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Kasper Rorsted: Henkel-Chef will Flexibilisierung des Arbeitsmarktes wie in Dänemark

von Reinhold Böhmer und Mario Brück

Henkel-Chef Kasper Rorsted fordert von der Bundesregierung eine Flexibilisierung des Arbeitsmarktes wie in seinem Heimatland Dänemark, wo es keinen gesetzlichen Kündigungsschutz gibt.

„Viele kleine und mittelgroße Unternehmen fragen sich, ob sie es sich leisten können, Mitarbeiter einzustellen, weil sie nicht wissen, ob der Aufschwung trägt und wie sie sich in einer nächsten Krise wieder von ihnen trennen können“, sagte Rorsted im Interview mit der WirtschaftsWoche.

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„Arbeitsplätze kann man nicht allein mit Gesetzen schützen, sondern man muss sie mit innovativer Politik fördern.“ Als „ein Beispiel“, wie es gehen könne, nannte Rorsted Dänemark. Dort gebe es auch ohne Kündigungsschutzgesetze „kein Heuern und Feuern“.

Rorsted will die Henkel-Produktpalette von jetzt rund 600 Marken weiter ausdünnen und sich auf die großen, bekannten Marken konzentrieren. „Wir müssen die großen und bekannten Marken noch stärker machen. Wir bereinigen stetig unser Sortiment um kleinere, wenig bedeutende Marken.

Vor zwei Jahren waren es etwa 30 Marken, im vergangenen Jahr 46, und auch in diesem Jahr wird es weitere Bereinigungen geben“, sagte Rorsted.

Als Signal für den gesamten Konzern sieht der Henkel-Chef die im vierten Quartal 2009 erreichte Rendite von 12,4 Prozent. Es sei erfreulich, „dass uns das ausgerechnet und zum ersten Mal im vierten Quartal 2009 gelungen ist. 12,4 Prozent, im größten Krisenjahr der vergangenen 80 Jahre! Die Signalwirkung ist enorm.“

Damit ist Henkel seinem Ziel ein Stück näher gekommen, die Umsatzrendite bis 2012 auf 14 Prozent zu steigern. Im Gesamtjahr 2009 lag die Rendite bei zehn Prozent.

Anreiz Eigenmarken

Als Anreiz, die Produktqualität weiter zu steigern, sieht Rorsted die zunehmende Konkurrenz von Eigenmarken der Handelskonzerne.

„Natürlich sehen wir die Eigenmarken des Handels als Wettbewerb. Deshalb müssen wir immer bessere Produkte bringen, die dem Kunden einen Mehrwert bieten und für die er bereit ist, einen entsprechenden Preis zu bezahlen.

Zugleich kümmern wir uns persönlich auf Vorstandsebene um unsere wichtigsten Handelskunden. Denn der Preis ist nicht alles.“

Ausdrücklich begrüßte Rorsted die von der Bundesregierung verlängerte Kurzarbeit, um Entlassungen zu vermeiden.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 16.03.2010, 11:10 UhrAnonymer Benutzer: zsazsa

    Fragmentarisch nur den Kündigungsschutz abzuschaffen ohne gleichzeitig die anderen Arbeitsmarktspezifika entsprechend anzupassen ist fragwürdig. H&F funktioniert in DK, weil auch das ALG funktioniert, und die Arbeitnehmer nicht in eine finanzielle Katastrophe wie HartziV stürzen beim Verlust des Arbeitsplatzes.

  • 15.03.2010, 11:25 UhrAnonymer Benutzer: Henkel Zyniker

    Der Rorsteed will doch nur die eigenen Leute schneller entlassen können für seine Markenkosolidierung. Dies würde ihm Kostensparen, einerseits MA zu entlassen, andererseits wenn es einfacher ist würden zwangsläufig mit dem Schutz auch die Abfindungen fallen. Dass es in Dänemark auch kein Heuern udn Feuern gäbe zeugt nicht gerade von einem Wettbewerbsvorteil. US-Amerikaner wo es heuern und feuern gibt preisen dies ja an, wenn Rorsteed aber sagt in Dänemark mache dies keinen Unterschied frage ich mich ob es nicht auch möglich wäre in Dänemark deutsche Gesetze einzuführen, es würde ja keinen Unterschied machen...

  • 14.03.2010, 17:15 UhrAnonymer Benutzer: georg

    wenn es in Dänemark ohne Heuern und Feuern geht wieso sollten wir dann in Deutschland den Kündigungsschutz abschffen wenn eh laut Kaspar alles beim alten bleibt. Den Kaspar kenn ich von Compaq, da war er gerade mal kleiner Abteilungsleiter...

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