
Bietigheim-BissingenDass er keine Zeit zu verlieren hat, ist schnell klar. Jürgen Geßler geht schnell, redet schnell, springt während einer Präsentation ständig auf, fährt natürlich Porsche, und als der Aufzug nicht kommt, haut der 47-Jährige auf den Schalter: „Wie lange braucht der denn heute wieder?“ entfährt es ihm.
Die Eile hat ihren Grund. Jürgen Geßler hat noch viel vor. Als Vorstandschef von Porsche Design hat er seit seinem Amtsantritt 2007 zwar schon einiges erreicht. Der Umsatz mit Taschen, Mode, Sonnenbrillen, Porsche-Design-Brillen sowie der Merchandisingsparte Driver’s Selection ist von 46 auf mehr als 80 Millionen Euro gestiegen; die Gesellschaft schreibt schwarze Zahlen. Das freut die Anteilseigner – die Porsche AG mit 65 Prozent und die Beteiligungsgesellschaft der Familie Porsche mit 35 Prozent.
Doch die Umsatzrendite ist mit sieben bis acht Prozent noch (zu) gering – jedenfalls im Vergleich zum Mutterkonzern Porsche und zur internationalen Luxusbranche. Marken wie Louis Vuitton und Gucci erreichen ein Vielfaches. Zudem fehlt Porsche Design ein Logo, das auf den Flaniermeilen dieser Welt wie der Fifth Avenue in New York leuchtet. Das kleine, kryptische „pd“ ist ausbaufähig. „Wir brauchen eine dezente und doch gut sichtbare Markierung“, sagt Geßler.
Im Jahr 1972 von Ferdinand Alexander Porsche, dem legendären Designer des 911er und Cousin des Auto-Patriarchen Ferdinand Piëch in Salzburg und Stuttgart gegründet, führte die Marke lange ein avantgardistisches Schattendasein in dem Konzern. Die Sonnenbrille wurde zwar durch Yoko Ono, die Frau von Beatles-Sänger John Lennon, ebenso zur Ikone wie die Titan-Armbanduhr durch Apple-Gründer Steve Jobs. Doch die internationale Begehrlichkeit und Größe einer Luxusmarke erreichte Porsche Design nie.













