Kino: Die Filmindustrie muss sich neu erfinden - Seite 4

Kino: Die Filmindustrie muss sich neu erfinden

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Die beliebtesten Filme in Deutschland
Die beliebtesten Filme in Deutschland

Dabei brächte die Digitalisierung, richtig eingesetzt, mehr Geld in die Kasse. Überraschungserfolge können die Multiplexe sofort in weiteren Sälen anbieten, ohne sich eine neue Kopie besorgen zu müssen. Zudem können die Kinos dreidimensionale Filme zeigen, von denen in den kommenden drei Jahren gut 60 in die Kinos kommen sollen – es ist kein Zufall, dass mit dem Animationsstreifen „Up“ ein 3-D-Film das Festival von Cannes eröffnete. „Das werden Heimkinos und InternetVideos bis auf Weiteres nicht schaffen“, sagt Berater Goldhammer. „Und dafür zahlen die Kunden gern ein paar Euro mehr.“

Die Projektion von der Festplatte erlaubt es den Kinos auch, durch mehr Filme abseits des Massenkinos neue Zuschauer ins Haus zu holen. Das beginnt bei LiveÜbertragungen von Fußballspielen bis zu einer Extremsportnacht in Zusammenarbeit mit Sportgeschäften oder Lernfilmen, in denen Schulklassen Wale und Weltall quasi hautnah erleben können.

Auch im Verleih steckt noch Potenzial. Erfolg hat in den USA der Billiganbieter Coinstar. Er überzieht derzeit die US-Supermärkte mit Automaten, die Leih-DVDs für einen Dollar pro Tag offerieren. Dazu boomen Internet-Verleihe, wo Kunden gegen eine feste Monatsgebühr Filme leihen können, sobald sie die alten zurück- geschickt haben.

Das größte Potenzial jedoch haben Online-Videotheken. Nachdem sich Hollywood jahrelang gegen Filmdownloads sperrte, um den DVD-Verkauf zu schützen, erreichte nun – wie zuvor bei der Musik – der branchenfremde Apple-Chef Steve Jobs den Durchbruch und erweiterte seine Musikseite iTunes um den ersten globalen virtuellen Filmladen. Doch das Angebot ist noch spärlich. Constantin-Vorstand Moszkowicz räumt ein: „Niemand in der Branche weiß bisher wirklich, wie man in der neuen Medienwelt Geld verdient.“ Anders als die Musikindustrie, für die Niko Steinkrauß vom Beratungsunternehmen Booz & Company immerhin schon im kommenden Jahr eine Umkehr des negativen Umsatztrends erwartet, braucht die einstige Celluloidbranche wohl länger: „Die Filmbranche hinkt der Musikindustrie drei bis vier Jahre hinterher.“

Werbung und kostenlose Filme

Immerhin: Sie hinkt jetzt schneller – allerdings nicht beim Herunterladen, sondern beim direkten Filme-Gucken über das Internet. Neues Paradepferd der Branche ist in den USA die Online-Videoseite Hulu, die ursprünglich von News Corp und Universal gestartet wurde und der nun auch Disney und ABC beigetreten sind. Die Seite ist werbefinanziert und zeigt kostenlos Filme und Serien wie „The Office“, „Desperate Housewives“ und „Grey’s Anatomy“. Bislang ist die Seite nur für US-Nutzer zugänglich. Doch ein deutscher Ableger soll bald folgen. „Der Online-Konsum von Filmen und TV-Sendungen wächst“, sagt Disney-Chef Robert Iger. „Wir müssen dorthin, wo unsere Kunden sind.“ Ähnlich sieht das Ufa-Cinema-Chef Friedl: „Es bringt nichts, die Leute in die Illegalität zu treiben und sie dann nicht zurückzugewinnen.“

Bis es soweit ist, dass die Filmproduzenten mit Online-Angeboten so viel Geld verdienen, wie sie durch die Schwarzseher verlieren, wird es noch dauern. Doch Experte Mackenroth rechnet damit, dass die Filmbranche sich aus ihrem Digitaltief hocharbeiten wird. „Es kommt darauf an, den Zuschauern etwas zu bieten, was sie nirgendwo anders bekommen“, glaubt der Berater. „Und dafür zahlen sie dann auch.“

Und dann gibt es in Cannes auch sicher wieder Häppchen und Champagner.

