Katastrophenhilfe: Cola-Millionen für Mangosaft

Katastrophenhilfe: Cola-Millionen für Mangosaft

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Mangoplantagen in Haiti

von Angela Hennersdorf

Mit Hilfsprojekten wie auf Haiti will Coca-Cola sein Image aufpolieren. Das hilft dem von einer Erdbebenkatastrophe heimgesuchten Land, aber auch der neuen Geschäftsstrategie des Konzerns.

Die Hilfe aus Atlanta kam sofort. Nur wenige Tage nach dem schweren Erdbeben auf Haiti vor knapp zwei Jahren schickte Coca-Cola-Chef Muhtar Kent sein Katastrophenteam aus der US-Zentrale in Atlanta auf die Karibikinsel. Viel zu retten gab es allerdings nicht für die sechsköpfige Truppe, die der Getränkeriese bereithält, falls einer seiner weltweit 300 Abfüller in eine Krisensituation gerät. Die Coca-Cola-Fabrik Brasserie de la Couronne in der Hauptstadt Port-au-Prince, mit 800 Mitarbeitern größter privater Arbeitgeber auf Haiti, war fast komplett zerstört. „An ein Weiterarbeiten war nicht zu denken“, sagt Coca-Cola-Managerin Olga Reyes, die die Hilfe koordiniert hat.

Das Unternehmen spendete zwei Millionen Dollar an das Rote Kreuz, versorgte Mitarbeiter mit Wasser und Medikamenten und stellte ihnen 1600 Zelte als Notunterkunft zur Verfügung. 16 Millionen Dollar zahlte Coke für eine neue Abfüllanlage, Lastwagen und eine Abwasseranlage. 

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Drei Monate nach dem Beben kehrten die Arbeiter zurück.

„Wir fragten die Hilfsorganisationen, was wir noch tun könnten“, sagt Reyes. Das Erdbeben hatte Haitis Mango-Plantagen, den wichtigsten Wirtschaftszweig, größtenteils zerstört, Tausende Bauern hatten ihre Lebensgrundlage verloren. Im September 2010 rief Coca-Cola das Projekt Haiti Hope ins Leben. Ziel ist der Wiederaufbau des Mango-Anbaus und -Exports. „Über fünf Jahre erhalten Bauern finanzielle Unterstützung in Form von Kleinkrediten, technische Hilfe beim Wiederaufbau der Plantagen, beim Anbau und der Verarbeitung “, sagt Reyes.

Spendenaktion Lanciert

Der Getränkekonzern sammelte für das Projekt 9,5 Millionen Dollar ein. Coke steuerte 3,5 Millionen Dollar bei, der Rest kommt unter anderem von der US-Regierung und dem Clinton Bush Haiti-Fund, einer Stiftung der beiden Ex-US-Präsidenten für die Erdbebenopfer.

Für die technische Hilfe holte Coca-Cola die Hilfsorganisation TechnoServe ins Boot. Seit Herbst vergangenen Jahres sind 750 Bauern im Projekt eingebunden. Bis 2015 sollen es 25 000 sein.

Noch sind die dicken, gelben Früchte für den Export bestimmt, mittelfristig sollen sie aber auch in den Säften der Coca-Cola-Marke Odwalla landen. „Das Projekt muss auch für uns einen geschäftlichen Sinn machen“, sagt Managerin Reyes.

Ex-Präsident George W. Bush lobte die gute Partnerschaft: „Coca-Cola hat initiiert, was Haiti benötigt: aktive Hilfe beim Wiederaufbau der Wirtschaft.“

Coca-Cola präsentiert sich so mit Haiti Hope nicht nur als „gutes“ Unternehmen, sondern sorgt auch geschickt dafür, das eigene Geschäft anzukurbeln. In den USA lancierte der Konzern eine Spendenaktion für Haiti und brachte die Fruchtsäfte Haiti Hope Mango-Lime und Haiti Hope Mango Tango auf den Markt. Zehn Cent pro verkaufte Flasche werden für das Projekt gespendet. 2010 kamen so 500.000 Dollar zusammen.

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