Joel Saveuse: Erster Kandidat für Metro-Chefposten aus dem Rennen?

Joel Saveuse: Erster Kandidat für Metro-Chefposten aus dem Rennen?

, aktualisiert 16. November 2011, 20:35 Uhr
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Joel Saveuse soll seinen Verzicht auf den Metro-Chefposten angedeutet haben.

Quelle:Handelsblatt Online

Im Rennen um den Metro-Chefposten soll Vorstandsmitglied Saveuse seinen Verzicht angedeutet haben. Damit wäre der Weg für den zweiten Kandidaten Koch aber nicht automatisch frei. Und auch Verdi hat so ihre Wünsche.

DüsseldorIm Rennen um den Chefposten des Handelsriesen Metro hat Vorstandsmitglied Joel Saveuse nach Informationen der Nachrichtenagentur Reuters signalisiert, notfalls auf eine Kandidatur zu verzichten. Saveuse sei dazu bereit, wenn es dem Wohl des Konzerns diene und einen andauernden Machtkampf um die Führung verhindere, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen am Mittwoch.

Dies habe der im Metro-Vorstand unter anderem für die Supermarktkette Real zuständige Saveuse gegenüber dem designierten Metro-Aufsichtsratschef Franz Markus Haniel angedeutet. Ein möglicher Rückzug des im Handel erfahrenen Saveuse bedeute aber nicht, dass damit der Weg für den zweiten Kandidaten, Metro-Finanzchef Olaf Koch, defintiv frei sei.

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Scheide Saveuse aus, heiße dies nicht, dass Koch automatisch mehr Stimmen erhalte. Sprecher von Metro und Haniel wollten die Angaben nicht kommentieren. Die Gewerkschaft Verdi machte dagegen klar, dass sie auf einen Handelsfachmann an der Metro-Spitze setzt. Sie signalisierte damit Unterstützung für Saveuse.

Der Aufsichtsrat der Metro soll am Freitag in Düsseldorf zusammentreten und Haniel zu seinem neuen Vorsitzenden wählen. Zugleich solle aber auch diskutiert werden, wer nach langer Hängepartie neuer Metro-Chef werden soll - der scheidende Vorstandschef Eckhard Cordes hatte im Oktober erklärt, seinen 2012 auslaufenden Vertrag nicht zu verlängern. Zuvor hatte es über Monate einen erbitterten Machtkampf um die Personalie gegeben, der auch im Metro-Aufsichtsrat tiefe Gräben gerissen hatte.

Es sei zudem auch offen, ob das Kontrollgremium am Freitag über die umstrittene Personalie des Metro-Chefs entscheiden könne, sagten mehrere Insider. Es gebe im Kontrollgremium Stimmen, die forderten, dass sich zunächst der Personalausschuss des Aufsichtsrats mit der wichtigen Chef-Frage beschäftigen solle, sagte ein Insider.

Diskutiert werde auch, ob ein neuer Chef mit einer zwei-Drittel-Mehrheit oder mit einer einfachen Mehrheit der Stimmen gewählt werden könne, hieß es an anderer Stelle. Es gebe aber auch noch die Hoffnung, dass sich der Aufsichtsrat zusammenraufe, sagte ein weiterer Insider. Koch könne dann davon profitieren.


Haniel soll Saveuse zum Rückzug gedrängt haben

Weder für Finanzvorstand Koch noch für Vorstandsmitglied Saveuse zeichne sich aber bislang eine klare Mehrheit im Aufsichtsrat ab, hatten bereits mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters gesagt. Franz Markus Haniel versuche dennoch, eine Lösung zu erreichen. Eine Variante sei dabei, dass einer der beiden Kandidaten von sich aus verzichte - oder dazu gedrängt werde. Haniel habe bei Saveuse auf einen Rückzug gedrängt, sagten mehrere mit dem Vorgang vertraute Personen.

Die Kapitalseite im Aufsichtsrat tendiere mehrheitlich zu Finanzchef Koch, berichteten Insider. Im Lager der Arbeitnehmer hat Saveuse indes Anhänger. Der Handelsfachmann, der vom französischen Konkurrenten Carrefour zur Metro gewechselt war, hatte unter anderem das einstige Sorgenkind Real wieder in die Spur gebracht.

Der Finanzexperte Koch gilt indes als Manager, der Verkäufe von Unternehmensteilen, die aus Sicht des Vorstands nicht mehr zum Metro-Kerngeschäft gehören, rasch vorantreiben kann. Zur Disposition stehen bei Metro die Warenhauskette Kaufhof und die Supermarktkette Real. Im Fall von Kaufhof spricht Metro bereits mit Interessenten - der österreichische Immobilien-Investor Rene Benko habe dabei die Nase vorn, hieß es.

Die Gewerkschaft Verdi bezog unmittelbar vor der Aufsichtsratssitzung Position. Die Branche brauche Manager mit Handelserfahrung, die das Geschäft von der Pike auf kennen und wissen, was die Kunden wollen, sagte eine Verdi-Sprecherin am Mittwoch in Berlin der Nachrichtenagentur dpa zum Profil des künftigen Konzernchefs aus Gewerkschaftssicht.

„Jemanden, der nicht nur die Zahlen kennt“ und auch wisse, dass es auf die Beschäftigten ankomme. Weit mehr als 70 Prozent der Beschäftigen im deutschen Handel seien Frauen, die für sich und ihre Familien sichere Arbeitsplätze bräuchten. Konkrete Namen wollte die Verdi-Sprecherin allerdings nicht nennen.

Quelle:  Handelsblatt Online
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