Kapitalerhöhung bei HSBC: Britische Bankenkrise spitzt sich zu

Kapitalerhöhung bei HSBC: Britische Bankenkrise spitzt sich zu

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Trübe Aussichten bei der HSBC. rtr

Großbritannien leidet immer stärker unter der Finanzkrise. Die Großbank HSBC schockt mit einer gigantischen Kapitalerhöhung, den meisten anderen britischen Banken geht es noch schlechter. Nun setzt Premierminister Gordon Brown auf einen "New Deal" mit den USA.

Es ist die Zeit der erschreckenden Superlative: Nachdem die Royal Bank of Scotland (RBS) vor kurzem den größten Verlust in der britischen Wirtschaftsgeschichte verzeichnete, kündigte der Branchenprimus HSBC jetzt die größte Kapitalerhöhung an, die eine britische Aktiengesellschaft je vornahm. 17,7 Milliarden Dollar (rund 14 Milliarden Euro) will das Institut durch die Ausgabe neuer Aktien bei Privatinvestoren einsammeln. Rund fünf Milliarden neue Anteile sollen zu je 254 Pence an die bisherigen Aktionäre verkauft werden.

Das traditionsreiche Institut braucht frisches Geld, da es auf faulen Krediten von fast 25 Milliarden Dollar (rund 20 Milliarden Euro) sitzt. Zudem hat HSBC mit einem enormen Gewinneinbruch zu kämpfen. Die Bank verzeichnete 2008 nur noch einen Gewinn von 5,7 Milliarden Dollar, nach 19,1 Milliarden Dollar im Vorjahr. Der Gewinnrückgang betrug 70 Prozent. Zuvor schien es lange Zeit so, als würde das Institut relativ glimpflich durch die Finanzkrise kommen.

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HSBC will sich aus den USA zurückziehen

Verhagelt wurde die Bilanz durch das Geschäft in den USA: Dort erlitt HSBC einen Vorsteuerverlust von 15,5 Milliarden Dollar. Nur durch die Gewinne in anderen Regionen schrieb die Bank unter dem Strich noch schwarze Zahlen. In Europa steigerte die Bank den Gewinn sogar.

Die Bank zieht aus den schlechten Zahlen Konsequenzen: HSBC will sich in den USA größtenteils aus dem Kreditgeschäft für Privatkunden zurückziehen. Die meisten der 800 Filialen werden geschlossen, 6100 Stellen sollen wegfallen.

Die HSBC senkt zudem ihre Dividendenzahlung für 2008 um knapp 30 Prozent auf 64 Cent je Anteilsschein. Damit will die Bank die Kapitalbasis schonen, denn die Kernkapitalquote der Bank verringerte sich im vergangenen Jahr auf 8,3 Prozent. 2007 waren es noch 9,3 Prozent. Durch die niedrigeren Dividenden und die Kapitalerhöhung soll sie wieder auf 9,8 Prozent steigen.

Banken wagen keinen Ausblick

Der Aktienmarkt quittierte die Nachrichten mit einem zweistelligen Minus. Vor allem die Anzahl der neuen Aktien, der Bezugspreis und die Dividendenkürzung enttäuschten die Experten. Mit einem Abschlag von weniger als 50 Prozent in den vergangenen zwölf Monaten gehört die Aktie aber noch zu den besten Werten im Finanzsektor.

Für das Jahr 2009 traut sich die HSBC wie die Konkurrenz keinen Ausblick zu. Doch es gibt einen kleinen Hoffnungsschimmer: Der Start in das laufende Jahr sei besser ausgefallen als erwartet - vor allem im Geschäft mit Großkunden und im Investmentbanking. HSBC-Chef Michael Geoghegan nannte dabei aber keine konkreten Zahlen.

Immerhin steht die HSBC nach wie vor besser da als die meisten anderen britischen Institute, die nur noch mit Staatshilfe überlebensfähig sind. Besonders schlimm hat es die Royal Bank of Scotland (RBS) getroffen. Sie hat 2008 mit 24,1 Milliarden Pfund den größten Verlust in der britischen Wirtschaftsgeschichte verzeichnet. Die RBS ist mittlerweile weitgehend verstaatlicht. Die Regierung versicherte zudem faule Kredite in Höhe von 325 Milliarden Pfund (363 Milliarden Euro) gegen mögliche Zahlungsausfälle.

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