Karstadt-Insolvenz: Insolvenzverwalter nimmt Druck aus dem Karstadt-Verfahren

Karstadt-Insolvenz: Insolvenzverwalter nimmt Druck aus dem Karstadt-Verfahren

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Karstadt-Gläubigerversammlung in Essen: Vernünftiger Vorschlag, der es in sich hat

von Henryk Hielscher

Die Gläubiger der insolventen Warenhauskette Karstadt haben am Montag dem Insolvenzplan zur Rettung des Unternehmens zugestimmt. Damit ist der Weg frei für den Einstieg eines Investors. Zugleich hat Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg die starre Verkaufsfrist bis Ende April gelockert.

Der Antrag kam unerwartet: Kaum hatte die Karstadt-Insolvenzverwaltung bei der Gläubigerversammlung in Essen ihre Ausführungen über den Stand des derzeit größten deutschen Insolvenzverfahrens beendet, macht Frank Kebekus einen Vorschlag, der es in sich hatte: Kebekus, selbst Insolvenzverwalter und Vertreter des Immobilienkonsortiums Highstreet, empfahl, die Frist aufzugeben, bis zu der Karstadt verkauft werden sollte. Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg befürwortete den Vorstoß prompt als "sehr vernünftig", um zu vermeiden, aus formalen Gründen den "Automatismus einer Liquidation" zu starten. Ursprünglich beinhaltete der Insolvenzplan die zwingende Bedingung, dass Investoren bis zum 30. April den Kaufvertrag unterzeichnen müssen. Nach Überschreiten der Frist wäre das Unternehmen zerschlagen worden.

Görg gibt sich optimistisch

Über die Bedeutung des neuen Passus kann nun gerätselt werden. Einerseits könnte die Streichung der Frist darauf hin deuten, dass bislang kein Kaufkandidat gefunden wurde und dies bis zum 30. April auch unwahrscheinlich ist. Die Insolvenzverwaltung interpretiert den Vorgang derweil eher als einen Versuch, den Verkaufsprozess letztlich nicht an Formalien scheitern zu lassen. Im Klartext soll das wohl heißen: Man steht mit einem oder mehreren Kandidaten in forgeschrittenen Verhandlungen, befürchtet allerdings, dass sich der endgültige Vertragsabschluss - etwa wegen Prüfungen der Kartellbehörden - verzögert. Vor den Gläubigern gab sich Görg optimistisch: Man hätte Anlass anzunehmen, das es schon in der kommenden Woche ein Angebot geben werde, sagte er. Am Zeitplan will Görg daher "im Kern" festhalten, die starre Frist sei lediglich "etwas aufgeweicht" worden. "Den Automatismus haben wir beseitigt, ohne das wir das Ziel verändert haben", sagte Görg vor Journalisten.

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Die Karstadt-Gläubiger hatten zuvor Görgs Konzept für den Komplettverkauf der Warenhauskette zugestimmt. Danach sollen die noch bestehenden 120 Karstadt-Häuser weiter betrieben und im Block an einen Investor verkauft werden. So sollen rund 25.000 Arbeitsplätze erhalten werden.

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