Wer eine ähnliche unternehmerische Erfolgsbilanz aufzuweisen hat, scheint alles richtig gemacht zu haben. Was würden Sie trotzdem als Ihren größten Fehler bezeichnen?
Sicherlich unser orientalisches Abenteuer, unser Ausflug in den Iran, im Jahre 1973. Wir haben dort im Rahmen eines Joint Ventures mit der iranischen Melli Industrial Group eine Schuhfabrik gebaut, von der aus wir dann auch die russischen Märkte beliefern wollten.
Sie haben das Joint Venture später als „größten Mist aller Zeiten“ bezeichnet. Warum?
Ja, das war es auch. Schon der Bau der Fabrik war das reinste Chaos. 1974 war sie dann endlich fertig. Nur vier Jahre später mussten alle Gaborianer das Land verlassen. Ajatollah Khomeini hatte die Revolution ausgerufen und Schah Reza Pahlewi das Land für immer verlassen. Und unser 50-Prozent-Anteil war auch futsch.
Wenn Sie Ihrem Lebenswerk einen Stempel aufdrücken müssten, was stünde darauf?
Progressiver Traditionalist.
Im Jahr 2009 startete Gabor ins Jahr seines 60-jährigen Bestehens. Trotz weltweiter Wirtschaftsschwäche hofft Gabor, ohne große Blessuren über die Runden zu kommen. Die Familien-AG, an der der Senior immer noch das größte Einzelpaket hält und Ehrenmitglied des Aufsichtsrats ist, erlöste im vergangenen Jahr 305 Millionen Euro, beschäftigt 3200 Mitarbeiter, betreibt Fabriken in Österreich, Portugal und der Slowakei und rund 400 Shops.
Im Februar haben Sie Ihren 80. Geburtstag gefeiert. Man hört, dass Sie immer noch täglich in der Firma anzutreffen sind.
Ich muss Schuhe riechen. Ich bin fast jeden Tag in der Firma und kümmere mich dort um das Qualitätsmanagement. Allerdings komme ich erst gegen halb neun Uhr, statt früher um halb acht Uhr. Und ich gönne mir zwei Stunden Mittagspause und gehe auch schon um fünf Uhr.














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Alle Kommentare lesen17.10.2010, 01:41 UhrAnonymer Benutzer: Bettina Schmidt
toller Mann, tolle Produkte
03.12.2009, 21:07 UhrAnonymer Benutzer: Escarpins
Hallo Klartexter...das würde mich jetzt interessieren. Was sagt denn die Gerüchteküche?
Hallo Aliyah, Du scheinst ja "richtig viel Ahnung" zu haben!! Wow. Dir ist sicher nicht bekannt, dass italienische Schuhe zwar in italien hergestellt werden, aber die bedingungen unterscheiden sich von Asien. Weisst Du eigentlich, wieviele "Hinterhoffabriken" dort existieren? Wieviele arme Menschen, überwiegend illegale Einwanderer ohne Aufenthaltsgenehmigung und damit ohne Rechte in italien ausgebeutet werden und Nacht für Nacht für einen Hungerlohn für die Schuh- und Textilindustrie arbeiten?? Neeein? Wusstest Du nicht? Dann informier Dich nächstes Mal einfach etwas umfassender bevor Du solch unqualifizierte Meinungen der Öffentlichkeit aufdrängst. Über soviel Dummheit kann man nur den Kopf schütteln...
24.07.2009, 06:06 UhrAnonymer Benutzer: EinEhemaligerMitarbeiterMK
Das ist doch wieder einmal typisch und ärgert mich maßlos. Herr Joachim Gabor ist eine lebende Legende in der Schuhindustrie und nach einem sehr guten bericht über seine Person, werden solche Kommentare losgelassen. Vor allem sollte Hr Aaliyah auch die Hintergründe für Produktionsverlagerungen betrachten. Für Schuhe wird ein sehr hoher Arbeitsaufwand benötigt. Die Lohn- und Lohnnebenkosten sind hierfür in Deutschland deutlich zu hoch. Vor allem weil der Konsument auf "Geiz ist Geil" steht und immer zu den billigen Produkten greift. in italien ist das etwas einfacher, da italiener bereit sind, mehr für Mode und Qualität auszugeben. Auch die Solidarität ist anders, wobei auch hier mit der Wirtschaftskrise ein deutlicher Trend zum günstigeren Produkt aus Fernost oder brasilien bemerkbar ist.
Fazit:
Angboten und produziert werden nur Produkte, die der Markt verlangt (Nachfrage). Eine Firma die hier nicht mitzieht, ist zum Untergang geweiht.. (beispiel Rhode)
Auch als ehemaliger Mitarbeiter der Firma Gabor habe ich dieses Unternehmen in sehr guter Erinnerung. Auch Herrn Joachim Gabor schätze ich sehr, deshalb freut mich der bericht von Mario brück sehr, welcher sehr gut gelungen ist.
Grüße aus Fernost
MK