
WirtschaftsWoche: Herr Mandac, Ihr Erzrivale Karstadt hat vergangenen Dienstag Insolvenz angemeldet. Fühlen Sie sich schuldig?
Mandac: Warum sollte ich?
Sie haben dafür gekämpft, dass der Karstadt-Mutterkonzern Arcandor keine Staatshilfen erhält.
Die Probleme von Arcandor sind hausgemacht. Wir haben lediglich klargestellt, dass Staatshilfen wettbewerbsverzerrend wären und es zudem eine privatwirtschaftliche Lösung für Karstadt gibt.
Sie meinen Ihr Modell einer Deutschen Warenhaus AG, also eines Zusammenschlusses von Karstadt und Galeria Kaufhof. Halten Sie trotz der Insolvenz an den Plänen fest?
Wir stehen zu unserem Angebot. Etwa 60 Karstadt-Standorte würden wir gerne übernehmen und damit auch dem Großteil der Mitarbeiter eine sichere und langfristige Perspektive bieten. Zudem würden wir sicherlich auch eine größere Anzahl von Mitarbeitern aus der Karstadt-Hauptverwaltung in Essen übernehmen wollen.
Nach welchen Kriterien wollen Sie die Karstadt-Häuser auswählen?
Wir würden uns jeden Standort einzeln näher anschauen, sobald der Insolvenzverwalter Interesse hinsichtlich der Übernahme von Karstadt-Warenhäusern durch Kaufhof signalisiert hat und uns in diesem Zuge auch Einblick in die Geschäftsunterlagen gewährt.
Das ist derzeit noch nicht der Fall. Insofern ist auch es schwer, gegenwärtig zu entscheiden, welche Standorte infrage kommen können. Denn das Einzige, was wir im Augenblick beurteilen können, ist die Lage, die Größe der Karstadt-Häuser und Überschneidungen mit unseren Standorten.
Im Klartext, die kleineren Häuser in Kaufhof-Nachbarschaft können dichtmachen?
Nein, es ist nichts entschieden. Auch Kaufhof hat viele kleine Standorte, mit denen wir sehr erfolgreich sind und ordentlich Geld verdienen. Die Größe allein ist also kein Kriterium. Und es gibt übrigens auch nur in 32 Städten Überschneidungen von Kaufhof und Karstadt.
Zu Karstadt gehören auch Luxushäuser wie das Berliner KaDeWe und das Hamburger Alsterhaus. Was passiert mit denen?
Häuser wie das KaDeWe sind zweifellos Ikonen der deutschen Warenhauslandschaft und sind somit für uns interessant. Aber ich möchte noch einmal wiederholen, dass wir, erst nachdem der Insolvenzverwalter mit uns in Kontakt getreten ist, konkretere Gespräche führen können, um uns ein präziseres Bild zu verschaffen.
Wann könnte die Warenhaus AG starten?
Bitte haben Sie jetzt erst mal Geduld. Der Prozess zur möglichen Bildung einer Deutschen Warenhaus AG steht doch erst am Anfang. Zunächst muss sich der Insolvenzverwalter von Arcandor einen klaren Überblick über die wirtschaftliche Situation verschaffen und dann entscheiden, ob er ein Gespräch mit uns beziehungsweise der Metro Group sucht.
Wenn sich Gespräche konkretisieren, müsste man dann auch EU-Kommission oder Kartellamt konsultieren, die ein Zusammengehen der beiden Warenhaus-Ketten sicherlich eingehend prüfen würden. Und dann…













