Kasper Rorsted: Auf Asientour mit dem Henkel-Chef

Kasper Rorsted: Auf Asientour mit dem Henkel-Chef

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Henkel-Chef Kasper Rorsted trifft die Nachwuchselite

von Mario Brück

Kein anderer Chef eines Dax-Konzerns geht so auf Tuchfühlung zu Kunden, Zulieferern und Mitarbeitern wie Kasper Rorsted. WirtschaftsWoche-Redakteur Mario Brück begleitete den Lenker des Waschmittel-, Klebstoff- und Kosmetikherstellers als erster Journalist auf einer seiner Dienstreisen.

Gleich kommt er. Drei Dutzend fein gekleidete Damen und Herren warten vor dem Buffet mit Kaffee, Wasser und geschnittener Wassermelone im Konferenzraum Guilin. Hoher Besuch aus Deutschland hat sich angesagt, im dritten Stock des Shangri-La Hotels in Shanghai. Kaum einer der Wartenden ist älter als 30. Alle arbeiten sie für Henkel, den berühmten Konzern im 8500 Kilometer entfernten Deutschland. Alle sind sie HiPos, High Potentials, also Mitarbeiter, denen nach Meinung ihrer Vorgesetzten beste Karrierechancen nachgesagt werden.

Monica Sun nimmt mit ihren schwarzen Augen die Gruppe ins Visier. Die 43-Jährige ist Personalchefin von Henkel Asia-Pacific, jener Tochter des Düsseldorfer Waschmittel-, Klebstoff und Shampooherstellers, die von Shanghai aus das Geschäft in 14 Ländern der Region lenkt, von China über Vietnam, Japan und Korea bis nach Australien und Indien. „Wenn ihr ihm Fragen stellt“, schärft die schwarzhaarige Managerin ihren HiPos ein, „dann sprecht ihn bitte mit Kasper an – nicht mit Herr Rorsted.“

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Samstag, 20. August, 9.30 Uhr

Er ist da. Ohne Troß, ohne Unterlagen betritt Rorsted den mit roten Polsterstühlen staffierten Raum. Im blau-weiß karierten Hemd, die Ärmel hochgekrempelt, mit dunkelgrauer Anzughose, leicht gebräunt und die braunen Haare wie immer ein wenig gegelt, begrüßt er die Hoffnungsträger. Er skizziert ihnen das fulminante Wachstum von Henkel in Asien und kündigt an, dass China in vier Jahren der zweitgrößte Markt für den Konzern sein werde. Dabei frage er sich, merkt er nachdenklich an: „Haben wir die richtigen Führungskräfte für das angestrebte Wachstum?“

Das HiPo-Meeting im Shangri-La Hotel markiert die Halbzeit eines jener Mammut-Trips, die der Henkel-Chef in schöner Regelmäßigkeit rund um den Globus unternimmt. Mit rund 80 Programmpunkten hat er seine 12-tägige Reise quer durch Asien diesmal vollgestopft, zu der er sich am 15. August aufmachte. Im Vergleich zu anderen Trips wirkt der Ausflug nach Fernost fast kurz. 2009 tourte Rorsted beinahe sechs Wochen durch Nordamerika, im vergangenen Jahr knapp fünf Wochen durch Asien mit Stationen in Korea, Australien und auf den Philippinen. Jetzt führt ihn die Route von Shanghai über Tokio und Hongkong nach Bangkok. Auch diesmal ist das Programm so bunt wie die Henkel-Produktpalette.

Mal spricht Rorsted vor Belegschaften örtlicher Niederlassungen. Mal lässt er sich in kleinen Runden aktuelle Geschäftszahlen präsentieren. Mal besucht er ein Unternehmen einer ganz anderen Branche, wie etwa die Megafabrik des umstrittenen Apple-Lieferanten Foxconn in der südchinesischen Stadt Shenzhen, die durch Selbstmorde von Beschäftigten Schlagzeilen machte. Er habe diese skandalumwitterte Megafabrik einmal selber sehen wollen, sagt Rorsted.

Und stets sind Termin- und Zeitplan zum Bersten gefüllt. Immer andere Hotels, der ständige Wechsel der Zeitzonen – Rorsted, 49, vierfacher Vater, schafft das nur mit eiserner Disziplin. „Um 21 Uhr ist Schluss für mich“, sagt er. Basta. Wein oder Sekt trinkt Rorsted allenfalls zum Anstoßen, von allzu exotisch wirkenden asiatischen Speisen hält er Abstand.

Für das nötige Regime sorgt Rorsteds Stab im Vorfeld und von Düsseldorf aus. So hochkarätig die Gesprächspartner auch sein mögen, deutlich nach 21 Uhr läuft nichts. Nicht dass Rorsted eine Schlafmütze wäre, eher erinnert der gebürtige Däne und frühere Handball-Juniorennationalspieler an einen eisernen Preußen. „Ich stehe um 5.30 Uhr auf und gehe dann Laufen oder ins Fitnessstudio.“

Das ist auch an diesem Samstagmorgen so, bevor Rorsted zu seinen HiPos spricht. Zwischen 6 und 7 Uhr hat er im Fitnessraum des Shangri-La Hotels bereits ein paar Kilometer auf dem Laufband absolviert. Danach stand ein Arbeitsfrühstück im Horizon Room im 29. Stock des Hotels auf dem Programm. Und anschließend schnell in den dritten Stock, um den Henkel-Managern der Zukunft sein Credo nahezubringen.

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