Kamps: Barilla will Bäckereikette Kamps loswerden

Kamps: Barilla will Bäckereikette Kamps loswerden

von Niklas Hoyer

Der Nudelkonzern Barilla startet einen neuen Anlauf, die Bäckereikette zu verkaufen.

Glücklich ist der italienische Nudelkonzern Barilla mit der deutschen Bäckereikette Kamps nie geworden, die er 2002 übernommen hat. 2008 scheiterte Barilla bei der Suche nach einem Käufer. Nun versuchen die Italiener nach Informationen der WirtschaftsWoche erneut, das Franchise-Geschäft mit den vor allem in Hamburg, Berlin und Nordrhein-Westfalen angesiedelten 900 Bäckereifilialen loszuschlagen.

Barilla hat die auf solche Transaktionen spezialisierte Investmentbank Lincoln International mit der Suche nach einem Käufer beauftragt. Bei den Bietern soll es sich um Finanzinvestoren handeln, darunter die niederländische Gilde Equity Management, der deutsch-chilenische Finanzinvestor Cristiàn Mantzke und der Deutschland-Chef der US-Beteiligungsgesellschaft Apax, Michael Phillips, der 2006 schon bei der süddeutschen Bäckereikette Müller-Brot eingestiegen ist. Der Düsseldorfer Unternehmer und Kamps-Gründer Heiner Kamps, der noch vor zwei Jahren Interesse an einem Rückkauf gezeigt hatte, soll nicht mit im Rennen sein. Das Verhältnis zwischen ihm und Barilla sei nachhaltig gestört, heißt es in Finanzkreisen. Barilla und Lincoln International bestätigten, dass der Verkaufsprozess laufe, wollten sich aber nicht zu Details äußern.

Anzeige

Die Kamps-Übernahme bescherte Barilla bisher hohe Verluste. Pasta-Boss Guido Barilla kaufte 2002 in einer Übernahmeschlacht 51 Prozent des Back-Imperiums für 1,8 Milliarden Euro, später musste Barilla für die restlichen Anteile 434 Millionen Euro nachschießen. Ein hoher Preis: Denn über die Jahre haben die Italiener mehr als eine Milliarde Euro auf die übernommenen Geschäftszweige abgeschrieben, zu denen neben der zum Verkauf stehenden Bäckereikette auch die Brotmarken Lieken Urkorn, Golden Toast und Harry’s gehören.

2008 wollte der hoch verschuldete Pasta-Konzern dann einen Schlussstrich ziehen und sich vom Filialgeschäft und fünf Kamps-Produktionsstätten in Deutschland trennen. Der Verkauf platzte, da kein Käufer die geforderten 100 Millionen Euro zahlen wollte. Mittlerweile sollen Barilla schon rund 60 Millionen Euro für Kamps reichen. Doch auch das ist den Interessenten noch zu viel. Für die Modernisierung der Läden und Produktionsanlagen sei ein zweistelliger Millionenbetrag nötig, behauptet ein Kenner des Bietverfahrens. Der Gewinn (Ebit) ist 2009 von knapp acht Millionen Euro im Vorjahr auf rund 2,5 Millionen Euro eingebrochen. Anfang Mai hatte Barilla bei der Bekanntgabe des Konzernergebnisses für 2009 (Nettoverlust 101 Millionen Euro) noch darauf verwiesen, dass sich die Ertragskraft der deutschen Aktivitäten verbessert habe.

Anzeige
Unternehmer stellen sich vor
Deutsche Unternehmerbörse - www.dub.de
DAS PORTAL FÜR FIRMENVERKÄUFE
– Provisionsfrei, unabhängig, neutral –
Angebote Gesuche




.

Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%