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Keine weiteren Zukäufe bis 2008: Unicredito will sich erst einmal auf HVB konzentrieren

Die Übernahme der Münchener HVB reicht Unicredito derzeit offenbar. Die italienische Großbank plant nach eigenen Angaben für die kommenden Jahre keinen weiteren Zukauf.

HB MAILAND. „Für mindestens drei Jahre werden wir uns auf den HVB-Deal konzentrieren“, sagte Unicredito-Chef Alessandro Profumo am Mittwoch in Mailand. Danach werde der Konzern weitere Wachstumsmöglichkeiten auf den Märkten ausloten, auf denen die Bank aktiv sei. Dies schließe Italien ein, sagte Profumo. Unicredito will die zweitgrößte deutsche Bank per Aktientausch übernehmen. Dadurch entsteht nach Marktwert und Bilanzsumme eine der zehn größten Banken Europas. Nach der Bekanntgabe der Fusion hatten Analysten die Sorge geäußert, dass bei der HVB möglicherweise weitere Wertberichtigungen notwendig sein könnten. Die Bank mit einem der größten Kreditbücher in Europa hatte erst im vergangenen Jahr nochmals 2,5 Mrd. € auf problematische Immobilienkredite abgeschrieben und dadurch erneut einen Milliardenverlust verbucht. Für 2005 hat Bank-Chef Dieter Rampl nun aber einen Nettogewinn von etwa einer Milliarde Euro in Aussicht gestellt. Unicredito-Chef Profumo, der auch die neue gemeinsame Bank leiten soll, attestierte der HVB-Führung, mit den Risiken aus Immobilienkrediten gut umgegangen zu sein. „Die HVB hatte Probleme im Immobilienbereich, die nach unserer Meinung angemessen angegangen worden sind“, sagte er. Profumo bestätigte zudem, dass Unicredito zur Stärkung der eigenen Kapitalbasis auf den Verkauf der Wertpapierverwahrung zusteuert. Die Bank habe dafür bereits Angebote erhalten, sagte Profumo. „Das ist ein Prozess, der läuft“, ergänzte er. Unicredito will die HVB über einen reinen Aktientausch im Verhältnis von fünf eigenen Aktien für ein HVB-Papier übernehmen. Allerdings sind auch Bar-Abfindungsangebote für Minderheitsaktionäre der HVB-Tochter Bank Austria und der polnischen BPH nötig, was die Kapitalbasis schwächen würde. Nach früheren Angaben aus mit dem Vorgang vertrauten Kreisen zieht Unicredito zur Finanzierung aber auch die Emission einer nachrangigen Anleihe in Betracht, die erst nach anderen Verbindlichkeiten beglichen würde und damit als Eigenkapital-ähnlich gilt. Die Rating-Agentur Fitch bewertete den geplanten Zusammenschluss der beiden Großbanken derweil positiv. „Das ist ein großer Schritt in die richtige Richtung“, sagte Fitch-Analyst Thomas von Lüpke. Allerdings gebe es durchaus noch Risiken, vor allem wenn die deutsche Wirtschaft wider Erwarten in eine Rezession abrutschen würde. „Dann wäre logischerweise mit zusätzlichem Wertberichtigungsbedarf zu rechnen“, sagte er.

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