Kernkraft: Vattenfall will neue Atomkraftwerke bauen

Kernkraft: Vattenfall will neue Atomkraftwerke bauen

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**ARCHIV** Das Atomkraftwerk Kruemmel in Geesthacht aufgenommen am 4. Januar 2008. Niemand kann sagen, wann der seit anderthalb Jahren stillstehende Reaktor im schleswig-holsteinischen Geesthacht wieder angefahren wird. 2009 soll es laut Betreiber Vattenfall schon werden, doch mit naeheren Angaben haelt sich jeder zurueck. Alles haengt von aufwaendigen Schweissarbeiten an Armaturen ab, die in dieser Form noch nicht durchgefuehrt wurden. (AP Photo/Patrick Lux) Jan. 4 2008 file picture shows a general view of Vattenfall Europe nuklear power plant Kruemmel in Geesthacht near Hamburg, northern Germany. (AP Photo/Patrick Lux)

Der Energiekonzern Vattenfall will in Europa neue Atomkraftwerke bauen. Auch in Deutschland sollen die Kapazitäten erweitert werden. Doch zwei Reaktoren stehen anderthalb Jahren still.

 Der Energiekonzern Vattenfall erwägt, die Kapazität seiner bestehenden Atomkraftwerke in Deutschland auszubauen. Die Investitionsentscheidung sei zwar noch nicht gefallen, sagte Konzernchef Lars Josefsson am Mittwoch in Berlin. Doch verfolge Vattenfall grundsätzlich die Steigerung der Produktionsmenge in bestehenden Anlagen, auch in Deutschland.

Vattenfall ist Mehrheitseigner an den Kraftwerken Brunsbüttel und Krümmel, die beide seit Zwischenfällen im Sommer 2007 still stehen. Obwohl die damals aufgetretenen technischen Probleme nach Darstellung des Unternehmens gelöst und die Sicherheitsauflagen der Behörden abgearbeitet sind, stehen die Reaktoren weiter still.

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„Die Mängel sind beseitigt worden“, sagte Deutschlandchef Tuomo Hatakka. Bei den Jahresrevisionen sei jedoch weiterer Reparaturbedarf entdeckt worden. So würden derzeit Armaturen und Dübel ausgetauscht. Das Investitionsvolumen bezifferte Hatakka auf 100 Millionen Euro. Die Arbeiten seien noch nicht fertig. Auch auf Nachfragen sagte er nicht, wann sie abgeschlossen sein sollen. Der Zeitpunkt des Wiederanfahrens hänge auch von den Aufsichtsbehörden ab, sagte der Manager.

Stilllegung wird weiter verzögert

Experten mutmaßen, dass sich Vattenfall für die Reparaturen Zeit lässt, um die Laufzeit der beiden Kraftwerke sicher auf die Zeit nach der Bundestagswahl auszudehnen. Denn dann wird eine neue Debatte über die Abkehr vom Atomausstieg erwartet. Josefsson bestritt aber, dass dies hinter der gründlichen Revision stecke.

Vattenfall verliert nach eigenen Angaben durch den Produktionsausfall eine Million Euro am Tag. Stünde Brunsbüttel nicht still, hätte das Kraftwerk nach Berechnungen des Bundesumweltministeriums zu den Vorgaben des Atomausstiegs eigentlich im Februar 2009 stillgelegt werden müssen. Die Laufzeit von Krümmel war ursprünglich bis 2016 berechnet worden.

Josefsson kündigte auch an, dass Vattenfall neue Reaktoren in Europa bauen wolle. In Deutschland sei dies derzeit nach dem Beschluss zum Atomausstieg nicht möglich, räumte er ein. Er verwies aber auch auf die Diskussion zur Abkehr vom Atomausstieg.

Die Deutschen müssten selbst entscheiden, welche Energiequellen sie nutzen wollten, sagte der Konzernchef. Um für Vertrauen in die Kernkraft zu werben, hat Vattenfall nach Josefssons Darstellung ein neues Sicherheitskonzept ausgearbeitet. Der Konzern hat den früheren Chef der Internationalen Atomenergieorganisation (IAEO) und ehemaligen Irak-Inspekteur Hans Blix als Sicherheitsberater berufen.

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