Kein Elektrogerät: Adidas gewinnt bizarren Schuh-Streit

Kein Elektrogerät: Adidas gewinnt bizarren Schuh-Streit

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Adidas: Laufschuh mit elektronischem Dämpfungssystem

Der Streit klingt bizarr: Die für Elektroschrott zuständige Stiftung Elektro-Altgeräte (EAR) hatte einen Turnschuh von Adidas als Elektrogerät eingestuft und erlebte heute eine peinliche Niederlage vor dem Bundesverwaltungsgericht: Ein Schuh bleibt ein Schuh, urteilten die Richter.

Bei der Vermarktung des Laufschuhs „adidas 1" leisten die Werbestrategen des Sportartikelkonzerns ganze Arbeit. Als „modernsten Schuh aller Zeiten", priesen sie die 250 Euro teuren Treter. Für die Stiftung Elektro-Altgeräte (EAR), die für das Umweltbundesamt alle deutschen Elektrohersteller registriert, fanden den Superlativ aber offenbar noch zu bescheiden - sie wollten den Sportschuh als Elektrogerät einstufen, verklagten Adidas - und scheiterten damit heute vor dem Bundesverwaltungsgericht.

Die EAR hatte argumentiert, der „adidas 1" verfüge über eine elektronisch gesteuerte Fersendämpfung und erfülle damit alle Kriterien eines Elektrogeräts. Falsch, befanden die Richter. Auch wenn der Schuh über allerhand technischen Schickschnack verfüge, bleibe der Schuh in erster Linie das was er ist - ein Schuh.

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Wäre die EAR mit ihrer Klage gegen Adidas erfolgreich gewesen, hätte das für den Konzern erhebliche Folgen gehabt. So müssen Elektrogerätehersteller ihre Produkte mit einem speziellen Symbol kennzeichen - einer durchgestrichenen Mülltonne . Das Logo „muss sichtbar, erkennbar und dauerhaft angebracht sein", heißt es in den EAR-Bestimmungen. Zudem hätten Verbraucher ihre alten „adidas 1" nicht mehr einfach wegschmeißen dürfen, sondern sie hätten den Schuh - wie bei Elektroschrott vorgeschrieben - auf den Wertstoffhof bringen müssen.

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