigentlich wollte „Bébel“, der in dem eleganten Pariser Vorort Neuilly-sur-Seine geboren ist, in die Fußstapfen seines Vaters, eines Bildhauers, treten. Doch das Schicksal wollte es anders: Nach einem Zwischenspiel als Berufsboxer ging er zum Theater, wohin er Ende der 80er Jahre auch wieder zurückkehrte. In der Rolle des Kean in dem gleichnamigen Roman von Jean-Paul Sartre feierte er sein überraschendes Comeback auf der Bühne. Großes Lob erhielt er auch 1989 mit „Cyrano de Bergerac“. 1991 erfüllte er sich einen Jugendtraum und erwarb das altehrwürdige goldverschnörkelte Pariser Théâtre des Variétés am Boulevard de Montmartre.

Selbst trat er in seinem eigenen Haus erstmals im Jahr 1996 auf, in Georges Feydeaus Schwank „Puce à l'oreille“ (Argwohn) - als Frauenheld und dessen Doppelgänger. „Mein Ideal ist es, auf den Brettern zu sterben“, sagte Belmondo einmal. Das war vor seinem Schlaganfall und vor seinem jüngsten Film, der in wenigen Monaten in die Kinos kommen soll. „Ich war glücklich. Sobald die Kamera anfing zu drehen, hatte ich das Gefühl, wieder eine gewisse Jugendlichkeit zu entdecken. Oder sagen wir fast wieder... .“

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