Joachim Hunold: Pilotengewerkschaft fürchtet massive Streichungen bei der LTU

Joachim Hunold: Pilotengewerkschaft fürchtet massive Streichungen bei der LTU

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Offenbar soll bei der Air-Berlin-Tochter LTU massiv gestrichen werden. Das befürchtet die Pilotenvereinigung Cockpit

Die Fluggesellschaft Air Berlin plant nach Informationen der Pilotenvereinigung Cockpit massive Streichungen bei ihrer Tochter LTU und ihrem Standort am Flughafen Düsseldorf.

Sein Urteil steht fest: Sie seien überbezahlt, streitsüchtig und heimliche Helfer seines Hauptkonkurrenten Lufthansa – so oder so ähnlich urteilt Air-Berlin-Chef Joachim Hunold über die Piloten, die der Gewerkschaft Cockpit angehören. Darum meidet er sie, wo er nur kann. Doch das könnte sich nun als Fehler erweisen. Denn mit den Piloten der Air-Berlin-Tochter LTU droht ihm ein Streit um das aktuelle Sparprogramm – und die LTU-Piloten sind fast alle Mitglied der Gewerkschaft. Aus Sicht der Flugzeugführer belastet das Sparprogramm die LTU deutlich stärker als den Rest von Air Berlin. So soll die LTU-Flotte um gut 20 Prozent schrumpfen und damit etwa doppelt so stark wie Air Berlin insgesamt, schreibt die Gewerkschaft in einem Brief an ihre Mitglieder. Sie bezieht sich dabei auf eine Personalbedarfs- und Flottenplanung des Unternehmens. Besonders hart betroffen sei demnach der Standort Düsseldorf.

Hier „soll im Winter nur noch die Hälfte der gegenwärtig stationierten Flugzeuge zum Einsatz kommen“, heißt es in der Information der Tarifkommission der Vereinigung Cockpit bei der LTU. Das sei ein Bruch tariflicher Regelungen, nach denen ein Kapazitätsabbau bei LTU und dem Rest von Air Berlin im Verhältnis von eins zu fünf erfolgen soll. Tatsächlich kämen jedoch nach den derzeitigen Plänen auf sechs stillgelegte LTU-Maschinen nur acht Air-Berlin-Flieger.

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Aus Hunolds Sicht ist die Aufregung der Piloten verfrüht. „Das sind alles ungelegte Eier“, lässt der Air-Berlin-Chef mitteilen. „Wir schließen die Planung für den Winter frühestens Ende September ab.“ Doch das beruhigt die Piloten nicht. Auch eine ähnlich lautende Antwort an die Vereinigung Cockpit befriedigt sie nicht. Die Erklärung an die Gewerkschaft ließ Hunold durch seinen Personalchef überbringen. Schon allein dieses Vorgehen schürt Unmut. „Das kann Hunold nicht delegieren, schon gar nicht wenn der Inhalt absolut nichtssagend ist“, heißt es in Pilotenkreisen.

Damit stehen die Zeichen auf Krawall. „Sollte die Geschäftsleitung unserer Aufforderung der umfassenden Information erneut nicht nachkommen“, heißt es in einer Gewerkschafts-Information, „sehen wir uns gezwungen, den Arbeitgeber zu tariflichen Sozialplanverhandlungen aufzufordern.“ Um ohne Streik den Druck zu erhöhen, drängt die Tarifkommission ihre Mitglieder, Überstunden in der aktuellen Hauptreisezeit möglichst abzulehnen. Diese seien „für den Erhalt von möglichst vielen Arbeitsplätzen nicht dienlich“.

Dem Druck hat Hunold wenig entgegenzusetzen. Anders als im Pilotenkonflikt bei der Übernahme der Billiglinie DBA kann Hunold den LTU-Piloten nicht mit Entlassungen drohen. Denn bei einem Stellenabbau würde er die älteren Piloten nicht los. Und die hält Hunold für besonders renitent. Denn es gehört zu den Gesetzen der Luftfahrt, dass jüngere schlechter bezahlte Flugzeugführer zuerst gehen müssen. Auch der völlige Rückzug aus der Langstrecke ist keine Lösung. Denn bei LTU fliegen alle Piloten Fern- und Kurzstrecke im Wechsel. Hunold müsste sie weiter beschäftigen.

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