Jobmaschine Martina Schmitt: Die Bio-Boomerin bei Alnatura

Jobmaschine Martina Schmitt: Die Bio-Boomerin bei Alnatura

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Bei Alnatura Beruf und Berufung in Einklang gebracht

Etwas schüchtern sitzt die zierliche junge Frau in einem kleinen Konferenzraum der Unternehmenszentrale im hessischen Bickenbach bei Darmstadt. Im Rampenlicht zu stehen, das behagt der 32-Jährigen überhaupt nicht.

Martina Schmitt ist Leiterin des Produktmanagements beim Bio-Hersteller und -Händler Alnatura. Sie ist die Herrin über rund 800 Alnatura-Bio-Produkte vom Bärlauch Bierschinken über Birken-Cellulite-Öl bis Räucher-Tofu. Sie ist die Vorgesetzte von 20 Mitarbeitern, mit denen sie am liebsten zusammen auftritt, denn „nichts hier ist die Leistung eines Einzelnen“, sagt sie. Vor allem aber ist sie mit ihren Bio-Kreationen maßgeblich daran beteiligt, dass aus Bio Jobs werden – auch und gerade bei Alnatura.

Schmitt hat die Unternehmensphilosphie bei Alnatura tief inhaliert. An einer „grundlegenden Erneuerung des geisti- » gen, wirtschaftlichen und sozialen Lebens“ will Alnatura arbeiten, so steht es in den Unternehmensgrundsätzen. Partnerschaft, Miteinander und Gemeinsamkeit, sollen das tägliche Handeln bestimmen. Wer das bisher nicht verstanden hat, ahnt spätestens jetzt: Anthroposophische Organisationsmodelle prägen die Unternehmensstruktur, und Alnatura-Gründer und Geschäftsführer Götz Rehn macht kein Geheimnis daraus, dass die Lehre von Rudolf Steiner für sein Unternehmen, aber auch für sein persönliches Leben wichtig ist.

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Als einer der Ersten in Deutschland entdeckte Rehn das Potenzial, das im Markt für ökologische Lebensmittel steckt. Bereits 1984 gründete er seine Firma Alnatura, die seither unter dem Slogan „Sinnvoll für Mensch und Erde“ ökologische Lebensmittel produziert und vertreibt. In Zeiten, da von Aldi und Schlecker über Lidl und Real bis hin zum kleinen Rewe-Laden jeder Anbieter Bio-Produkte in seinen Regalen hat, wirkt Rehns Anliegen, Bio im großen Stil unter die Leute zu bringen, wie eine Selbstverständlichkeit.

In den Achtzigerjahren jedoch war der Gedanke kühn und zeugte von Pioniergeist. Bio-Produkte waren damals noch eine Randerscheinung: Der Verkauf beschränkte sich auf kleine Bio-Läden oder Reformhäuser, die Zielgruppe war ein klar eingegrenzter, überwiegend ideologisch geprägter Kreis von Menschen.

Mittlerweile boomt Bio wie kaum eine andere Branche. Und Alnatura boomt mit. Im vergangenen Geschäftsjahr schaffte das Unternehmen, das knapp 40 eigene Läden unter dem Namen „Super Natur Märkte“ betreibt und Handelsunternehmen wie Globus, Hit oder dm mit Bio-Produkten versorgt, ein Umsatzplus von 34 Prozent auf knapp 250 Millionen Euro. Vor sieben Jahren erlöste Alnatura noch nicht mal 50 Millionen Euro. Entsprechend dynamisch entwickelte sich der Bedarf an Mitarbeitern. Waren es vor fünf Jahren gerade mal knapp 400, so beschäftigt Alnatura heute mehr als 1000.

Seit fünf Jahren ist auch Schmitt bei Alnatura und sorgt mit Innovationen wie einem neuen Tiefkühlsortiment oder einer Bio-Premium-Linie namens Alnatura Sélection dafür, dass es dem Kunden nicht langweilig wird und er bei Alnatura immer wieder etwas Neues entdeckt.

Alnatura sei schon immer ihr Wunscharbeitgeber gewesen, sagt sie heute. Dabei ging ihr beruflicher Werdegang zunächst in eine ganz andere Richtung. Nach dem Abitur und der Ausbildung zur Fremdsprachenassistentin arbeitete Schmitt in Frankreich und Irland für den Internet-Dienstleister AOL. Dort brachte sie es sogar bis zur stellvertretenden Teamleiterin eines Callcenters. Doch Beruf und Berufung standen nicht im Einklang und so studierte die begeisterte Hobby-Köchin Betriebswirtschaft an der Fachhochschule in Gelsenkirchen, schrieb ihre Diplomarbeit über den Vertrieb von Bio-Lebensmitteln im Lebensmitteleinzelhandel und heuerte anschließend beim Edelkaufhaus Manufactum an: als Assistentin des Einkaufsleiters für Lebensmittel.

Ihre Berufung hat Schmitt bei Alnatura gefunden. Dabei schätzt sie vor allem den hohen Grad an Selbstverantwortung. Gerade die Kleinigkeiten seien es, die Alnatura von anderen Unternehmen unterscheidet. Wenn etwa Firmenchef Rehn morgens erst um zehn ins Unternehmen komme, dann müsse er eben draußen auf einem staubigen Feldparkplatz seinen alten Audi abstellen. Denn einen reservierten Parkplatz habe selbst der Alnatura-Chef nicht.

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