Kampf um Opel: Blitz-Krieg: Warum General Motors gut für Opel ist - Seite 4

Kampf um Opel: Blitz-Krieg: Warum General Motors gut für Opel ist

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"Ziel aller Konzepte ist es, Quelle: REUTERS
"Ziel aller Konzepte ist es, die Strukturkosten um 30 Prozent zu senken. Wir gehen alle davon aus, dass das den Abbau von rund 10.000 Stellen bedeutet", GM-Verhandlungsführer John Smith Quelle: REUTERS

Probleme drohen GM auch in Russland. Mit der Absage an das Magna-Sberbank-Investorenkonsortium hat GM auch Wladimir Putin brüskiert. Bis zuletzt hatte Russlands mächtiger Premier sicher geglaubt, der Deal sei unter Dach und Fach. Mit Hilfe deutscher Technologie, so das Kalkül, sollten russische Hersteller endlich mal konkurrenzfähige Modelle entwickeln. Zum Dank hätte Putin für die Marke mit dem Blitz in Russland sämtliche Ampeln auf Grün geschaltet.

Jetzt muss GM den Zorn fürchten. GM ist bereits die Nummer zwei in Russland – auch dank Opel. Wenn es um den Schutz der heimischen Industrie geht, erhöht Putin schon mal die Importzölle, so geschehen, um den Verkauf der eigenen Lada-Fahrzeuge anzukurbeln.

Poker mit den Politikern

Just an dem Abend, als die GM-Absage im Moskauer Weißen Haus ankam, kündigte Putin die Tilgung der gewaltigen Avtovaz-Schulden in Höhe von 38 Milliarden Rubel (knapp 900 Millionen Euro) an. Zusammen mit Hilfen für Forschung und Entwicklung wird die Regierung zusätzlich rund 1,3 Milliarden Euro an den mit dem französischen Opel-Konkurrenten Renault verbandelten Konzern überweisen – und ihn damit auch finanziell wappnen für den Wettbewerb mit GM. Renault-Chef Carlos Ghosn kann sich freuen. Der Franzose bleibt weiter strategischer Partner Nummer eins und kann hoffen, dass Avtovaz als neue Priorität staatlicher Wirtschaftspolitik mit vielen Haushaltsmilliarden zum dominanten Player auf dem russischen Markt wird.

Wichtig dürfte auch werden, wie erfolgreich GM den sich abzeichnenden Weggang von Europa-Chef Forster kompensieren kann. Sollte GM einen Amerikaner entsenden, um Opel zu leiten „läuft die Belegschaft Amok. Da bleibt hier kein Stein auf dem anderen“, fürchtet ein Opel-Ingenieur. Es müsse schon ein erfahrener Automanager wie der Magna-Manager Herbert Demel sein, der als Nachfolger von Forster galt, für den Fall, dass Magna das Ruder übernimmt.

Jetzt müssen sich erst einmal die Politiker und GM-Manager einigen. Dabei ist die Drohung aus Berlin, kein Geld locker zu machen, ebenso leer wie der Konter von GM, Opel in die Insolvenz zu schicken. Die Amerikaner würden die Tochter Opel, die sich gerade mit dem Insignia und Astra herausputzen will, damit ruinieren und die besten Mitarbeiter zur Konkurrenz treiben. Umgekehrt wollen Berlin und die betroffenen Bundesländern Jobs erhalten. Taktisch sitzt General Motors am längeren Hebel. Die Amerikaner können die europäischen Opel-Staaten nun leicht gegeneinander ausspielen.

Eine Sonderrolle spielt Nordrhein-Westfalen. Dort wird im Mai gewählt, und dass die Amerikaner das Werk Bochum wie geplant dicht machen, wird Ministerpräsident Jürgen Rüttgers mit aller Macht zu verhindern suchen. Zu sehr muss der Christdemokrat fürchten, die Gewerkschaften könnten dann ein neues Kampflied anstimmen: „Der Mai ist gekommen, die Amis schmeißen raus.“

15 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 12.11.2009, 08:14 UhrAnonymer Benutzer: MB

    @Moskauer

    ich denke beispiele wie TVR sind da sehr abschreckend, aber völlig anders gelagert und nicht vergleichbar. Eher spezifischen investoren geschuldet.

    Aber generell stelle ich bei den Deutschen eine große Skepsis fest mit anderen offen zusammenzuarbeiten. Das durch die Zusammenarbeit erst das notwendige Vertrauen aufgebaut werden kann, um auch langfristige Partner zu finden, ist nicht so populär wie es sein sollte.

    Dass man dabei hin und wieder auf die Fresse fällt, sollte man einfach akzeptieren. Aber der Deutsche hat so viel Angst vor dem Scheitern, dass er lieber gar nix macht. Also wird bAiC gleich besser lieber ausgeklammert. Kein schönes Signal für einen investor der Opel erstmal Vertrauen schenkt.

    Vielleicht sollte man besser von Subventionsgeschenken absehen, weil dann würde sich zeigen wer wirklich an Opel glaubt und Geld in die Hand nimmt und nicht mit Geldgeschenken erst die Ratten anlocken und dann jammern wie schlimm die Heuschrecken doch sind.

  • 11.11.2009, 13:02 UhrAnonymer Benutzer: Hans -ein Österreicher in Deutschland-

    Hat sich die alte bundesregierung u.a. Herr Steinmeier zu weit rausgelehnt bei der MAGNA Zusage?
    ich bin froh dass eine neu restrukturierte OPEL weiterhin mit dem Großkonzern GM als Partner zusammen arbeiten kann.
    Wer ist Frank Stronach mit seiner MAGNA?
    Als Zulieferer ok, mehr nicht! "Schuster bei bei deinen Leisten".

  • 11.11.2009, 10:16 UhrAnonymer Benutzer: Moskauer

    Was macht Sie so sicher, dass die Russen dies machen würden???
    Haben Sie Fakten oder bessere informanten wie wir alle???
    Oder spricht aus ihnen die US-Propoganda der letzten 50 Jahre heraus, dass die Russen die bösen sind und alle abzocken wollen????

    Nach der geplatzen Übernahme, wurden in Russland munter weiterentlassen...
    aber wenn interessierts was der böse bär für Probleme hat, gell?!
    ich denke D und Rus würden mehr davon haben, wenn in Rus der Arbeitsmarkt stabiler wäre, denn made in Germany ist den Rus lieber als alles andere...

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