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Kaufhaus-Entscheidung: Karstadt ist verkauft, aber nicht gerettet

von Henryk Hielscher

Ein smarter Investor, geheime Deals und überraschende Offerten – monatelang hielt der Kampf um Karstadt Mitarbeiter und Publikum in Atem. Nun stehen die Gewinner und Verlierer fest.

Nicolas Bergguen, Investor der Quelle: dpa
Nicolas Bergguen, Investor der insolventen Warenhauskonzern Karstadt Quelle: dpa
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Nicolas Berggruen hat es geschafft. Monatelang hat sich der deutsch-amerikanische Investor mit widerspenstigen Vermietern und renitenten Konkurrenten gefetzt – und am Ende obsiegt. Dabei lässt die Jubelstimmung fast vergessen, dass Karstadt nun zwar verkauft, aber längst noch nicht gerettet ist. Sicher, das Unternehmen schreibt inzwischen wieder schwarze Zahlen. Doch das ist weniger einer neuentfachten Kaufbegeisterung zu verdanken als den Segnungen des deutschen Insolvenzrechts und den Zugeständnissen der Gläubiger. Der vermeintliche "Karstadt-Retter" Berggruen hat bis heute nicht im Detail dargelegt, wie er das Unternehmen im Kampf gegen Shoppingcenter, Billiganbieter und den Erzrivalen Kaufhof positionieren will.

Allenfalls Umrisse einer Strategie sind erkennbar. So soll sich die Warenhauskette künftig stärker auf die Segmente Mode, Wohnzubehör und Sport konzentrieren. Zudem sollen alle Filialen modernisiert werden, wenn auch in bescheidenem Stil. Auf kostspielige Leuchtturmprojekte will Berggruen verzichten.

Die Überlebenschancen stehen nicht schlecht

Zur Verstärkung setzt der Investor auf die Dienste des US-Textilunternehmers Max Azria. Zudem wird wohl auch der vom Insolvenzverwalter angeheuerte Chefsanierer Thomas Fox erst einmal bei Karstadt bleiben. Ein Dandy, ein Kreativer und ein hemdsärmeliger Sanierer – kann es das eigenwillige Trio schaffen?

Immerhin: Im Verkaufsprozess hat Berggruen bewiesen, dass er alles andere als ein naiver Geldgeber ist. Geschickt hat er erst die Gewerkschaft Verdi auf seine Seite gezogen und das Vermieterkonsortium Highstreet isoliert, dann die Immobilienbesitzer gegeneinander ausgespielt und eine Offerte des italienischen Warenhausbetreibers Maurizio Borletti abgewehrt. Agiert Berggruens Team im Tagesgeschäft mit ähnlichem Geschick, stehen die Überlebenschancen für Karstadt gar nicht schlecht.

Wer im Karstadt-Krimi gewonnen hat - und wer verliert - verrät die Bildergalerie. Klicken Sie auf das quadratische Vorschaubild, um die Bildstrecke zu starten.

3 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 06.09.2010, 20:36 UhrAnonymer Benutzer: Alles nur Quatsch

    KARSTADT ist genauso "gerettet" wie OPEL.

  • 06.09.2010, 10:51 UhrAnonymer Benutzer: Unternehmer

    Trotzdem mal Hut ab vor berggruen.

    Er wird sicher einen Teilerfolg haben und zeigt mal auf dass es bei invests nicht immer nur Rendite geht, sondern darum, dass man macht, was man glaubt was richtig sein könnte.

    ich habe einen Kumpel aus dem Angestelltenmilieu und einen Unternehmersohn. bei beiden merkt man die Sozialisation überdeutlich. Der erste hätte in Deutsche bank Fonds und Steuersparmodelle investiert.

    berggrün scheint aus der selten gewordenen zweiten Gruppe.

  • 06.09.2010, 10:36 UhrAnonymer Benutzer: Unternehmer

    ich will auch gekauft.. ähm gerettet werden.

    ich hätte einen Geschäftsbereich, der mir unglaublich auf den Sack geht zum auslagern und abgeben. Der bringt sogar Geld.

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