Jenoptik: Regierung will Geld scheffeln

Jenoptik: Regierung will Geld scheffeln

von Martin Seiwert

Der Einstieg des Landes Thüringen bei Jenoptik sorgt bei Ex-Konzernchef Lothar Späth für Stirnrunzeln. Die Landesregierung begründet das Investment mit der Abwehr von Hedgefonds. Doch das Argument ist vorgeschoben, sagen Insider.

Erst vor dreieinhalb Jahren hatte das Land seine Jenoptik-Anteile verkauft, jetzt hält es wieder elf Prozent. 40 Millionen Euro lässt sich Thüringen das Engagement kosten. Der Landesrechnungshof sieht den Deal skeptisch. Der Bund der Steuerzahler hält ihn für „sehr fragwürdig“.

Wie aus Verhandlungskreisen verlautet, wurde der Aktienkauf mit einem Kredit der landeseigenen Thüringer Aufbaubank finanziert, der durch eine Bürgschaft des Landes abgesichert ist. Späth, der Jenoptik von 1991 bis 2003 leitete, versteht die staatliche Stützungsaktion nicht: „Der Konzern ist in einer guten Verfassung und behauptet sich auf den internationalen Märkten.“

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Die Landesregierung begründet den Einstieg damit, dass aggressive Investoren Jenoptik bedroht hätten. Es habe die Gefahr bestanden, dass ein Teil „in den Besitz von Hedgefonds gerät, deren Interessen schwer zu durchschauen sind“, sagt Finanzminister Wolfgang Voß. Anders argumentiert die Beteiligungsgesellschaft BMT, die die Aktien in Absprache mit dem Land erwarb. Die Investition sei vor allem eine profitorientierte Investition, sagt BMT-Chef Guido Bohnenkamp.

Neben dem Land sei ein deutsches Private-Equity-Unternehmen interessiert gewesen, das aber kaum in die Kategorie „böser Hedgefonds“ passe. Bohnenkamp: „Das Wort Hedgefonds ist in den Verhandlungen nie gefallen, das habe ich jetzt zum ersten Mal beim Finanzminister gehört.“ Zudem könne selbst ein aggressiver Hedgefonds mit gut zehn Prozent Anteil kaum gefährlich werden.

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