Karl-Gerhard Eick: Buhmann der Nation

Karl-Gerhard Eick: Buhmann der Nation

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Karl-Gerhard Eick

von Jürgen Berke

Verzweifelt versuchte Karl-Gerhard Eick, die Karstadt-Mutter Arcandor zu retten - vergeblich. Jetzt droht dem Aufsichtsratsmitglied der Deutschen Bank erneut Ärger.

Karl-Gerhard Eick ist bis heute der Buhmann der Nation. 185 Tage lang versuchte der Ex-Chef von Arcandor vergeblich, den angeschlagenen Handelskonzern mit der Warenhaustochter Karstadt zu retten – und ließ sich für seinen Kurzeinsatz ein fürstliches Salär von bis zu 15 Millionen Euro garantieren. Die Empörung darüber war so groß, dass selbst die Kanzlerin in den Chor der Kritiker einstimmte.

Jetzt flammt erneut Kritik an Eicks Millionenabfindung auf. Diesmal geht es um seine persönlichen Interessen, die er als Aufsichtsrat der Deutschen Bank an einer Rettung von Sal. Oppenheim gehabt hat. Als das größte deutsche Geldinstitut am 28. Oktober 2009 die angeschlagene Privatbank übernahm und vor der Insolvenz rettete, sicherte es auch die Fortzahlung von Eicks Abfindung zu. Bis zum Auslaufen seines ursprünglich bis Frühjahr 2014 befristeten Fünfjahresvertrags bekommt Eick seitdem zusätzlich zur Vergütung als Deutsche-Bank-Aufsichtsrat die entsprechend gestaffelten Abschläge seiner 15-Millionen-Euro-Abfindung.

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Sal. Oppenheim hatte als Großaktionär von Arcandor entsprechende Garantien abgegeben, um Eick zur Aufgabe seines Vorstandspostens bei der Deutschen Telekom zu bewegen. Im Falle der Insolvenz von Sal. Oppenheim wäre Eick wie alle anderen Gläubiger aus der Konkursmasse bedient worden und hätte einen Großteil der üppigen Abfindung abschreiben müssen.

Als Aufsichtsrat der Deutschen Bank war sich Eick dieses Problems offensichtlich bewusst. Denn an der Abstimmung und der Diskussion zum Erwerb von Sal. Oppenheim nahm er im Sommer und Herbst 2009 „wegen eines möglichen Interessenkonflikts“, wie es im Geschäftsbericht heißt, nicht teil.

Abhängig vom Vorstand

Für Hartwig Henze, ehemaliger Richter am Bundesgerichtshof, reicht diese Nichtteilnahme aber nicht, um alle Interessenkonflikte auszuräumen. Mit dem Kauf von Sal. Oppenheim habe die Deutsche Bank auch die Verpflichtung aus der Garantie übernommen, die Sal. Oppenheim gegenüber Herrn Eick abgegeben hatte. „Dieser Vorgang hätte meines Erachtens der Hauptversammlung zur Genehmigung vorgelegt werden müssen“, sagt Henze. „Auch wenn die Zahlung nicht als Vergütung für die Aufsichtsratstätigkeit von Herrn Dr. Eick gewährt wird, bringt sie die Gefahr der Schaffung von Abhängigkeiten zwischen Vorstand und Aufsichtsratsmitglied mit sich, die der Gesetzgeber verhindern wollte.“ Um die Unabhängigkeit des Aufsichtsrats zu sichern, hätte Eick zurücktreten oder auf die Abfindung verzichten müssen.

Henze hatte schon im Oktober 2009 in einem Gutachten für die Anwaltskanzlei Bub, Gauweiler & Partner, die Leo Kirch im Verfahren gegen die Deutsche Bank vertritt, unter anderem die Rechtmäßigkeit des Vertrages zwischen Eick und Arcandor/Sal. Oppenheim angezweifelt, weil er gegen den Deutschen Corporate Governance Kodex verstoße.

Als Vorsitzender des Prüfungsausschusses des Deutsche-Bank-Aufsichtsrats wäre es Eicks Aufgabe gewesen, möglichen Verfehlungen nachzugehen. Doch daran hatte Eick offenbar kein Interesse. In einer Stellungnahme bestreitet Eick, dass es einen Interessenkonflikt gibt. Ein Gutachten habe dies bestätigt.

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