7 KommentareAlle Kommentare lesen
  • 18.05.2009, 18:31 UhrAnonymer Benutzer: SWANNY

    ES iST EiN SKANDAL UND NiEMNAD bERiCHTET?

    Warum noch immer keine berichte über das biLDERbERG Treffen in ATHEN?....
    Warum gibt es keine medien die darüber berichten?
    Nicht einmal das Stattfinden wird von grossen Medien bestätigt, ich denke die bevölkerung hat aufgrund des Rechtes auf MEiNUNGSbiLDUNGSFREiHEiT Anspruch darauf zu erfahren, wenn hochrangige Finanzgrössen;Wirtschaftsbosse und Spitzenpolitiker eine Konferenz dieser Art stattfinden lassen.
    Es ist ein POLiTiSCHER SKANDAL, das Spitzenpolitiker welche in der Öffentlichkeit eines demokratischen landes stehen,an solch einem geheimtreffen teilnehmen , weder die Öffentlichkeit über die tagespunkte,noch über entscheidungen die dort geheim beschlossen werden zu informieren.
    im nächsten Jahr werde auch ich als Gast beim kommenden biLDERbERG TREFFEN dabei sein, wenn auch nicht im Konferenzraum, doch auf der Strasse, da werd ich sein! irie!

    "THE TRUTH WiLL SET YOU FREE"

  • 17.05.2009, 15:22 UhrAnonymer Benutzer: Caesar

    Wieviel $ hat der Autor dieses Textes von der MAFiA erhalten?

    Die Filmindustrie, ähnlich wie die Musikindustrie, hat es verschlafen, rechtzeitig das Medium internet als lukrative Verkaufsplattform zu nutzen, um schnell, preiswert und unkomliziert ihre Werke den Kunden darbieten zu können.
    Stattdessen läuft man nun dem Trend hinterher und verklagt seine eigenen Kunden, die verständlicherweise danach noch weniger Lust haben, die Werke der Filmindustrie auf proprietären Vertriebswegen zu erwerben.
    Es geht sogar noch dreister: ehrliche Kunden werden im Kino als böse Raubkopierer angeprangert, während der "böse" Privatkopierer auf seiner Kopie diesen Spot gar nicht sieht, weil dieser nicht Teil des Hauptfilms ist und daher herausgeschnitten worden ist. Schulhöfe werden kriminalisiert, Wohnungen grundgesetzwiedrig durchsucht und in Schweden urteilt sogar ein kompromittierter Richter über das Verfahren im Pirate-bay-Prozess (Quellen dazu: www.heise.de/newsticker bzw. dortige Suchfunktion verwenden).
    Was der Autor außerdem außen vor lässt:
    Wir bürger haben bestimmte Grundrechte, wie z.b. das Fernmeldegeheimnis und die informationsfreiheit. Tatsächlich war es bis vor kurzem noch erlaubt, aus dem internet Filme und Musik für den privaten Gebrauch herunter zu laden. Deshalb zahlen wir ja auch alle GEMA-Gebühren auf Rohlinge, Computer, Drucker, etc..
    Jetzt wird seitens der Filmindustrie kräftig auf die Tränendrüse gedrückt, die Lobby läuft Sturm gegen unsere Grundrechte und unsere Politiker verkaufen ihr Volk, siehe Frankreich bzw. Herr Schäuble, an die industrie.
    Wer erkennt Parallelen zu der amerikanioschen Autoindustrie und der Film-/Musikindustrie?
    So etwas darf nicht sein!

  • 16.05.2009, 15:57 UhrAnonymer Benutzer: Klartexter

    Da ist schon alles erfunden. Schauspieler & Co. braucht es in naher Zukunft nicht mehr, weil Filme komplett mithilfe des Computers gedreht werden und der Film sich als solches auch kräftig (interaktion etc.) ändern wird. Hollywood war gestern!

    @THE LONDON DAiLY NEWS
    Ach hat dieser intrigantenclub schon wieder ein Treffen. Wollen die jetzt Westerwelle zum bundeskanzler bestimmen, damit die für Sozialausgaben zu sparenden Steuern irgendwo in der weiten Welt vergenschert... ähh verschleudert werden!

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