Jobumfrage: Die Jobmaschine: Helden der Arbeit

Jobumfrage: Die Jobmaschine: Helden der Arbeit

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Randstad-Deutschland-Chef Gatzke: 33.000 neue Leiharbeitsplätze in drei Jahren

Die neue Jobumfrage der WirtschaftsWoche beweist: Der Aufschwung ist 2007 an den Werkbänken und Schreibtischen angekommen. Die wichtigsten börsennotierten Unternehmen in Deutschland sind einer Untersuchung zufolge gut gerüstet für einen wirtschaftlichen Abschwung. Deutschlands Chefs, Manager und Erfinder haben neue Stellen geschaffen wie schon lange nicht mehr. Jede von ihnen hat ein Gesicht – und eine spannende Geschichte.

Eckard Gatzke hat schon viel Stress erlebt. Beim Logistiker Kühne + Nagel musste er sich mit der Sparwut im Unternehmen herumschlagen, bei der Bremer Spedition Roland mit raubeinigen Verladern. Und als Deutschland-Chef des niederländischen Expressdienstes TNT machte ihm die Deutsche Post das Leben schwer.

Umso euphorischer genießt Gatzke gerade den Ruhm, den ihm der Chefsessel bei Randstad in Deutschland einbringt. „Wir sind zufrieden“, sagt er mit sonorer Stimme vor dem gläsernen Schreibtisch in seinem Büro in Eschborn und blickt auf die Frankfurter Hochhäuser. „Rund 33.000 zusätzliche Mitarbeiter“ habe er seit 2005 per saldo in Deutschland angeheuert, rechnet Gatzke vor, so viel wie kein anderes Unternehmen in diesem Zeitraum. Und auch 2007 war er wieder Jobkönig – mit per saldo mehr als 10.000 neuen Mitarbeitern. „Damit wachsen wir schneller als die meisten unserer Wettbewerber“, sagt Gatzke.

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Wie sehr der 51-Jährige damit den anderen Unternehmen hierzulande enteilte, beweist die neue Jobumfrage der WirtschaftsWoche. Dabei wurden die 3300 wichtigsten Unternehmen hierzulande befragt, ob sie 2007 aus eigener Kraft, also ohne Firmenübernahmen, die Zahl der Beschäftigten in Deutschland erhöhten – eine in dieser Art einzigartige Erhebung. Insgesamt meldeten die Firmen rund 85.000 zusätzliche Stellen, gut 5,5 Prozent mehr als im Vorjahr.

Dass Randstad dabei zum dritten Mal hintereinander auf Platz eins landete, erklärt sich Gatzke vor allem mit einem grundsätzlichen Wandel. Früher nahm die Zahl der Leiharbeiter im Zuge eines Aufschwungs mit der Zeit ab, weil die Unternehmen zunehmend Leute selber einstellten. Davon ist diesmal weniger zu spüren. Stattdessen wächst die Leiharbeit ungestüm weiter. „Das beweist“, sagt Gatzke, „dass Zeitarbeitskräfte zum festen strategischen Bestandteil in den Planungen der Unternehmen geworden sind.“

Tatsächlich stellen die Arbeitskräfteverleiher in der WirtschaftsWoche-Jobumfrage die klassischen Arbeitgeber weit in den Schatten:

Allein vier Chefs der erfolgreichsten Jobmaschinen Deutschlands stehen an der Spitze von Unternehmen der Leiharbeitsbranche. Hinter Gatzke auf Platz zwei folgt dessen Kollege Thomas Reitz von Manpower, auf Platz drei Dieter Scheiff, Chef des Weltmarktführers Adecco, und auf Platz fünf Werner Müller, Präsident von Persona Service aus dem westdeutschen Lüdenscheid. Zählt man noch Ingenieurbüros wie Bertrandt dazu, die ihre Mitarbeiter teilweise ebenfalls verleihen, entstanden fast zwei von fünf der gemeldeten neuen Jobs in einer Zeitarbeitsfirma.

Auffällig viele zusätzliche Arbeitsplätze schuf im vergangenen Jahr auch das Dienstleistungsgewerbe. Viele der neuen Jobs gab es im Niedriglohnsektor, vorneweg bei den US-Schnellimbissketten Burger King, McDonald’s und Subway. Auch der Frankfurter Claus Wisser mit seiner Putzfirma Wisag, sein Osnabrücker Kollege Arnulf Piepenbrock, der Essener Wach- und Schließspezialist Fritz Kötter sowie der Callcenterbetreiber Walter Services stockten das Personal auf. Als aufstrebende Arbeitgeber in den Hintergrund geraten sind dagegen die Industrieunternehmen. Angeführt wird die kleine Riege von Ulf Schneider, dem Chef des Bad Homburger Medizintechnik- und Gesundheitskonzerns Fresenius, gefolgt von seinem Kollegen bei Bosch, Franz Fehrenbach, und dessen Pendant beim Getriebehersteller ZF Friedrichshafen, Hans-Georg Härter.

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