Karstadt-Insolvenz: Triton: Ohne weitere Einschnitte verpufft Karstadt-Sanierung

Karstadt-Insolvenz: Triton: Ohne weitere Einschnitte verpufft Karstadt-Sanierung

von Henryk Hielscher und Cornelius Welp

Der Finanzinvestor Triton geht davon aus, dass Karstadt ohne weitere Einschnitte spätestens in drei Jahren wieder Millionenverluste schreibt, berichtet die WirtschaftsWoche.

Die deutsch-skandinavische Beteiligungsgesellschaft verhandelt derzeit über einen Kauf der insolventen Warenhauskette und fordert von Arbeitnehmern und Vermietern weitreichende Zugeständnisse. Laut einer vertraulichen Prognose-Rechnung des Investors, die der WirtschaftsWoche vorliegt, würde der Gewinn von Karstadt ohne weitere Zugeständnisse von 2012 an wieder massiv einbrechen, 2013 würde die Warenhauskette 53 Millionen Euro Verlust (Ebitda) und 2014 rund 113 Millionen Euro Verlust (Ebitda) schreiben. Der Umsatz würde um jährlich rund zwei Prozent sinken. Ohne weitere Einschnitte führe der Weg daher „erneut in die Krise“, heißt es in der Triton-Prognose, die dem Karstadt-Gläubigerausschuss präsentiert wurde.

Vergangenen Montag hatte Triton mit einem Rückzug aus dem Bieterprozess gedroht und erklärt, es gebe keinerlei Fortschritte in den Gesprächen mit der Arbeitnehmerseite. Eine Sprecherin der Gewerkschaft Verdi betont hingegen, dass der Sanierungstarifvertrag für Karstadt Triton bereits die Möglichkeit biete, einzelne „Stellschrauben“ zu verändern. Weitere Zugeständnisse der Beschäftigten wurden bisher abgelehnt.

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Die Übernahme der 120 Karstadt-Warenhäuser hatte der Investor bei einer Präsentation vor dem Gläubigerausschuss am 24. April gleich an mehrere Bedingungen geknüpft. Sogenannte „kranke Flächen“, also Abteilungen wie Spielwaren, Multimedia oder Beleuchtung, die 2009 insgesamt 120 Millionen Euro Verlust eingefahren haben, sollen reduziert oder an externe Partner abgegeben werden. Die bereits vereinbarten Lohnkürzungen für die rund 25 000 Mitarbeiter sollten nicht wie geplant 2012 auslaufen, sondern flexibilisiert werden. Ob die Mitarbeiter 2013 wieder Tariflohn bekämen, hinge dann von der Umsatz- und Gewinnentwicklung ab. Zudem will Triton „unabhängige Geschäftseinheiten“ für die Waren-, Premium- und Sporthäuser schaffen, heißt es in den Präsentationsunterlagen, die der WirtschaftsWoche vorliegen. Schließlich peilt Triton auch eine „Reduktion der Mieten“ an und erwägt laut dem Papier die „Überprüfung und gegebenenfalls Rückgabe einzelner Häuser an den Vermieter.“

Der wichtigste Immobilienbesitzer – das Konsortium Highstreet um die US-Investmentbank Goldman Sachs – würde „gewisse Abstriche akzeptieren“, heißt es dazu in Finanzkreisen. Inwieweit die Arbeitnehmer dem Investor entgegen kommen, ist fraglich.

Triton hat nur noch bis 28. Mai Zeit, die Vermieter und Verdi von dem Konzept zu überzeugen. Für den Fall, dass Triton als Käufer ausfällt, hat sich das Highstreet-Konsortium ein Angebot vorbehalten und würde womöglich gemeinsam mit einem Partner bei Karstadt einsteigen. Dabei käme allerdings auch „Highstreet an weiteren Einschnitten nicht vorbei“, heißt es in Finanzkreisen. Als Hauptproblem dieser Variante gilt jedoch der immense Abstimmungsbedarf mit allen Highstreet-Investoren in kurzer Zeit.

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